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Transplantationen: Deutsche spenden weniger Organe

Aufklärungskampagnen über Organspende verschlingen Millionen - trotzdem spenden die Deutschen immer weniger Organe. Nach SPIEGEL-Informationen sank die Zahl der Organspender im ersten Halbjahr 2013 besonders in Bayern drastisch.

Nierentransplantation: "Ein Spender kann bis zu sieben Patienten retten" Zur Großansicht
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Nierentransplantation: "Ein Spender kann bis zu sieben Patienten retten"

Hamburg - Trotz millionenschwerer Aufklärungskampagnen der Krankenkassen und der Bundesregierung ist das Vertrauen der Bürger in die Organspende nach Informationen des SPIEGEL weiter gesunken.

Für das erste Halbjahr 2013 verzeichnete die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) einen bundesweiten Rückgang der postmortalen Organspender um 18,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Ausschlaggebend war offenbar das Bekanntwerden der Manipulationen bei der Organvergabe in der Uni-Klinik Göttingen.

Am stärksten ist die Spendebereitschaft in Bayern gesunken (minus 36,9 Prozent), wo es an gleich zwei Universitätskliniken zu Unregelmäßigkeiten bei der Verteilung von Transplantationsorganen gekommen war. DSO-Chef Rainer Hess appelliert an die Menschen, sich mit dem Thema zu beschäftigen: "Die Organspende selbst hat nie an Wert verloren: Ein Spender kann bis zu sieben Patienten retten."

Zwar schien es zu Beginn der Aufklärungskampagnen als würden diese sich positiv auf die Spendebereitschaft der Bürger auswirken: Nachdem etwa die Techniker Krankenkasse (TK) ihren Versicherten umfassendes Aufklärungsmaterial über die Organspende geschickt hatte, meldeten sich einige tausend Versicherte mit Fragen an Berater der Kasse. Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wirbt derzeit mit einer Plakatkampagne für die Organspende.

Doch dass das Vertrauen der Deutschen in die Organspende gründlich ruiniert ist, zeichnet sich schon seit Monaten ab. Bereits im vergangenen Jahr meldete die DSO sinkende Spenderzahlen und machte den Skandal um die Vergabe von Spenderorganen dafür verantwortlich.

Nachdem zunächst Manipulationen bei der Vergabe von Lebern in Regensburg und Göttingen bekannt geworden waren, wurden mittlerweile auch aus im Klinikum rechts der Isar an der TU München und in Leipzig Missstände bei der Verteilung von Organen aufgedeckt.

Lesen Sie mehr über die Organspende: "Die Deutschen müssen ihre Haltung ändern" +++ Der verzweifelte Kampf um Organspender +++ Werbung für Organspende scheint zu wirken

dba

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 195 Beiträge
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1. Medien schuld
apfeldroid 15.07.2013
Von den Millionenkampanien der Krankenkassen höre ich nix, dafür von SpOn-Skandalen über pseudo Betrüger und Empörung hoch 10, danke ihr Medien, viele Menschen wird es treffen
2. Fehlende Aufarbeitung - 2 Herzen
bjuv 15.07.2013
in Tagesfrist für den Fürsten von Th u Taxis. Wie kann das sein? Niemand sonst in der BRD hatte das Glück. Aber auf Anfragen: Antwortverweigerung. Ebenso auf Anfragen bei den großen Religionen, ob ihren Mitgliedern die Spende uneingeschränkt erlaubt sei. Eine Religion will dazu nicht antworten. ERGO: Meine Spendebereitschaft liegt solange auf Eis. Auch, da ich an dem Weiterleben des dicht auf der BAB mit Lichthupe auffahrenden kein besonderes Interesse habe.
3. Ist doch kein Wunder
west120 15.07.2013
wurde denn nicht erst letzte Woche gemeldet das in den USA ein für Gehirntot erklärte Frau kurz vor der Organentnahme wieder wundersam erwacht ist. Die Unsicherheiten sind sehr sehr groß und ich vertraue keinem System das bei einer Organverpflanzung nicht wenig Gewinn einfährt. Geld steht über der Moral deshalb werde ich nie und nimmer meine Organe "verschenken" damit ein anderer damit "KASSE" macht.
4. Ich spende auch nicht
ichbinwerichbin 15.07.2013
Zitat von sysopDPAAufklärungskampagnen über Organspende verschlingen Millionen - trotzdem spenden die Deutschen immer weniger Organe. Nach SPIEGEL-Informationen sank die Zahl der Organspender im ersten Halbjahr 2013 besonders in Bayern drastisch. Transplantationen: Deutsche spenden weniger Organe - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/transplantationen-deutsche-spenden-weniger-organe-a-911122.html)
Ich habe meinen Spenderausweis vernichtet und einen neuen mit Ich spende nicht im Geldbeutel. Bevor irgendein Reicher am besten noch ausserhalb von Deutschland meine Organe bekommt, weil er Geld hat, bekommt sie keiner. Wenn nicht sichergestellt ist, dass der Arme genauso berücksichtigt wird, wie der Reiche, ist es aus meiner Sicht gerechter der Reiche wartet genauso wie der Arme. Und da unsere Regierung seit Jahren einen Skandal nach dem anderen durch fehlende Kontrollen (Lebensmittelskandal, Tierfutterskandal, Krankenhaus, Altenheim) mitverursacht hat, habe ich keinerlei Hoffnung, dass sich da was ändert.
5.
Ingmar E. 15.07.2013
Zitat von west120wurde denn nicht erst letzte Woche gemeldet das in den USA ein für Gehirntot erklärte Frau kurz vor der Organentnahme wieder wundersam erwacht ist. Die Unsicherheiten sind sehr sehr groß und ich vertraue keinem System das bei einer Organverpflanzung nicht wenig Gewinn einfährt. Geld steht über der Moral deshalb werde ich nie und nimmer meine Organe "verschenken" damit ein anderer damit "KASSE" macht.
In den USA gilt der Teilhirntod. Bei uns gilt der Ganzhirntod. Ein Patient der nicht selbstständig atmet wenn man das Beatmungsgerät ausschaltet, weil das Gehirn nicht mehr lebt, wird nicht wieder aufwachen. Wenn jemand noch ein Kleinhirn hat und kein Großhirn mehr, dann mag er noch atmen. So jemand würde bei uns nicht für Hirntod erklärt werden. In den USA schon. Das ist ein riesiger Unterschied. Ob man diesen Körper, ohne Großhirn, reduziert aufs sogenannte Reptilienhirn als eine lebende Person betrachten kann, finde ich natürlich auch etwas fraglich, aber diesen Fragen müssen wir uns in Deutschland nicht stellen. Diese Patienten werden so ins Pflegeheim verlegt und dann jahrelang gewendet und gedreht, während sie immer gerade aus schauen. Das ist natürlich eine unglaubliche Form von Wachheit ;). Also wenn man davon liest, dass angeblich Hirntote (konkret Teilhirntote) wieder munter werden, sollte man sich davon nicht zuviel erwarten. Es gibt natürlich noch die Fälle, wo die Ärzte sagen "wir denken der Patient ist hirntod und machen jetzt die entsprechenden Untersuchungen". Falls dann bei der Hirntoddiagnostik rauskommt, dass der Patient noch lebt, oder der Patient später sogar richtig munter wird, denken die Angehörigen dann, dass man sich geirrt hat. War aber in dem Fall nur ein Kommunikationsfehler, aber kein Irrtum.
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