Tränen, jucken, brennen Wenn die Augen zu trocken sind

Bildschirmarbeiter werden besonders häufig von trockenen Augen geplagt, daneben gibt es aber noch eine Reihe weiterer Auslöser. Was hilft? Und wann werden die Beschwerden gefährlich? Der Überblick.

Befeuchtende Tropfen können bei trockenen Augen helfen
Franziska Gabbert/ TMN

Befeuchtende Tropfen können bei trockenen Augen helfen


Die Augen jucken, brennen oder tränen ständig. Wer mit diesen Beschwerden zum Augenarzt geht, bekommt häufig die Diagnose "Sicca-Syndrom" oder schlicht: "Trockenes Auge". Das klingt banal. Doch hinter der simplen Beschreibung verbirgt sich ein komplexes Krankheitsbild, das verschiedene Ursachen haben kann - von zu viel Arbeit am Bildschirm bis zu schweren Erkrankungen. Die wichtigsten Fragen im Überblick.

Was sind die Ursachen eines trockenen Auges?

"Grundsätzlich lassen sich zwei Formen des Trockenen Auges unterscheiden", sagt Gerd Geerling, Direktor der Universitäts-Augenklinik Düsseldorf. "Im ersten Fall ist generell zu wenig Tränenflüssigkeit vorhanden. Im zweiten Fall verdunstet die vorhandene Tränenflüssigkeit zu schnell, weil die Zusammensetzung des Tränenfilms gestört ist."

Häufiger kommt die zweite Variante vor. Sie entsteht, wenn die Drüsen am Lidrand, die Fett für den Tränenfilm produzieren, nicht richtig funktionieren. Wenn auf der Träne keine Fettschicht schwimmt, kann die wässrige Flüssigkeit nicht im Auge gehalten werden und fließt rasch ab. Dabei tränen die Augen häufig, was viele Betroffene irritiert, da es auf den ersten Blick nicht zur Vorstellung von einem trockenen Auge passt.

Bei manchen Betroffenen spielen Umweltfaktoren eine wichtige Rolle. Im englischen Sprachraum kennt man das "Office-Eye-Syndrom" - das "Büro-Auge". Computerarbeit, Heizungsluft, Gebläse von Klimaanlagen und Staub lassen die Augen austrocknen. Hinzu kommen Faktoren, die aus dem Körper heraus entstehen.

"Neben alterungsbedingten Veränderungen vermutet man, dass ein Mangel an männlichen Sexualhormonen die Störung der Lidranddrüsen verursacht", sagt Geerling. Auch Entzündungen an der Augenoberfläche oder Erkrankungen wie Rheuma, Diabetes und Rosazea können für ein Trockenes Auge verantwortlich sein.

Wie gefährlich sind Trockene Augen?

Die möglichen Beschwerden sind vielfältig: Juckreiz, gerötete Lidkanten, morgendliches starkes Brennen oder Krusten auf den Augen, Fremdkörpergefühl, Unverträglichkeit von Kontaktlinsen, Lichtempfindlichkeit und das Gefühl, dass die Augen schnell ermüden. Zusätzlich könne es zu Sehstörungen kommen, erklärt Geerling.

In den meisten Fällen sei ein Trockenes Auge aber nicht gefährlich. Nur sehr selten wird die Augenoberfläche so stark beschädigt, dass die Gefahr einer Erblindung besteht. "Die Erkrankung hat ein breites Spektrum", erklärt der Augenarzt. Die meisten Betroffenen fühlen sich zwar eingeschränkt, weil das Trockene Auge unangenehm ist - "die Veränderungen am Auge sind aber so mild, dass nur Augenärzte sie bei genauerer Untersuchung feststellen können".

Als Lappalie darf man das Trockene Auge trotzdem nicht abtun, warnt Elisabeth Messmer von der Universitäts-Augenklinik München: "Bei einem Trockenen Auge handelt es sich nicht um eine Befindlichkeitsstörung, sondern um eine Erkrankung, die viel mit einer Autoimmunerkrankung gemein hat."

Wie wird ein trockenes Auge behandelt?

Die Behandlung hängt von der genauen Ursache und von der Ausprägung der Symptome ab. Bei leichten Beschwerden reiche es häufig, Tränenersatzmittel in die Augen zu tropfen, so die Augenärztin. Diese Augentropfen sind frei erhältlich, die Kosten werden deswegen nicht von den Krankenkassen übernommen. Wenn die Beschwerden sich nicht bessern oder Sehstörungen auftreten, sollte man zum Augenarzt gehen.

Mit strukturierten Fragebögen und Augenuntersuchungen wird dort geklärt, ob ein Trockenes Auge vorliegt und welche Ursachen infrage kommen. Je nach Schweregrad der Erkrankung schlagen die Ärzte unterschiedliche Maßnahmen vor. Ein einziges Mittel, das die Probleme schnell beseitigt, gibt es nicht. "Die Therapie des Trockenen Auges ist eine Langzeittherapie mit langsamem Wirkungseintritt", sagt Messmer.

Manchen Patienten hilft eine Lidrandpflege. Dabei werden die Lidkanten mit Kompressen erwärmt und im Anschluss mit Wattestäbchen massiert, die zuvor in eine spezielle Lotion getunkt wurden. Wenn die Tränenflüssigkeit zu schnell abfließt, ist es möglich, die Abflusskanäle mit kleinen Silikonpfropfen zu verschließen, um die Flüssigkeit im Auge zu halten.

Außerdem kommen in der Therapie entzündungshemmende Medikamente oder Augentropfen aus Eigenblut zum Einsatz, die allerdings nur von wenigen Zentren produziert und nur nach Absprache von den Krankenkassen bezahlt werden. "Aktuell entwickelt sich sehr viel", erklärt Geerling. Er warnt davor, einfach selbst Mittel auszuprobieren. Alle Maßnahmen sollten mit dem Augenarzt besprochen werden.

Wie lässt sich Trockenen Augen vorbeugen?

Um einem trockenen Auge vorzubeugen, kann der Einzelne durchaus selbst etwas tun. "Man sollte viel Obst und Gemüse essen, viel trinken, nicht rauchen und häufig an der frischen Luft spazieren gehen", rät Georg Eckert, Sprecher des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschland (BVA).

Gerd Geerling ergänzt: "Wer viel am Bildschirm sitzt, kann auch Blinzelübungen machen." Wenn die Augen ab und an mal am Abend etwas brennen, sollten sich Betroffene zudem nicht in die Beschwerden hineinsteigern. In diesem Fall hilft auch Gelassenheit.

Von Caroline Mayer, dpa/irb

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insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
taglöhner 30.03.2017
1. Klassiker
Ich ergänze: Achten Sie auf Zusammenhänge mit der Einstellung der Luftströmung in Ihrem Auto.
calinda.b 31.03.2017
2. Auch gut
Ein kleines Post-It am Bildschirm 'Denk daran zu blinzeln' hilft auch und kostet nix.
charly44 31.03.2017
3.
Was bei mir gegen trockene Augen geholfen hat: tierisches Vitamin A. Also eine Portion Rinderleber, zwei bis dreimal im Monat. Mit Zwiebeln und Apfelscheiben angebroten und ordentlich gewürzt konnte das sogar mich überzeugen. Jahrzehntelage Beschwerden inkl. dunkler Augenringe waren nach kurzer Zeit wie weggeblasen. Heute weiss ich, dass ich wie etwa 20% der Bevölkerung eine Genanormalität aufweise, die praktisch verhindert, dass ich pflanzliches Vitamin A (Beta-Carotin, Provitamin A) in die aktive Form Retinol umwandeln kann. Also wer Beschwerden haben sollte, kann sich ja mal überwinden und alle 10 Tage eine Portion Leber zubereiten.
Jens Mueller 31.03.2017
4. Pollen?
Pollenallergie oder zu trockene Raumluft können auch Auslöser sein. Mit einem Luftbefeuchter lässt sich das ganz gut einstellen.
ub01 31.03.2017
5. Leber essen?
Alle zehn Tage Leber ist ganz schön heftig. Am besten Kalbs- statt Rinderleber. Und Vorsicht: Schwangere sollten aufpassen und nicht zu viel Vitamin A aufnehmen. http://www.kochbar.de/cms/ist-leber-wirklich-gesund-2111816.html
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