Laserbehandlung Künftig sollen nur noch Ärzte Tattoos entfernen

Wenn das einst geliebte Tattoo nicht mehr gefällt oder stört, kann eine Laserbehandlung helfen. Zurzeit können auch Kosmetikstudios die Prozedur anbieten - das Bundesumweltministerium will das ändern.

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Künftig sollen nur noch Fachärzte Tätowierungen mittels Laser entfernen dürfen. Das Bundesumweltministerium hat hierzu eine Verordnung zur Modernisierung des Strahlenschutzrechts erarbeitet.

Die Lasergeräte für das Entfernen von Tattoos könnten bislang "von jeder Person gewerblich eingesetzt werden, ohne dass eine besondere Qualifikation erforderlich ist, obwohl derartige Anwendungen mit erheblichen gesundheitlichen Risiken für die zu behandelnden Personen verbunden sind", sagte eine Ministeriumssprecherin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Diese Regelungslücke solle geschlossen werden. "Denn auch wenn die Laseranwendung aus kosmetischen Gründen erfolgt, ist bei der Durchführung fachärztliche Expertise erforderlich."

Laut einer Umfrage des Forschungsinstituts Aproxima im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) kommt es bei kosmetischen Laserbehandlungen in mehr als jedem sechsten Fall zu bleibenden Nebenwirkungen. Dazu gehören etwa Hell- und Dunkelfärbungen der Haut, aber auch Narben. In rund 40 Prozent der Anwendungen treten vorübergehende Nebenwirkungen auf, etwa Rötungen. 83 Prozent der Befragten gaben an, dass die Laserbehandlung in einer Arztpraxis stattfand.

Bei der Laserbehandlung erhitzt die Strahlung die Farbpartikel unter der Haut und zerstört sie. Vergangenes Jahr wies das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) allerdings darauf hin, dass die bei der Laserbehandlung entstehenden Pigment-Bruchstücke ins Lymphsystem gelangen und im Körper verbleiben können. Und diese Farbstoff-Bruchstücke können giftig oder krebserregend sein.

Zwei bis drei Jahre

Um ein Tattoo zu entfernen, seien ungefähr 15 Behandlungen oder sogar mehr in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren nötig, sagt der Dermatologe Christian Raulin von der Laserklinik Karlsruhe. Pro Sitzung fallen je nach Größe des Tattoos Kosten zwischen 80 und 500 Euro an.

Ob die Tätowierung komplett verschwindet, hängt auch von der Farbgebung ab. Ein in Schwarz oder Rot gehaltenes Tattoo-Teil lässt sich laut Raulin in der Regel gut entfernen, machbar sind auch die Farbtöne Blau und Grün. Anders sieht es bei Gelb, Braun und Violett aus: "Diese Farben wird man in aller Regel nicht wieder los."

Video: Tattoos - Zwischen Knast und Kunst

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wbr/dpa



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