Aids in Südafrika: Fast ein Drittel aller Schulmädchen ist HIV-positiv
Diese Statistik schockiert: In Südafrika ist fast ein Drittel aller Schulmädchen HIV-positiv. Das belegt eine neue Statistik, die der südafrikanische Gesundheitsminister am Donnerstag vorstellte. Die Regierung gibt sogenannten Sugar Daddys die Schuld.
Johannesburg - Es sind erschütternde Zahlen, die der südafrikanische Gesundheitsminister nun verkündete: 28 Prozent aller Schülerinnen in dem Land sind HIV-positiv. Doch nicht nur die hohe Zahl HIV-infizierter Mädchen ist für Aaron Motsoaledi erschreckend, sondern vielmehr die Tatsache, dass im Gegensatz dazu nur vier Prozent der männlichen Schüler mit dem HI-Virus infiziert seien.
Die Schlussfolgerung aus den Zahlen der südafrikanischen Behörden, die der Minister am Donnerstag vorstellte, liegt für ihn auf der Hand: "Es ist klar, dass es nicht Jungen sind, die mit diesen Mädchen schlafen. Es sind alte Männer", zitierte ihn die Zeitung "Sowetan".
Demnach hatte Motsoaledi die Zahlen auf einer öffentlichen Versammlung in Carolina in der südafrikanischen Provinz Mpumalanga vorgestellt. Junge Mädchen dürften sich nicht länger mit "Sugar Daddies" einlassen, forderte Motsoaledi, mit Männern, die sie für sexuelle Dienstleistungen bezahlen. Der Statistik zufolge wurden im Jahr 2011 94.000 Schulmädchen schwanger, die jüngsten schon im Alter von zehn Jahren. Weitere 77.000 Schülerinnen hätten abgetrieben.
Südafrika gehört zu den Ländern mit den höchsten Aids- und HIV-Raten weltweit. Laut offiziellen Angaben sind dort sechs Millionen Menschen mit HIV infiziert, bei einer Gesamtbevölkerung von 50 Millionen. 2012 starben etwa 260.000 Menschen an den Folgen von Aids. Das Gesundheitsministerium hatte kürzlich ein Programm zum Kampf gegen die Verbreitung von HIV bei Schulkindern gestartet. Dazu gehören ein Angebot freiwilliger Aids-Tests und die Verteilung von Kondomen an Schulen.
Trotz der fatalen Statistiken melden Forscher immer wieder positive Ergebnisse im Kampf gegen HIV und Aids in Südafrika: Eine kürzlich veröffentlichte Studie hatte gezeigt, dass antivirale Mittel gegen HIV das Leben vieler Infizierter verbessern - und sich die Investitionen auszahlen. Demnach stecken sich seit dem Einsatz solcher Medikamente weniger Menschen mit dem Aids-Erreger an, zudem ist die Lebenserwartung der Betroffenen deutlich gestiegen.
Für den südafrikanischen Minister jedoch ist das noch lange nicht genug. Eine Untersuchung in der Provinz Ostkap hatte vergangenes Jahr enthüllt, wie Mädchen im Alter von etwa zwölf Jahren gezwungen werden, ältere HIV-positive Männer zu heiraten. Manche glauben daran, dass Sex mit Jungfrauen sie heilen kann. "So können wir nicht weiterleben, " sagte Motsoaledi. "Wir müssen dem ein Ende setzen."
cib/AFP
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- Donnerstag, 14.03.2013 – 16:46 Uhr
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1. Punkt: die Viruslast des HIV-positiven Partners/ der HIV-positiven Partnerin ist seit mindestens sechs Monaten unter der Nachweisgrenze
2. Punkt: die antiretroviralen Medikamente werden konsequent eingenommen
3. Punkt: bei den Sexualpartnern/-partnerinnen liegen keine Schleimhautdefekte zum Beispiel als Folge sexuell übertragbarer Infektionen vor
4. Punkt: der Infizierte lässt regelmäßig seine Viruslast bestimmen, um Resistenzen auszuschließen
Schon eine vergessene Tablette kann die Viruslast wieder in die Höhe schnellen lassen und die Schutzwirkung gefährden. Kondome schützen zudem auch vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Medikamente hingegen haben den Vorteil, dass sie auch sogenannte kleine Risiken bei Praktiken wie dem Oralverkehr abdecken, bei denen häufig kein Kondom benutzt wird.Quellen: HIV-Therapie und Prävention - Positionspaper der Deutschen Aids-Hilfe, HIV-Report 5/2011: Medikamente in der Prävention
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- Bericht der WHO: Antiretroviral Treatment as Prevention (Stand Juni 2012)
- HIV und Aids in Südafrika: Informationen und Zahlen von Unaids
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