Opioide in den USA Drogenepidemie breitet sich rasant aus

In den USA müssen Notärzte immer mehr Menschen mit einer Opioid-Überdosis versorgen. Zuletzt stieg die Zahl der Einlieferungen um 30 Prozent, Zehntausende Menschen starben.

Drogennutzerin in New York
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Drogennutzerin in New York


Die Heroin- und Opioid-Epidemie in den USA verschärft sich: Zwischen Juli 2016 und September 2017 ist die Zahl der Krankenhaus-Einlieferungen wegen einer Überdosis an Drogen wie Heroin, Fentanyl und verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln um 30 Prozent in die Höhe geschnellt, wie die US-Gesundheitsbehörde CDC am Dienstag mitteilte.

"Wir stehen vor der Herausforderung, mit dieser sich rasant ausbreitenden Epidemie Schritt zu halten", erklärte die geschäftsführende CDC-Chefin, Anne Schuchat. Neben der illegalen Droge Heroin gehen viele Fälle auf verschreibungspflichtige Opioide zurück, die als Betäubungs- und Schmerzmedikamente eingesetzt werden.

Das Problem: Viele der heute Betroffenen sind infolge der Einnahme von verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln in die Abhängigkeit gerutscht. Seit den Neunzigerjahren wurden die Medikamente in den USA sehr großzügig verordnet. Studien hatten die Suchtgefahr der Mittel massiv unterschätzt.

Im Video: Wie Heroin eine amerikanische Familie zerstörte

Erika Artman

Laut CDC kamen zwischen Juli 2016 und September 2017 insgesamt 142.557 Menschen mit einer mutmaßlichen Opioid-Überdosis in die Notaufnahme eines Krankenhauses.

Insgesamt starben in den USA 2016 mehr als 42.000 Menschen an den Folgen einer Opioid-Einnahme - mehr als je zuvor. In mehr als 40 Prozent dieser Todesfälle hat es der CDC zufolge einen Zusammenhang mit einem verschreibungspflichtigen Opioid gegeben.

Von der Zunahme betroffen sind laut CDC-Chefin Anne Schuchat Männer gleichermaßen wie Frauen sowie alle Altersgruppen. Besonders groß ist das Problem dem Bericht zufolge im Mittleren Westen, wo zwischen Juli 2016 und September 2017 eine Zunahme der Opioid-Überdosen um 70 Prozent gemeldet wurde. Ein weiterer Brennpunkt sind Großstädte: In 16 Bundesstaaten ist die Zahl der Betroffenen dort um 54 Prozent angestiegen.

US-Präsident Donald Trump hatte angesichts des gravierenden Heroin- und Opioidmissbrauchs im Oktober einen nationalen Gesundheitsnotstand verhängt. Es handele sich um die schlimmste Drogenkrise in der amerikanischen Geschichte, sagte Trump im Weißen Haus in Washington.

irb/AFP/dpa



insgesamt 65 Beiträge
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road_warrior 07.03.2018
1. Logisch!
Zitat: "Studien hatten die Suchtgefahr der Mittel massiv unterschätzt.". Logisch, oder? Wer wohl die Studien bezahlt hat? Man sehe sich nur mal die Grafiken in der NYT dazu an: https://www.nytimes.com/interactive/2017/09/02/upshot/fentanyl-drug-overdose-deaths.html
sikasuu 07.03.2018
2. Wenn Schmerzmittel & Drogen billiger sind als die Krankenversicherung
... und auch viel einfacher zu bekommen, sind solche Effekte kein Wunder. Wer sich keine Behandlung leisten kann, Krankschreiben & zu Hause bleiben geht auch nicht, fährt halt Schmerzmittel oder schlimmeres ein, wenn es mal schlimm wird & er weiter arbeiten muss, weil es sonst aus der Wohnung fliegt, den Job verliert usw. . Das das Zeug dann abhängig macht, die Dosis immer größer werden muss..... wer weis das nicht, aber in der "sozialen U-SA" hat man/Frau wohl keine große Wahl, wenn man nicht zu den Wohlhabenden 1-2 % gehört. Dar Wort "unfair" hat DT ja für die Außen-&Wirtschaftspolitik reserviert! Sind aber wohl erwartbare Kollateralschäden der auch so "schlimmen Gesundheitsreform" Obamas. Wenn DT gedurft hätte wäre das alles besser, bestimmt nicht passiert. Ein, zwei Polizisten vor jeder Apotheke würde wohl auch, wie vor jeder Schule, das Problem ganz schnell lösen, wenn Geld dafür da sein würde :-((. Aber Steuerrefom Gesundheitswesen, da muss man sich entscheiden!
johankaiser 07.03.2018
3. Deomnkratisches Problem
DT hat nur ein Problem seiner Vorgänger geerbt. Irgendein 'Forscher' hat Zusammenhänge gefunden dass Opiathaltige Schmerzmittel nich zu häufigeren Folgeproblemen, z.B Sucht, führen. Das wurde publiziert, als 'wahr' befunden und schon hat ein Pharma-Unternehmen mit massiven Werbe-Etat entsprechende opiumhaltige Schmerzmittel agrgesiv vermarktet. Die Ärzte, den Versprechungen der Pharma-Vertreter vertrauenend, als auch empfänglich für Rabatte,?, habe diese Mittel sehr gerne verschrieben so dass viele normale Menschen auf Opium gebracht wurden. Na, irgendwann wurde diese Praxis eingestellt bzw die Kosten der süchtig machenden Schmerzmittel wurden zu hoch und, Zufall oder Nicht, der illegale Drogenmarkt stand bereit nicht nur die Junkie-Party-Szene zu beliefern, nein auch die armen normalen Hamster die sich für ihre Familien abrackerten standen als weitere Kundengruppe bereit. Das hat Donald Trump nur geerbt, und zwar von seinen humanen demkrotaschen Vorgängern, den Obamas und Clintons, die habens wohl auch geerbt, von den guten Republikanern. Aber schön dass die wahren Schuldigen in den Berichten kaum genannt werden, so werden die Opfer nur missbraucht um politisch gegen DT Stimmung machen zu können. Und da demonstieren keine unschuldigen jungen Schüler wenn 10.000de pro Jahr an Drogen verrecken die unter DT Vorgänger-Regirungen über Arzt-Praxen auf Krankenversicherungskosten zum Junki wurden.
brux 07.03.2018
4. Trump
Das Problem soll ja bekanntlich von Trumps Schwiegersohn gelöst werden. Der Mann ist auch für die Lösung des Palästina-Konflikts zuständig. Ein echtes Genie. Leider hört man sehr wenig von ihm.
ktomy69 07.03.2018
5. Kapitalismus versus Sozialstaat
Bei uns in Europa stimmt vieles nicht aber an den USA kann man die Nebenwirkungen des ungezügelten Kapitalismus gut erkennen. Die durch den mit Foristen sikasuu beschriebene Zustände, habe ich in den USA selbst gesehen und zwar in der Mittelschicht.
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