Steigende Krankheitszahlen Fünf Maßnahmen gegen Krebs

Weltweit erkranken immer mehr Menschen an Krebs. Das zeigt ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation. Viele der Fälle wären vermeidbar. Die fünf wichtigsten Maßnahmen.

Impfen: Etwa 16 Prozent der Krebsfälle gehen auf Infektionen zurück
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Impfen: Etwa 16 Prozent der Krebsfälle gehen auf Infektionen zurück


London - Im Jahr 2012 erkrankten 14 Millionen Menschen weltweit neu an Krebs, die Zahl der Betroffenen soll in den nächsten Jahren noch drastisch steigen. Dies ist das Ergebnis des aktuellen Welt-Krebsberichts 2014 der Weltgesundheitsorganisation WHO. Vor allem in Entwicklungsländern könnte demnach der Zugang zu bezahlbaren und effektiven Behandlungsmöglichkeiten vielen Krebskranken das Leben retten.

"Wir sollten das Feuer löschen, solange es noch klein ist", zitiert der WHO-Bericht ein afrikanisches Sprichwort. Dies sei ein guter Merksatz für die Krebsmedizin.

Die Autoren des Welt-Krebsberichts appellieren an die Regierungen, zu handeln. Die Gesetzgeber sollten mit staatlichen Programmen gesundheitsbewusstes Verhalten fördern. Dringend müsste mehr für die Vermeidung von Krebs getan werden, heißt es in dem Bericht. Doch neben Gesetzen zum Rauchen oder etwa der Regulierung des Alkoholkonsums kann jeder auch für sich sein Risiko minimieren.

Die fünf wichtigsten Maßnahmen im Überblick.

1. Früherkennung

Vorbeugen lässt sich Krebs mit Früherkennung nicht. Doch sie kann die Chancen für Patienten erhöhen, den Krebs zu überleben. Die Basis für eine hilfreiche Früherkennung ist, dass alle Menschen schnellen Zugang zur jeweiligen Diagnostik haben. Außerdem müssen der Nutzen und die möglichen Risiken - wie unnötige Behandlungen durch Überdiagnosen - genau abgewogen werden.

Screening-Programme von entsprechender Qualität könnten die Sterblichkeit durch Brust-, Gebärmutterhals- und Darmkrebs senken. Um Nutzen und Schaden gegeneinander abwiegen zu können, sollten entsprechende Programme nach ihrer Einführung viele Jahre lang intensiv begleitet werden, so der Report.

2. Gewicht kontrollieren

Mit dem Körpergewicht steigt das Risiko diverser Krebsformen, darunter die der Speiseröhre, des Darms, der Niere, der Gebärmutterschleimhaut und der Bauchspeicheldrüse. Wer sich bewegt und abspeckt, senke daher automatisch seine Krebsgefährdung, schreiben die Autoren. Daneben wirke sich die Bewegung direkt positiv auf das Risiko für Brust- und Darmkrebs aus.

Was Ernährung und Übergewicht betrifft, sehen die Forscher den größten Handlungsbedarf beim Konsum gezuckerter Getränke. Daneben weisen sie auf Studien hin, die rotes und verarbeitetes Fleisch in Verbindung mit einem höheren Darmkrebsrisiko gebracht haben.

Bei einem Speiseplan mit Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kommen die Forscher zu einem eher ernüchternden Fazit: Der schützende Effekt scheine, was Krebserkrankungen betrifft, nicht so stark zu sein wie erwartet, schreiben sie. Dennoch seien diese Lebensmittel im Hinblick auf Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfehlenswert.

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Welt-Krebsbericht: An Lungenkrebs sterben die meisten
3. Impfen

Krebs durch Impfungen vorzubeugen, ist noch ein relativ neues Konzept - aber ein sehr wichtiges. Etwa 16 Prozent der Krebsfälle gehen laut WHO-Report auf Infektionen zurück. In den Industrienationen ist der Anteil allerdings geringer als in Entwicklungsländern.

Die wichtigsten Erreger in diesem Zusammenhang sind:

  • das Hepatitis-B-Virus, das Leberkrebs auslösen kann,
  • humane Papillomviren (HPV), die unter anderem mit Gebärmutterhalskrebs in Verbindung gebracht werden,
  • das Bakterium Helicobacter pylori, das bei anhaltenden Infektionen das Magenkrebs-Risiko erhöht.

Die Impfung gegen Hepatitis-B-Viren empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland für alle Säuglinge. Zur Impfung gegen mehrere HP-Viren wird Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren geraten.

Dass heranwachsende Mädchen gegen HPV immunisiert werden, wird laut dem Report nach und nach auch in Entwicklungs- und Schwellenländern umgesetzt, wo 80 Prozent der Fälle von Gebärmutterhalskrebs auftreten.

4. Rauchen stoppen

Rauchen gehört bis heute zu den Hauptgründen für Krebserkrankungen. Jedes Jahr sterben weltweit sechs Millionen Menschen an den Folgen ihres Nikotinkonsums, durch Krebs und andere Folgekrankheiten. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Hört jemand mit dem Rauchen auf, kann sich sein Körper zumindest teilweise von den Schäden erholen.

Die Gefahr gehe zum Großteil gar nicht vom Nikotin selbst, sondern von Karzinogenen und anderen giftigen Zusatzstoffen aus, schreiben die Experten in dem Bericht. Während das Rauchen lange Zeit vor allem ein Problem reicher Länder war, ist es mittlerweile auf der ganzen Welt üblich.

Der Zigarettenkonsum sei ein gesellschaftliches Phänomen und stark von der Werbung der Tabakkonzerne gelenkt, kritisieren die Experten. "Ein Umfeld, in dem das Nichtrauchen die Norm ist, erleichtert das Aufhören", heißt es in der Studie. Daneben müssten Gesetze Nichtraucher vor dem Passivrauchen schützen, und es sollten gesündere Tabakprodukte entwickelt werden.

5. Schutz vor krebserregenden Substanzen

Asbest war einmal ein beliebter Baustoff, heute wird das Material aus gutem Grund nicht mehr verwendet: Die winzigen Astbestfasern erhöhen das Lungenkrebsrisiko. Das Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, verschiedenste Substanzen zu erforschen und zu überwachen. Es zeigt aber auch: Regierungen benötigen meistens lange, bis wissenschaftliche Erkenntnisse umgesetzt werden, um die Bevölkerung zu schützen.

Deshalb fordern die Autoren künftig auch einen stärkeren Fokus auf das Thema Luftverschmutzung. Allerdings, so die Forscher, könne jeder größtenteils selbst bestimmen, welchen gefährlichen Substanzen er sich aussetzt oder nicht - etwa beim Rauchen, Alkoholkonsum und intensiven Sonnenbädern.

irb/wbr

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 221 Beiträge
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Seite 1
spiegelleser987 03.02.2014
1. Egal was
Zitat von sysopDPAWeltweit erkranken immer mehr Menschen an Krebs. Das zeigt ein ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation. Viele der Fälle wären vermeidbar. Die fünf wichtigsten Maßnahmen. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/welt-krebsbericht-2014-viele-krebstote-waeren-vermeidbar-a-950813.html
Egal was wir tun, wir werden krank, todkrank. Ein Unglück nach dem anderen. Das das Lebensalter steigt - und damit auch die Krebsrate im Alter - interessiert nicht. Das ist ja dann keine Katastrophe. Ich stelle mir gerade ein Zuckerverbot vor. Dann passiert das gleiche wie in den USA. Jugendliche steigen auf Getränke mit Süßstoffen um. Gehirn ohne Zucker geht nicht. Die Zahl der Schlaganfälle bei Jugendlichen steigt. Statisik ist etwas schönes. Man kann dem Normalbürger dadurch immer ein schchlechtes Gewissen einreden.
donatellab 03.02.2014
2. Neues?
Wohl jedem Raucher ist klar, dass das Rauchen schädlich ist. Nicht nur Krebs, sondern auch Durchblutungstörungen. Erst wenn Opa das Bein im Krankenhaus lassen muss, dann ist das Gejammere groß. Ich denke, dass zu diesem Thema alles gesagt und geschrieben ist. Aber wie sagte schon ein kluger Mann: Es gibt zwei Dinge, die unendlich sind: Das Weltall und die Dummheit der Menschen.
jeez 03.02.2014
3. Punkt 5, was für ein Witz
Vermeiden kann man nur was auch als krebs-erregend identifiziert ist. Eine Sysiphus-Aufgabe in der über-industrialisierten Welt, die nur auf Profit-Maximierung durch Einsatz der möglichst billigen Mittel und Produktbestandteile aufgebaut ist. Die Summe machts.
firehorse67 03.02.2014
4. sorry
aber die verbindung die sie hier zum kapitalismus ziehen erschließt sich mir nicht. es soll menschen geben, denen es wurst ist woran sie sterben. ich gehöre dazu. sterben müssen wir alle, ob gesund oder krank ist eigentlich kein unterschied.
spiegelleser987 03.02.2014
5. Jetzt müsste man ....
Zitat von sysopDPAWeltweit erkranken immer mehr Menschen an Krebs. Das zeigt ein ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation. Viele der Fälle wären vermeidbar. Die fünf wichtigsten Maßnahmen. http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/welt-krebsbericht-2014-viele-krebstote-waeren-vermeidbar-a-950813.html
Jetzt müsste man noch etwas erforschen. Forscher haben ja schon erforscht, dass man in Parterrewohnungen schneller stirbt als in höhere Etagen. Hatten die alle Krebs? Aber Vorsicht! Wenn man nebenan wohnt stirbt man in höhren Etagen schneller als dort wo schon jemand parterre gestorben ist. .... haben Forscher erforscht. Statistik ist doch perfekt. Man kriegt alles hin, so wie man es braucht und wie es Subventionen gibt. http://www.bild-der-wissenschaft.de/bdw/bdwlive/heftarchiv/index2.php?object_id=33425647
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