Stiftung Warentest Billige Sonnencremes sind am besten

Die Stiftung Warentest hat 19 Sonnencremes getestet: Die drei billigsten bekamen das Urteil "sehr gut", die teuersten schnitten besonders schlecht ab. Worauf Käufer achten sollten.

Sonnencreme
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Gut und günstig: Für hochwertige Sonnencremes muss man laut Stiftung Warentest nicht viel Geld ausgeben. Von insgesamt 19 Produkten mit den Lichtschutzfaktoren 30, 50 und 50+ wurden vier mit der Note "sehr gut" bewertet, darunter die drei billigsten:

  • die Produkte von Lidl ("Cien Sun Sonnenmilch Classic" für 1,18 Euro pro 100 Milliliter),
  • von Penny und Rewe ("t. Today Sonnenmilch" für 1,17 Euro/100 ml)
  • und von Real ("Sôi Sonnenmilch" für 1,50 Euro/100 ml).

Ebenfalls mit Bestnote schnitt das etwas teurere "Sundance Sonnenspray" für 2,23 Euro/100 ml ab ("test" Ausgabe 7/2018).

Die schlechtesten Bewertungen erhielten die beiden teuersten Produkte: Das Naturkosmetik-Produkt Eco Sunmilk Sensitiv für 21,20 Euro pro 100 Milliliter bewerteten die Tester sogar als "mangelhaft", weil es den versprochenen Sonnenschutz-Faktor nicht einhält. Das zweitteuerste Produkt von Lancaster zu einem Preis von 20 Euro/100 ml war mit kritischen Duftstoffen versehen und erhielt deshalb nur ein "befriedigend".

Wirklich wasserfest?

In ihrem Test warnen die Prüfer vor falschen Versprechungen: Fast alle Anbieter bewerben ihre Produkte demnach als wasserfest. Das dürfen die Hersteller auch, selbst wenn die Produkte nach dem Baden nur noch die Hälfte der Schutzleistung bieten. Die Stiftung Warentest zog hierfür allerdings Punkte ab, da nur in einem Fall kenntlich wurde, was wasserfest wirklich bedeutet.

Doch auch wenn man nicht schwimmen geht, muss spätestens nach drei Stunden nachgecremt werden. Durchschnittlich sollte man pro Eincremen eine Menge von etwa drei Esslöffeln auf der Haut verteilen, so der Münchner Hautarzt Christoph Liebich. Der Lichtschutzfaktor muss mindestens bei 30 liegen, besser sind allerdings 50 - und zwar den ganzen Sommer lang. Dass sich die Haut an die Sonne anpasst, ist ein Mythos.

Sobald man die Sonnencreme geöffnet hat, sollte man unbedingt das Haltbarkeitsdatum im Blick behalten. Auf der Packung ist eine kleine Cremedose mit einer Zahl zu sehen. Sie gibt an, wie viele Monate sich die Creme nach dem Öffnen hält. Die Zeit verkürzt sich, wenn die Flasche in der prallen Sonne gelegen hat. Die schlechte Nachricht: Cremes aus dem letzten Sommerurlaub sind in der Regel nicht mehr geeignet. Aber es gibt ja für wenig Geld geeigneten Ersatz.

Vorsorge und Früherkennung

Auch wer sich gut eincremt und regelmäßig zum Hautkrebs-Screening geht, das alle gesetzlich Versicherten ab 35 Jahren auf Kosten der Krankenkassen in Anspruch nehmen können, sollte seine Haut selbst inspizieren, betont der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD). Hautkrebsvorstufen sind sichtbar und zum Teil auch tastbar. Der schwarze Hautkrebs ist meist ein dunkler, unregelmäßig geformter Hautfleck, dessen Farbe, Größe und Form sich verändern können. Beim weißen Hautkrebs ist eine schuppende, verfärbte oder unebene Hautstelle ein Anzeichen.

BRÄUNE UND HAUTKREBSGEFAHR - FRAGEN AN DEN EXPERTEN

Zur Selbstkontrolle kann man die ABCDE-Regel anwenden, um Leberflecken von Hautkrebs zu unterscheiden, wie die Deutsche Krebshilfe erläutert.

  • A steht für Asymmetrie - eine ungleichmäßige Form ist ein Warnsignal.
  • B meint Begrenzung - verwaschene, unebene und raue Ränder können auf Hautkrebs hindeuten.
  • C steht für Color, also Farbe. Treten in einem Muttermal verschiedene Farben - etwa Rosa, Grau oder Schwarz - auf, sollte man das vom Arzt abklären lassen.
  • D wie Durchmesser: Liegt dieser bei einem Muttermal über fünf Millimetern ist das ebenfalls ein Warnsignal.
  • E steht für Entwicklung und bedeutet, dass man mit einem Muttermal, das sich in den vergangenen drei Monaten verändert hat, zum Arzt gehen sollte.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben nachträglich die Zuordnung zu den "sehr gut" getesteten billigsten Sonnencremes geändert.

hei/dpa



insgesamt 41 Beiträge
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Seite 1
ansv 27.06.2018
1.
Seltsam, auf der Warentest-Seite beginnt der Artikel mit "Ob günstig oder teuer – der Schutz stimmt bei fast allen". Irgendwie eine ganz andere Darstellung als hier vermittelt wird. Ich empfehle die Lektüre der Kommentare zum Test.
Achmuth_I 27.06.2018
2. Komisch...
Zitat von ansvSeltsam, auf der Warentest-Seite beginnt der Artikel mit "Ob günstig oder teuer – der Schutz stimmt bei fast allen". Irgendwie eine ganz andere Darstellung als hier vermittelt wird. Ich empfehle die Lektüre der Kommentare zum Test.
..."der Schutz stimmt bei fast allen", bedeutet dass er eben nicht bei allen stimmt, sondern nur bei den meisten. Genau wie hier im Artikel beschrieben - bei einem Produkt stimmte der nicht. Der zweite Artikel welcher nicht befriedigend erreichte hatte einen anderen Mangel. Was wurde also anders dargestellt? Oder haben Sie lediglich an der Lektüre dieses Artikels gespart?
maxi1710 27.06.2018
3. Andere Erfahrung gemacht
Ich habe schon mehrfach diverse sogenannte Testsieger mit verheerenden Resultaten selbst getestet. Nie wieder! Die beste Erfahrung mache ich mit Ladival. Einmal richtig gut eincremen und ich habe den ganzen Tag Schutz. Und ich betreibe Wassersport. Kein Nachcremen notwendig an nur dem Wasser ausgesetzten Stellen. Die 200ml Variante reicht im Urlaub 2 Wochen. Da gebe ich gerne mehr aus und hab keinen Stress mit Sonnenbrand, so wie vorher mit günstigeren Produkten. Kann aber jeder für sich ausprobieren. Bei mir funktionieren billige Cremes nicht und ich bin das testen inzwischen leid. Wohlgemerkt es geht mir um wasserfeste Sonnencreme.
equigen 27.06.2018
4. Daylong hält praktisch day long
Es stimmt nicht, dass man bei allen dauernd nachcremen muss. Bei „Daylong“ von Spirig aus der Schweiz (nur in der Apotheke) eben gerade nicht. Deswegen ist sie natürlich teuer, aber ungemein praktisch, wirklich wasserfest und zieht schön ein (da liposomal) - im Gegensatz zu vielen anderen. Wurde die (beste?) etwa nicht getestet?
hakim 27.06.2018
5. Mit Bedacht anwenden..
Exzessive Sonnenbestrahlung und immer wieder schwere Sonnenbrände sind ungesund. Aber in Deutschland haben wir ja wohl eher ein Problem mit zu wenig Sonne auf der Haut und zu viel Sonnencreme. Der durch Anwendung von Sonnenschutz mitteln verursachte Vitamin D Mangel beeinträchtigt auch das Immunsystem und leistet damit Infektionen wie der Grippe, Krebserkrankungen etc. Vorschub. Also wie überall im Leben, Maß halten. Dann ist es auch ziemlich egal welche Creme man verwendet.
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