Creutzfeldt-Jakob-Krankheit Mann stirbt nach Verzehr von Eichhörnchenhirn

In New York ist ein Hobbyjäger an der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit gestorben. Seine Ärzte vermuten, dass er sich beim Essen von Eichhörnchenhirn mit der tödlichen Krankheit infiziert hat.

Eichhörnchen in den USA (Symbolbild)
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Eichhörnchen in den USA (Symbolbild)


Ein Mann in den USA ist nach dem Verzehr von Eichhörnchenhirn an der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) gestorben. Das meldete die Nachrichtenseite "Live Science", nachdem Ärzte auf einer Konferenz über den Fall berichtet hatten.

Bekannt geworden war die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit zunächst, nachdem in Großbritannien viele Menschen Fleisch von Kühen mit Rinderwahnsinn (BSE) gegessen hatten. Die Erreger der tödlichen Krankheit zerstören das Gehirn, das sich dann schwammartig auflöst. Bislang sind nur ein paar Hundert Fälle dieser Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit bekannt, die meisten im Zusammenhang mit BSE. In Deutschland ist bislang kein Fall von vCJK aufgetreten.

Dem Bericht zufolge war der Mann bereits 2015 ins Krankenhaus im US-Bundesstaat New York gekommen, weil er unter Konzentrationsschwierigkeiten litt, den Bezug zur Realität verlor und nicht mehr selbstständig gehen konnte. Auf Hirnscans glich die Struktur seines Gehirns der anderer Patienten mit Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, wie die Ärzte des Gesundheitsversorgers Rochester Regional Health berichten.

Tod nach fünf Monaten

Einen Tag nach der Ankunft im Krankenhaus dokumentierten die Ärzte den Verdacht auf Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, 16 Tage später bestätigte eine Untersuchung der Hirnflüssigkeit die Diagnose. Letztendlich kann jedoch nur eine Hirnuntersuchung nach dem Tod die Erkrankung zu 100 Prozent belegen.

Bei dem Mann ist bislang nicht bekannt, ob eine solche Autopsie durchgeführt wurde. Die Tests sind jedoch extrem unüblich - in den USA gibt es nur vier so bestätigte Fälle.

Aufgrund von Hinweisen der Familie gehen die Mediziner jedoch davon aus, dass sich der Mann beim Verzehr von Eichhörnchenhirn mit der Krankheit infiziert hat. Auch das berichteten sie auf der wissenschaftlichen Tagung.

Es gibt keine Therapie

Der 61-Jährige habe es geliebt, zu jagen, und auch das Gehirn von Eichhörnchen gegessen, so die Mediziner. Unklar ist jedoch, ob er das komplette Eichhörnchenhirn gegessen hat oder nur Fleisch, das mit Teilen des Gehirns kontaminiert war.

Der 61-Jährige starb fünf Monate nach seiner Ankunft im Krankenhaus, wie aus einer Tabelle der behandelnden Ärzte hervorgeht. Da die Krankheit schnell fortschreitet, überleben die meisten Betroffenen nicht einmal das erste Jahr. Bis heute fehlen Therapien, die die Betroffenen heilen können.

Der Fall wurde erst jetzt bekannt, weil Mitarbeiter des Gesundheitssystems mehrere Creutzfeldt-Jakob-Erkrankungen aus den vergangenen Jahren analysiert und die Ergebnisse - etwa zur Dauer bis zur Diagnose - veröffentlicht hatten.

irb/dpa

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