Vorsorge und Früherkennung: Bundesweite Krebsregister starten

Beginn der Erkrankung, Behandlung, Rückfälle: Ab jetzt werden Krebserkrankungen in ganz Deutschland in einheitlichen Registern erfasst. Die detaillierten Datenbanken sollen helfen, die Versorgung der Krebspatienten zu verbessern.

Mammographie: Brustkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland Zur Großansicht
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Mammographie: Brustkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland

Hamburg/Regensburg - Nach einjähriger Vorarbeit hat am Donnerstag der Aufbau flächendeckender klinischer Krebsregister in Deutschland begonnen. Genauere Daten zur Versorgung von Krebspatienten sollen die Therapie der Patienten verbessern helfen.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), die Deutsche Krebshilfe und weitere Fachverbände gaben am Donnerstag in Regensburg den offiziellen Startschuss für die flächendeckenden Register. Die Daten der Krebspatienten, angefangen von der Diagnose über die Behandlung bis hin zu Rückfällen, Überleben und Tod, werden künftig bundesweit nach einheitlichen Kriterien erhoben. Dadurch erhoffen sich die Experten bessere Erkenntnisse für die Therapie.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) betonte, damit sei der Weg frei "für eine bessere onkologische Versorgung in Deutschland". Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, Gerd Nettekoven, sprach von einem längst überfälligen Schritt. Die Register seien "ein großer Gewinn für krebskranke Menschen". Nach Angaben von Wolff Schmiegel, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG), übernehmen die Krebsregister die Erfassung und Auswertung von Behandlungen. Dies entlastete die behandelnden Ärzte deutlich, so Schmiegel.

Der Aufbau der bundesweiten klinischen Krebsregister ist im sogenannten Krebsfrüherkennungs- und registergesetz (KFRG) geregelt, das im April in Kraft getreten ist. Sie sind ein Baustein des Nationalen Krebsplans, den das Bundesgesundheitsministerium bereits 2008 mit der Krebshilfe und anderen Fachverbänden erarbeitet hat.

Zwar gibt es in einigen Bundesländern wie Bayern, Brandenburg und Sachsen bereits klinische Krebsregister. Diese sind aber unterschiedlich strukturiert, was die Datenerhebung erschwert. Künftig sollen für alle einheitliche Vorgaben gelten. Dadurch sollen unter anderem Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Behandlungszentren deutlich gemacht und die besten Therapien herausgefiltert werden.

Die Einführung der klinischen Krebsregister kostet insgesamt rund acht Millionen Euro. Den größten Teil davon trägt mit 7,2 Millionen Euro die spendenfinanzierte Deutsche Krebshilfe. Der Rest kommt von den Ländern.

Krebs ist in Deutschland nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Jedes Jahr sterben nach den aktuellsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes etwa 220.000 Menschen daran. Fast eine halbe Million Menschen erkrankt laut Deutscher Krebshilfe jährlich neu an Krebs.

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dba/AFP

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Schlau geworden ??
geiger45 18.07.2013
Das gabs schon jahrzehnte, leider nur in der ddr
2. Saarland und Schleswig-Holstein vergessen
marschmensch 18.07.2013
Klinische Krebsregister gibt's im Saarland seit mehr als und in Schleswig-Holstein seit genau 15 Jahren- das wurde hier wohl übersehen! Besonders letzteres gilt als vorbildlich und hat das bundesweite Register wesentlich mit geprägt.
3. Überfällig
grubreg 19.07.2013
zu geiger45: http://de.wikipedia.org/wiki/Nationales_Krebsregister_der_DDR
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