Übergewicht: Zahl der Diabetiker wächst stärker als gedacht

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Übergewicht durch falsche Ernährung: Die Hauptursache für Typ-2-Diabetes könnte durch Präventionsprogramme beeinflusst werden Zur Großansicht
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Übergewicht durch falsche Ernährung: Die Hauptursache für Typ-2-Diabetes könnte durch Präventionsprogramme beeinflusst werden

Die Zuckerkrankheit breitet sich dramatischer aus als erwartet. Im Jahr 2030 wird es in Deutschland 1,5 Millionen mehr Diabetiker zwischen 55 und 74 Jahren geben als heute, berechnen Düsseldorfer Forscher. Viele Fälle ließen sich mit Sport und gesunder Ernährung verhindern.

Diabetes ist ein Problem. Nicht nur für den einzelnen Patienten, dessen Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenversagen rapide steigt, sondern auch für die gesamte Gesellschaft. Schon heute leben mehr als viereinhalb Millionen Deutsche mit der Zuckerkrankheit. Dass die Zahl der Diabetiker weiter steigen wird, gilt seit langem als sicher. Neue Berechnungen des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) in Düsseldorf zeigen allerdings, dass der Zuwachs noch stärker sein wird, als bisher befürchtet.

Bis im Jahr 2030 werden nach den aktuellen Schätzungen in Deutschland alleine in der Altersklasse der 55- bis 74-Jährigen 3,9 Millionen Menschen mit Typ-2-Diabetes leben, berichten der Mathematiker Ralph Brinks und seine Kollegen vom DDZ an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf im European Journal of Epidemiology. Das wären 1,5 Millionen Zuckerkranke mehr als 2010, die an der vor allem vom Körpergewicht beeinflussten, häufigeren Diabetesart leiden. Den stärksten Zuwachs an Patienten erwarten die Wissenschaftler mit mehr als einer Million Betroffenen bei den Männern, bei Frauen wird die Zahl um mehr als eine halbe Million Diabetikerinnen ansteigen.

Anders als Typ-1-Diabetes könnte Typ-2-Diabetes durch Vorsorgemaßnahmen wenigstens bei einem Teil der Betroffenen verhindert werden: Würde jede zweite diabetesgefährdete Person in der Altersgruppe ihren Lebensstil ändern, sich also vor allem anders ernähren und mehr bewegen, könnten bis 2030 gut 350.000 Diabetesfälle verhindert werden, berechneten die DDZ-Forscher.

Die Studie im Detail
Ziel der Studie
Die Forscher des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) wollten schätzen, wie viele Menschen zwischen 55 und 74 Jahren mit Typ-2-Diabetes es bis 2040 in Deutschland gibt. Außerdem berechneten sie den Effekt, den Präventionsmaßnahmen für Risikopatienten erzielen könnten.
Methode
Mithilfe statistischer Modelle berechneten die Wissenschaftler geschätzte Zahlen der Diabetesprävalenz bis im Jahr 2040. Die Prävalenz beschreibt die Zahl der menschen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt an einer Krankheit erkrankt sind. Die Düsseldorfer Mathematiker berücksichtigten in ihrem Modell auch die Migration aus und nach Deutschland. Zahlen zu Neuerkrankungen (Inzidenz) und Prävalenz bekamen die Wissenschaftler vom Statistischen Bundesamt. Bei der Berechnung der Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen rechneten die DDZ-Forscher ein, dass solche Programme möglicherweise nicht so erfolgreich sein könnten wie das für die Schätzungen verwendete finnische Vorbild, das Finnish Diabetes Prevention Program.
Ergebnisse
Das Referenzjahr für alle Ergebnisse ist 2010. Bis 2030 steigt nach den Berechnungen die Zahl der Diabetespatienten im Alter von 55 bis 74 Jahren bei Männern und Frauen kontinuierlich an, anschließend fällt die Zahl bis 2040 ab. In diesem Jahr endet die Prognose der Forscher.

Von 2010 2,4 Millionen Diabetikern steigt die Zahl der Betroffenen bei den Männern um 989.000 (plus 79 Prozent) und bei den Frauen um 521.000 (plus 47 Prozent). Insgesamt ergibt das eine Zunahme von 1,5 Millionen Pateinten (plus 64 Prozent). Bis 2040 fällt die Zahl der Erkrankten etwas ab, verglichen mit 2010 sind es dann noch um etwa 950.000 Patienten mehr (plus 40 Prozent). Die höchste Zahl an Diabetikern in der untersuchten Altersgruppe gibt es nach den Schätzungen zwischen 2030 und 2035.

Bei der Suche nach den Gründen fiel den Wissenschaftlern auf, dass die demographische Entwicklung nur einen Teil der Zunahme erklären kann: 23 Prozent der Steigerung werden vom Altern der Bevölkerung verursacht. Die restlichen 77 Prozent kommen von der erhöhten Prävalenz, also der steigenden Zahl an Erkrankten. Bei der Berechnung der Auswirkungen der Migration von und nach Deutschland stellten die Forscher fest, dass diese nur etwa vier Prozent der Zunahme der Diabetesfälle erklären könnte. Verantwortlich ist dagegen ganz überwiegend die Zahl der Neuerkrankungen.

Schließlich berechneten die DDZ-Forscher, wieviele Diabetesfälle Präventionsprogramme verhindern könnten. Nähmen 30 Porzent der gefährdeten Menschen an einem solchen Programm teil, könnten bis 2040 130.000 Männer und 90.000 Frauen die Zuckerkrankheit verhindern, so das Ergebnis. Gelänge es sogar, die Hälfte der Gefährdeten zu motivieren, gäbe es bis 2040 insgesamt 350.000 Diabetespatienten weniger in der Altersgruppe.
Schwächen der Studie
Die Wissenschaftler des DDZ beschreiben selbst mehrere Schwachpunkte, die statistisch berechnete Schätzwerte mit sich bringen. Der erste Kritikpunkt ist, dass nur Menschen zwischen 55 und 74 Jahren untersucht wurden. Das ist problematisch, weil die Spitze der Diabeteshäufigkeit in einer Altersgruppe bei den 80-jährigen Menschen vermutet wird, so wie es im Nachbarland Dänemark der Fall ist.

Die Forscher gingen für ihre Berechnungen dafür aus, dass Menschen, die nach Deutschland migrieren, ähnlich häufig an Diabetes erkrankt sind, wie Menschen, die bereits in Deutschland leben. Das vereinfacht zwar die Berechnung, entspricht aber unter Umständen nicht der Realität.

Die den Berechnungen zugrundeliegenden Daten sind von gemischter Qualität. Während die Prävalenzzahlen Schätzungen aus ganz Deutschland sind, standen für die Inzidenzen nur regionale Zahlen zur Verfügung.

Die komplizierten statistischen Modelle, mit deren Hilfe die wahrscheinlichen Zahlen der noch erkrankenden Personen berechnet werden, vereinfachen notgedrungen die Realität - das führt aber auch zu Abweichungen.
Eine aktuelle Prognose der International Diabetes Federation (IDF) geht bisher von einer Zunahme um 580.000 Patienten bis 2030 aus, allerdings in allen Altersklassen zusammen. Nach diesen Zahlen wären 2030 5,6 Millionen Deutsche von der Zuckerkrankheit betroffen. Schon heute sind es mehr als 4,5 Millionen Patienten, wie die im Juni vorgestellte Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS) zeigt. Die jetzt präsentierten Zahlen von 1,5 Millionen mehr Diabetikern dagegen beschränken sich auf die Altersklasse der 55- bis 74-Jährigen, da für die anderen Altersgruppen statistisch verlässliche Daten fehlen.

Die älter werdende Gesellschaft erklärt Zahlen nicht

"Die geburtenstarken Jahrgänge kommen jetzt in das Alter, in dem Diabetes relevant wird. Es ist nicht überraschend, dass die Zahl der Diabetiker zunimmt", sagt Studienautor Ralph Brinks vom DDZ in Düsseldorf zu SPIEGEL ONLINE. "Allerdings kommen mehr als zwei Drittel der berechneten 1,5 Millionen zusätzlichen Zuckerkranken nicht von diesem demografischen Effekt." Im Umkehrschluss bedeutet dies, wenigstens ein Teil dieser Diabetesfälle könnte sich noch verhindern lassen, wenn die Hauptursachen für die Zuckerkrankheit bekämpft würden: Übergewicht und mangelnde Bewegung.

Dass Präventionsprogramme wirken können, zeigt eine Studie aus Finnland: Dort bekamen übergewichtige Menschen, die ein erhöhtes Diabetesrisiko hatten, Maßnahmen zum Schutz vor Diabetes angeboten. Tatsächlich konnte das Diabetes-Risiko der Personen, deren Körper den Blutzucker Glucose bereits nicht mehr richtig aus dem Blut in die Zellen bringen konnte, gesenkt werden. DDZ-Forscher Brinks und seine Kollegen berechnen für Deutschland, dass sich 210.000 gefährdete Männer und 160.000 Frauen vor der Zuckerkrankheit schützen könnten, wenn die Hälfte der Gefährdeten an einem Präventionsprogramm nach finnischem Vorbild teilnähmen.

"Das finnische Programm ist eine Mischung aus Ernährungsumstellung, wiederkehrender Ernährungsberatung und einem Fitnessprogramm", sagt DDZ-Forscher Brinks. "Das wäre auch auf Deutschland übertragbar, wobei die Frage ist, wie viele Menschen wirklich mitmachen. Wichtig wäre, die Hochrisikopatienten zu erreichen." Zwar sind die aktuellen Schätzungen, die auf statistischen Berechnungen beruhen, fehleranfällig. Allerdings legt Brinks sich trotz aller mathematischen Unsicherheiten fest: "Wenn es keine Präventionsmaßnahmen gibt, dann werden es sicher nicht weniger Diabetiker."

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1.
fancyfrog 17.08.2012
Zitat von sysopCorbisDie Zuckerkrankheit breitet sich dramatischer aus, als erwartet. Im Jahr 2030 wird es in Deutschland 1,5 Millionen mehr Diabetiker zwischen 55 und 74 Jahren geben als heute, berechnen Düsseldorfer Forscher. Viele Fälle ließen sich mit Sport und gesunder Ernährung verhindern. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/0,1518,850545,00.html
Meine Eltern hatten beide Diabetes. Ebenso mein Grossvater muetterlicherseits sowie eine Tante. Also hohes Risiko fuer mich. Anfang letzten Jahres wog ich, 45j, 105kg, also weiter erhoehtes Risiko. Ich habe meinen Job aufgegeben, mein Leben umgestellt und mit viel Sport 35kg abgenommen. Man liest oft als Empfehlung fuer eine gesundheitsfoerdernde Bewegung 2.5h/Woche. Allein heute bin ich knapp ueber 3h Fahrrad gefahren, 68km, 22.16km/h. Ich verbrauche pro Tag im Schnitt 1000kcal durch Sport, in manchen Wochen bis zu 1400kcal/Tag. Ich fuehle mich gut und hoffe, den Diabetes endgueltig abgewehrt zu haben. Allerdings - wenn ich einer Berufstaetigkeit nachginge, haette ich natuerlich fuer den Sport entscheidend weniger Zeit und Energie. Insofern frage ich mich, was die Mehrheit der Diabetesgefaehrdeten im heutigen Berufsklima wirklich tun koennen, um ihr Risiko zu reduzieren. Nicht allzuviel, fuerchte ich.
2.
fagus 17.08.2012
Man muß keine drei Stunden Sport täglich machen. Zumindest nicht, wenn man nicht zuviel in sich hineinstopft. Dann klappt es auch mit dem Gewicht von alleine. Finger weg von überzuckertem Industriekram und das Essen selber zubereiten. In meinem Haushalt existiert kein Zucker als Zutat, weder Kristall- noch Trauben- noch Sonstwaszucker. Wenn ich dann gelegentlich mal einen Industriejoghurt oder sowas esse, schmeckt das einfach unangenehm - nach Chemie und Zucker. Bei konsequentem Verzicht auf Fertigprodukte stellt sich der Geschmackssinn sehr schnell wieder auf "natürlich" um. Aber selber Kochen macht halt auch Arbeit - wenn auch nur 20 Minuten pro Mahlzeit (im Schnitt).
3. .. trügerische Statistik ..?
Mephisto27 17.08.2012
Zitat von sysopCorbisDie Zuckerkrankheit breitet sich dramatischer aus, als erwartet. Im Jahr 2030 wird es in Deutschland 1,5 Millionen mehr Diabetiker zwischen 55 und 74 Jahren geben als heute, berechnen Düsseldorfer Forscher. Viele Fälle ließen sich mit Sport und gesunder Ernährung verhindern. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/0,1518,850545,00.html
Vergleicht man die Zahl der Diabetiker zwischen 55 und 74 von heute mit 2030, dann sollte man die 1,5 Millionen auch in Relation zur demoskopischen Verschiebung setzen. Gibt es heute ca. 20 Millionen in dem Alter, so sind es 2030 vielleicht 30e06 - Dann fällt die ganz Studie in sich zusammen. - Trotzem: Nicht so viel Süßes! :)
4. Die älter werdende Gesellschaft erklärt Zahlen nicht
fragel 17.08.2012
Nein , denn das ist auch nicht die Ursache. Die gesunder Ernährung verhindern, dem stimme ich zu, weg mit den Konservierungsmitteln , her mit genauen Inhaltsangaben auf Lebensmittelverpackungen . Solange sich da nichts ändert , wird die Zahl der Zuckerkranken steigen. Falschwerbung für Süssigkeiten , bei der Milch als gesund bezeichnet wird , aber die Zuckermenge verschwiegen wird , darf es nicht geben. alle Stoffen die Gesundheitsgefährdent sind , müssen rot Markiert werden und auch deren Menge auf der verpackung stehen. Das fordert das Volk , die geschmierten Politiker verweigern das aber.
5.
BlakesWort 17.08.2012
In den USA sehen die Zahlen noch dramatischer aus. Bis 2030 werden 50 Prozent der Bevölkerung unter Diabetis leiden. Die ständige Überernährung mit Kohlenhydraten wird der größte Killer der Zukunft werden. Die Menschen fressen sich zu tode.
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Zum Autor
  • Dennis Ballwieser ist Arzt. In München machte er Narkose, in Hamburg schreibt er über Medizin. Er ist Redakteur im Ressort Gesundheit bei SPIEGEL ONLINE.


Diabetes mellitus
Honigsüßer Durchfluss
Der Diabetes mellitus (wörtlich aus dem Griechischen: "honigsüßer Durchfluss"), umgangssprachlich Zuckerkrankheit genannt, ist eine chronische Stoffwechselstörung. Der Name bezieht sich auf den zuckerhaltigen Urin, an dessen Süße die Krankheit in der Antike erkannt wurde. Heute gilt Diabetes als Überbegriff für verschiedene Krankheitsbilder, die durch zu hohe Blutzuckerwerte, die Hyperglykämie, gekennzeichnet sind. Der Grund dafür ist, dass Traubenzucker (Glukose) wegen eines Insulinmangels nicht mehr in die Zellen aufgenommen werden kann und sich im Blut anreichert.
Typ-1-Diabetes
Beim Typ-1-Diabetes, von dem fünf bis zehn Prozent aller Zuckerkranken betroffen sind, zerstört das Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Die Symptome des fortschreitenden Insulinmangels beginnen meist in der Kindheit oder der Jugend: Die Blutzuckerkonzentration steigt extrem an, es kommt zu starkem Wasser- und Nährstoffverlust, was ständigen Durst und häufiges Erbrechen zur Folge hat. Auch eine schnelle Gewichtsabnahme gehört zu den Symptomen. Als Therapie müssen die Diabetiker sich Insulin selbst spritzen. Als Ursache von Typ-1-Diabetes werden genetische Veränderungen vermutet.
Typ-2-Diabetes
Der Typ-2-Diabetes wurde früher als Altersdiabetes bezeichnet. Im Zuge wachsender Zahlen übergewichtiger Menschen insbesondere in den Industrieländern erkranken aber immer öfter auch junge Menschen und inzwischen sogar Kinder am Typ-2-Diabetes. Falsche Ernährung gilt als die Hauptursache der Krankheit: Die großen Mengen von Zucker, die dem Körper zugeführt werden, kann die Bauchspeicheldrüse in jungen Jahren noch durch eine verstärkte Insulinproduktion wettmachen. Im Laufe der Zeit versiegt aber die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse und auch die Zellen werden unempfindlicher für das Insulin, sodass die Glukose immer schlechter abgebaut wird und sich im Blut anreichert.

Im Unterschied zum Typ 1 gibt es beim Typ-2-Diabetes lange keine eindeutigen Symptome wie etwa verstärktes Wasserlassen oder Durstgefühl, sondern eher unspezifische Anzeichen wie ein ständiges Hungergefühl, Gewichtszunahme, Niedergeschlagenheit und Müdigkeit. Typ-2-Diabetes kann anfangs durch gesündere Ernährung, mehr Bewegung und Abnehmen bekämpft werden. Gelingt das nicht, sind später Medikamente zur Regulierung des Blutzuckers und auch eine Insulintherapie notwendig.
Verbreitung
Diabetes gehört schon heute zu den größten Volkskrankheiten und wird sich in den kommenden Jahren voraussichtlich dramatisch ausbreiten. Schätzungen zufolge gibt es weltweit mehr als 150 Millionen Zuckerkranke, Tendenz stark steigend.

In Deutschland lebten laut Einschätzungen der DEGS Gesundheitsstudie des Robert Koch-Instituts 7,2 Prozent der Bevölkerung zwischen 18 und 79 Jahren mit Diabetes, demnach sind 4,6 Millionen Personen betroffen. Bei den 70- bis 79-Jährigen ist mehr als jeder Fünfte an Diabetes erkrankt (21,9 Prozent). Die Zahl der Erkrankungen ist zwischen 1997 und 2010 um 38 Prozent angestiegen, davon sind nur 14 Prozent durch die Alterung der Bevölkerung zu erklären.