Stiftung Warentest Diese Mittel helfen gegen Läuse

Kaum geht die Schule wieder los, steckt schon ein Zettel mit einer Läusewarnung im Ranzen. Stiftung Warentest hat zwölf Mittel geprüft - und drei davon als "geeignet" bewertet.

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Gegen Kopfläuse kommen in der Regel spezielle Mittel zum Einsatz. Aber welche töten die Plagegeister zuverlässig? Die Stiftung Warentest hat in einer Untersuchung die Hälfte der Läusemittel positiv bewertet: Drei von zwölf Produkten halten die Tester für "geeignet", drei weitere für "auch geeignet", heißt es in der Zeitschrift "test" (Ausgabe 9/2018). Die sechs anderen Produkte empfehlen die Tester nur mit Einschränkungen oder gar nicht.

Die drei besten Läusemittel enthalten ein synthetisches Öl namens Dimeticon, das die Läuse erstickt: Die Produkte "Dimet 20", "EtoPril" und "Jacutin Pedicul Fluid" sind den Testern zufolge "geeignet", um Läuse zu bekämpfen. Alle drei Mittel wirken physikalisch.

Mangelnde Hygiene kein Grund

Als "auch geeignet" bezeichnet die Stiftung zwei Mittel mit Insektengift, die chemisch wirken. Sie hätten aber den Nachteil, dass immer mehr Läuse widerstandsfähig gegenüber den Giften werden. Das dritte "auch geeignete" Mittel enthält Mineralöl, kritische Bestandteile - sogenannte Moah (aromatische Mineralöl-Kohlenwasserstoffe) - konnten die Tester nicht finden. Die Wirksamkeit der Substanz wurde bisher nur in einer Studie bestätigt.

Bei den als "mit Einschränkung geeignet" bezeichneten Mitteln sei die Wirksamkeit schlechter belegt als bei den anderen, schreiben die Tester. Als "wenig geeignet" bewerteten sie zwei Mittel, deren Wirksamkeit und Verträglichkeit nicht ausreichend belegt seien. Sprays können zudem die Atemwege reizen.

Kopfläuse verbreiten sich vor allem in Kitas und Schulen schnell, weil Kinder beim Spielen oder Kuscheln die Köpfe zusammenstecken. Die meisten Menschen assoziieren die kleinen Tierchen mit Schmutz, Schmuddeligkeit und ungewaschenen Haaren. Dabei hat Kopflaus-Befall nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellte schon vor Jahren in einer Informationsbroschüre klar: Läusen ist es völlig egal, wie oft sich ihre Opfer waschen. Sie legen ihre Eier wahllos in alle Haarschöpfe, die sie erreichen können.


Die Kopflaus im Porträt

Pediculus humanus capitis ist ein blutsaugendes, flügelloses Insekt. Es hat sechs Beine mit Haken an den Enden. Damit kann es sich hervorragend an Haaren festkrallen, auf glatten Oberflächen dagegen rutscht es nur herum. Hat es Hunger, ritzt es mit einer dolchartigen Verlängerung seines Kopfes die Haut des Wirts auf. Damit es dann ungestört genießen kann, spuckt es einen Stoff in die Wunde, der die Blutgerinnung verhindert.

Drei bis vier Wochen dauert das Leben einer Kopflaus. In dieser Zeit legt ein Weibchen 150 bis 300 Eier. Damit die auch bei heftiger Bewegung oder unter Einwirkung von Wasser und Shampoo nicht vom Kopf fallen, klebt sie das Gelege mit einer zementartigen Masse an den Haaren fest - dicht an der Kopfhaut, der Nahrungsquelle. Nach etwa sieben bis acht Tagen schlüpfen aus den Eiern zwar noch winzige aber bereits völlig fertige, hungrige Läuse, die nach wiederum neun bis zwölf Tagen geschlechtsreif werden.


Nach Angaben der Deutschen Pediculosis Gesellschaft - als Pedikulose wird der Befall der Haut mit verschiedenen Lausarten bezeichnet - sind am häufigsten acht- bis zwölfjährige Kinder von Kopfläusen betroffen.

Egal für welches Produkt sich Eltern dann zur Bekämpfung entscheiden: Sie müssen die Mittel streng nach Gebrauchsanweisung verwenden. Die Tester raten außerdem unabhängig von der Empfehlung des Herstellers, die Behandlung nach acht bis zehn Tagen zu wiederholen. Denn die Eier der Läuse werden nicht immer zuverlässig getötet, es können neue Läuse nachschlüpfen.

hei/dpa



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