Vorsorge berechnen: Diese Untersuchungen zahlt Ihre Krankenkasse

Zahnarzt mit Zahnprothese: Vorsorgeuntersuchungen beginnen mit der Geburt Zur Großansicht
DPA

Zahnarzt mit Zahnprothese: Vorsorgeuntersuchungen beginnen mit der Geburt

Vom ersten Lebenstag an stehen gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland Früherkennungsuntersuchungen zu. Mit dem Vorsorgerechner finden Sie schnell heraus, auf welche Tests Sie wann einen Anspruch haben.

Vorsorge

Diese Untersuchungen zahlt die Krankenkasse:

Je früher man eine Krankheit erkennt, desto besser lässt sie sich in der Regel behandeln. Das gilt besonders bei Krebs, denn fast alle Arten sind nur heilbar, solange der Tumor noch keine Metastasen streut. Vor allem chronische Krankheiten wie Diabetes, die hohe Kosten verursachen, will man möglichst früh entdecken. Deshalb bezahlt die gesetzliche Krankenversicherung vom ersten Lebenstag an unterschiedliche Früherkennungsuntersuchungen.

Die meisten Untersuchungen führen Ärzte durch, die man sowieso regelmäßig aufsucht: Kinderarzt, Hausarzt und Frauenarzt. Jede Krankenkasse weist ihre Versicherten einmal jährlich auf die anstehenden Früherkennungsmaßnahmen hin. Geht man regelmäßig zu den angebotenen Untersuchungen, kann die Kasse das mit einem Bonus honorieren.

Niemand ist verpflichtet, zu einer Früherkennungsuntersuchung zu gehen. Allerdings gibt es mittlerweile eine Beratungspflicht: Wer sich nicht vom Arzt über die angebotenen Untersuchungen aufklären lässt, dem drohen höhere Zuzahlungen bei einer tatsächlichen chronischen Krankheit. Momentan gilt diese sogenannte Chronikerregelung für die Untersuchungen auf Gebärmutterhalskrebs, das Mammografie-Screening für Brustkrebs und die Darmkrebs-Früherkennung.

So laufen die Vorsorgeuntersuchungen ab

Zu allen Früherkennungsuntersuchungen gehört eine gezielte Anamnese, also das Gespräch des Arztes mit dem Patienten über seine gesundheitliche Vergangenheit. Den Arzt interessiert, ob sich etwas verändert hat oder neue Beschwerden aufgetreten sind. Er untersucht den Patienten und erklärt anschließend, was das Untersuchungsergebnis bedeutet.

Vorsorgeuntersuchungen bieten immer nur einen Anhaltspunkt. Zeigt der Test keine Krankheit an, schützt das nicht davor, später im Leben daran zu erkranken. Fällt ein Test dagegen positiv aus, besteht immer nur ein Verdacht. Dann sind genaue Untersuchungen notwendig, um herauszufinden, ob der Patient tatsächlich krank ist.

Unabhängig von Vorsorgeterminen sollten Sie immer aufmerksam bleiben, falls sich an Ihrem Körper etwas verändert. Wenn Sie bei sich Veränderungen feststellen, dann ist ein Arzt der richtige Ansprechpartner.

dba

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Gesundheit
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Diagnose & Therapie
RSS
alles zum Thema Gesundheitsvorsorge
RSS

© SPIEGEL ONLINE
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Zur Startseite
Wichtige Fachbegriffe erklärt
Vorsorge: Primärprävention
Was der Volksmund Vorsorge-Untersuchungen nennt, sind eigentlich Untersuchungen zur Früherkennung. Mediziner sprechen dann von Vorsorge, wenn eine Krankheit verhindert werden soll.

Ein Beispiel für die Vorsorgeuntersuchung ist der Gesundheits-Checkup für Frauen und Männer ab 35 Jahren. Dabei bestimmen Ärzte Risikofaktoren insbesondere für Herz-Kreislauf-Krankheiten wie einen zu hohen Blutdruck. Fällt ein Patient beim Checkup als übergewichtig und unsportlich auf, während sein Blutdruck normal ist, kann er einem möglichen Bluthochdruck vorbeugen: Der Arzt empfiehlt dann Bewegung und eine gesündere Ernährung. Dieses Vorgehen heißt Primärprävention.

In die gleiche Vorsorgegruppe gehören Impfungen, die vor einer Infektionskrankheit schützen. Zur Primärprävention gehören auch Gesundheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz. Durch einen richtig eingestellten Bürostuhl etwa lassen sich arbeitsbedingte Krankheiten wie Rückenschmerzen verhindern.
Früherkennung: Sekundärprävention
Als Sekundärprävention bezeichnen Ärzte die Früherkennungs-Untersuchungen. Das bedeutet, die Krankheit ist zwar bereits ausgebrochen, Symptome machen sich aber noch nicht bemerkbar. Der Patient hat noch keine Beschwerden und fühlt sich gesund. Bei vielen Krankheiten steigen die Heilungschancen, wenn sie möglichst früh erkannt werden.

Neugeborene etwa testet man auf die Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie. Fällt der Test positiv aus, lassen sich Hirnschäden vermeiden, indem man von Geburt an eine eiweißarme Diät einhält. Für Brustkrebs gibt es das Mammografie-Screening, das allerdings nicht unumstritten ist.

Früherkennung lohnt sich nicht, wenn bei einer Krankheit für Lebensqualität und Überleben der Patienten egal ist, ob man die Krankheit früh oder spät diagnostiziert. Außerdem müssen die Tests ausreichend sicher feststellen, ob eine Person tatsächlich krank ist oder nicht.
Rehabilitation: Tertiärprävention
Leidet der Patient bereits unter Symptomen seiner Krankheit, verhindert die sogenannte Tertiärprävention noch Schlimmeres.

Die Rehabilitation nach einem Herzinfarkt schützt vor einem erneuten Herzinfarkt. Bricht wegen einer Osteoporose der Schenkelhals, benötigen viele Patienten ein künstliches Hüftgelenk. Die Rehabilitation nach der OP verhindert, dass der Patient bettlägrig bleibt.

UNTERSUCHUNGEN
IN DER SCHWANGERSCHAFT
Diese Untersuchungen zahlen die Kassen:
DPA
• Drei Ultraschall-Untersuchungen zwischen der 13. und 16. Woche, der 21. und 24. Woche und der 29. und 32. Woche
• Bestimmung von Blutgruppe und Rhesusfaktor
• Test auf Röteln, HIV, Chlamydien, Lues, Hepatitis B
• bei begründetem Verdacht Test auf Toxoplasmose
• Ernährungsberatung (Jod, Folsäure und Vit B12)
• Kontrolle durch Zahnarzt

Alle vier Wochen:
• Urinuntersuchung auf Eiweiß, Zucker, Bakterien und Blut
• Gewichtskontrolle und Blutdruckmessung
• Überwachung der kindlichen Herztöne

In fortgeschrittener Schwangerschaft:
• Überwachung der kindlichen Herztöne und der Wehentätigkeit im CTG (Kardiotokogramm)
• Test auf Schwangerschaftsdiabetes zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche
• Betreuung durch Hebamme vor, während und nach der Geburt
• Bei Bedarf Haushaltshilfe
Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL):
• Zusätzliche Ultraschalluntersuchungen
• Ultraschall in 3D und 4D
• Erst-Trimester-Screening und Berechnung des Trisomie-Risikos
• Test auf Toxoplasmose ohne begründeten Verdacht
• Test auf Streptokokken B
• Test auf Ringelröteln oder Windpocken
• Test auf Cytomegalievirus (CMV)
• Akupunktur