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Umfrage: Ein Drittel der Deutschen will im Hospiz sterben

Der letzte Gefallen: Nur 18 Prozent der Deutschen wünschen sich beim Tod eine seelsorgerische oder spirituelle Begleitung Zur Großansicht
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Der letzte Gefallen: Nur 18 Prozent der Deutschen wünschen sich beim Tod eine seelsorgerische oder spirituelle Begleitung

Wie wollen die Deutschen sterben? Die Mehrheit wünscht sich laut einer Umfrage, im Moment des Todes nicht allein zu sein, die meisten möchten vom Lebenspartner begleitet werden. Fast jeder Dritte bevorzugt einen Tod im Hospiz.

Berlin - Mit dem Alter kommen auch die konkreten Gedanken über den eigenen Tod. Fast jeder Dritte (27 Prozent) in Deutschland will in einem Hospiz sterben. Das geht aus einer repräsentativen Studie der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege hervor. Übertroffen wird diese Angabe nur von denjenigen, die zu Hause sterben wollen - das möchte rund jeder Zweite (49 Prozent).

Die große Mehrheit wünscht sich außerdem, nicht allein zu sterben. Von denjenigen, die selbst schon einmal Erfahrung mit der Pflege oder Sterbebegleitung eines Angehörigen gemacht haben, würden 70 Prozent gerne begleitet aus dem Leben gehen. Von den Befragten ohne diese Erfahrung möchten das 56 Prozent.

Der Lebenspartner (82 Prozent) und Familienangehörige (70 Prozent) sind die bevorzugten Begleitpersonen. Immerhin jeder Vierte (25 Prozent) gab an, sich auch von einer professionellen Pflegekraft begleiten zu lassen. Eine seelsorgerische oder spirituelle Begleitung wie einen Pfarrer würden nur 18 Prozent in Betracht ziehen.

Sorgen über Schmerzen am Lebensende

Das wichtigste für die Versorgung am Lebensende ist für die Mehrheit der Befragten (86 Prozent), dass körperlich belastende Symptome wie Schmerzen, Luftnot oder Übelkeit so gut wie irgend möglich gelindert werden. 63 Prozent ist es sehr wichtig, dass Hilfsmittel und Medizinprodukte verfügbar sind, damit sie bis zuletzt zu Hause bleiben können.

Schmerzen am Lebensende sind die größte Sorge, die mit dem Sterben einhergeht: 78 Prozent der Befragten haben große Befürchtungen, mit Schmerzen oder anderen sehr belastenden Symptomen zu sterben. 57 Prozent macht es Angst, Menschen allein zurückzulassen.

Wer schon einmal einen Sterbenden gepflegt oder begleitet hat, schätzt die Versorgung etwa durch Ärzte, Pflegekräfte oder das soziale Umfeld recht positiv ein: 72 Prozent sagten, die Versorgung sei eher gut oder sogar sehr gut. Insgesamt gaben 42 Prozent der Befragten an, bereits eine sterbende Person gepflegt beziehungsweise beim Sterben begleitet zu haben oder dies derzeit zu tun. Für die Untersuchung befragte das Institut Forsa 1007 Personen ab 18 Jahren.

cib/irb/dpa

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insgesamt 22 Beiträge
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1. alleine sterben wollen sie nicht...
cruiserxl 18.02.2014
...aber Kinder bekommen geht dann doch zu weit...?!?...entschuldigen hat nicht direkt was damit zu tun ;o) oder doch?
2.
THINK 18.02.2014
Zitat von sysopTMNWie wollen die Deutschen sterben? Die Mehrheit wünscht sich laut einer Umfrage, im Moment des Todes nicht allein zu sein, die meisten möchten vom Lebenspartner begleitet werden. Fast jeder Dritte bevorzugt einen Tod im Hospiz. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/umfrage-die-meisten-deutschen-wollen-nicht-allein-und-daheim-sterben-a-954209.html
Dann gehöre ich also zur Mehrheit, die nicht in einem Hospiz sterben wollen. Nach Möglichkeit möchte ich überhaupt nicht sterben oder wenn, frühestens in 150 Jahren und dann möchte ich nicht dabei sein.
3. In Zeiten der Cholera und Pest
"Armenhaus" 18.02.2014
In Zeiten der Cholera und Pest ( Europa, die EU und der Euro ..:) ) wird ( natürlich) in Deutschland über das vorzeitige ("sozialverträgliche") Ableben sinniert ... - Nicht die Schmerzen werden den Tod begleiten; Sondern Armut; Hunger und Verzweiflung ..- Danke !
4. Ich persönlich würde lieber entscheiden
static2206 18.02.2014
wann ich sterbe, anstatt wo. Wie beatmetes Gemüse oder zuschauen wie einen eine unheilbare Krankheit langsam dahinrafft. Nein danke, dann lieber die letzten Tage mit Kraft und Energie nutzen und wenn der Körper dann anfängt schlapp zu machen, friedlich abtreten.
5.
aquarelle 18.02.2014
Zitat von sysopTMNWie wollen die Deutschen sterben? Die Mehrheit wünscht sich laut einer Umfrage, im Moment des Todes nicht allein zu sein, die meisten möchten vom Lebenspartner begleitet werden. Fast jeder Dritte bevorzugt einen Tod im Hospiz. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/umfrage-die-meisten-deutschen-wollen-nicht-allein-und-daheim-sterben-a-954209.html
Als wenn es so einfach waere. Natuerlich moechte jeder in greisem Alter friedlich Zuhause umringt von Familie ins Jenseits eintreten. Dies ist aber bei den wenigsten der Fall. Viele sterben vorher einen unscheonen Unfalltod oder leiden Monate wenn nicht sogar Jahre an einer toedlichen Krankheit. Letzten Monat verstarb mein Onkel. Ploetzlich und voellig allein. Hatte er sich sicher auch anders vorgestellt aber das Leben bzw. der Tod sind nun einmal kein Wunschkonzert.
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