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Welthunger-Index 2015: "Konflikte sind die größten Hungertreiber"

Ein Kind im Südsudan: In dem Land gefährden Gewalt und Dürre die Ernährung der Menschen Zur Großansicht
AFP

Ein Kind im Südsudan: In dem Land gefährden Gewalt und Dürre die Ernährung der Menschen

Die gute Nachricht vorweg: Weltweit sterben immer weniger Menschen an Unterernährung. Doch noch immer hungert mehr als jeder Achte, bewaffnete Konflikte verschärfen das Problem.

Die Zahl der weltweit hungernden Menschen ist in den ersten 15 Jahren dieses Jahrhunderts deutlich gesunken. Nach dem am Montag veröffentlichten Welthunger-Index des Internationalen Forschungsinstituts für Ernährungs- und Entwicklungspolitik hat sich der Anteil der Unterernährten an der Weltbevölkerung seit dem Jahr 2000 von 18,5 auf 13,1 Prozent verringert. Die Zahl der hungernden Menschen liegt heute bei 795 Millionen.

Im Vergleich zum vergangenen Jahrhundert wurden besonders die katastrophalen Hungersnöte (diejenigen mit mehr als einer Million Todesopfern) und die großen Hungersnöte (diejenigen mit mehr als 100.000 Todesopfern) zurückgedrängt. Während in manchem Jahrzehnt des vergangenen Jahrhunderts noch 15 Millionen Menschen bei einer Hungersnot ihr Leben verloren, waren es in diesem Jahrhundert bislang 600.000.

Die absolute Zahl der Menschen, die weltweit an den Folgen von Unterernährung sterben, liegt jedoch noch weit höher. Eine Studie hatte 2013 ergeben, dass jedes Jahr 3,1 Millionen Kinder unter fünf Jahren ums Leben kommen, weil sie nicht genug zu essen haben. Trotzdem sank die Sterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren seit dem Jahr 2000 von 8,2 auf 4,9 Prozent. Auch Wachstumsverzögerungen gingen von 37,5 auf 28,2 Prozent zurück.

Bewaffnete Konflikte verschärfen die Situation

Während sich die Situation in den Entwicklungsländern verbessert, verschärfen bewaffnete Konflikte in anderen Regionen die Situation. Die Welthungerhilfe rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, mehr dagegen zu tun. "Konflikte wie in Syrien, dem Irak oder im Südsudan sind die größten Hungertreiber", sagte die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Diekmann. 172 Millionen Menschen sind demnach aktuell von solchen Konflikten betroffen.

Vor allem in Südamerika, Asien und Osteuropa hat sich die Situation der Langzeitstudie zufolge deutlich verbessert. In etwa jedem vierten Land der Welt ist die Lage aber weiterhin ernst oder sehr ernst. Vor allem Afrika und Südasien sind weiterhin von Hungersnöten betroffen. Am schlimmsten ist die Lage in Sambia im südlichen Afrika und in den afrikanischen Bürgerkriegsländern Tschad und Zentralafrikanische Republik. Dahinter folgen Madagaskar und Sierra Leone, der Karibikstaat Haiti sowie Afghanistan und Osttimor in Asien.

Wer unterernährt ist, kann laut World Food Programme sein Körpergewicht nicht halten und ist zu schwach, auch leichte Arbeit zu verrichten. Hat der Körper über einen längeren Zeitraum weniger Kalorien zu sich genommen als er am Tag verbraucht, beginnt er zu sparen und reduziert seine Leistungsfähigkeit. Darunter leidet auch das Immunsystem, sodass sonst harmlose Krankheiten das Leben gefährden.

irb/mls/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 54 Beiträge
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1.
waechstwiebloed 12.10.2015
So ein Quark! Afrika wurde von den Kolonialmächten schon immer ausgebeutet. Man zog willkürlich Grenzen und stülpte ihnen unsere westliche, angeblich bessere, Kultur über und Stammeskonflikte wurden bewußt geschürt, damit man den Kontinent noch besser ausbeuten konnte. All das geht heute mit der selben Methode weiter. Woher kommen denn die Waffen? Wieso macht Europa die dortigen Märkte, durch seine Subventionspolitik kaputt? Was ist mit dem Sklavensystem für unsere Schokoladenindustrie? Den Monokulturen, für unsere Industrie. Man beutet den Kontinent weiterhin aus, weil dort noch unermeßliche Bodenschätze zu finden sind. Die Reichtümer dieses Kontinents fließen weiterhin in unsere westliche Welt und nach Fernost. Die Menschen dort profitieren in keiner Weise von den Schätzen ihres Kontinents. Eigentlich sollte man Menschen mit ihrer Denkweise verbieten, sich zu vermehren.
2.
Atheist_Crusader 12.10.2015
Einer der größten Quellen von Hunger (und Armut) ist immer noch Überbevölkerung. In einem Land in dem sich sowieso schon zu viele Leute zu wenige Ressourcen teilen müssen auch noch viel zu viele Kinder in die Welt setzen. Zusammen mit fehlendem Verständnis von Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit und natürlich alten religiösen und ethnischen Fehden, was den Irrglauben entstehen lässt, man müsse die Anderen schon überbrüten, wenn man nicht untergehen will. Kultureller Nonsens über die Unmännlichkeit von Kondomen, religiöse Verhütungsverbote oder die Verklärung von Kindenr zu Wohlstandssymbolen tun ihr Übriges. Und so entstehen dann Konflikte, die alles noch einen Gang höher schalten. Darüber redet aber keiner, weil es im Rahmen der political corretness undenkbar ist, Drittweltländer vorzuschreiben, dass sie mal ihre wild wuchernden Geburtenzahlen unter Kontrolle bringen müssen.
3.
Atheist_Crusader 12.10.2015
Zitat von waechstwiebloedSo ein Quark! Afrika wurde von den Kolonialmächten schon immer ausgebeutet. Man zog willkürlich Grenzen und stülpte ihnen unsere westliche, angeblich bessere, Kultur über und Stammeskonflikte wurden bewußt geschürt, damit man den Kontinent noch besser ausbeuten konnte. All das geht heute mit der selben Methode weiter. Woher kommen denn die Waffen? Wieso macht Europa die dortigen Märkte, durch seine Subventionspolitik kaputt? Was ist mit dem Sklavensystem für unsere Schokoladenindustrie? Den Monokulturen, für unsere Industrie. Man beutet den Kontinent weiterhin aus, weil dort noch unermeßliche Bodenschätze zu finden sind. Die Reichtümer dieses Kontinents fließen weiterhin in unsere westliche Welt und nach Fernost. Die Menschen dort profitieren in keiner Weise von den Schätzen ihres Kontinents. Eigentlich sollte man Menschen mit ihrer Denkweise verbieten, sich zu vermehren.
Och bitte nicht SCHON WIEDER dieses Kolonialismus-Geplärre! Afrika ist kein Sonderfall. Alle Länder beuten einander aus, wenn sie können. Nehmen Sie nur mal China: halb Europa hat ihnen einen Teil abgepresst um dort ihre kleinen Kolonien errichten zu können. Die Briten haben nicht einen, sondern sogar zwei Kriege gefochten - nur für ihr Recht, den Chinesen Opium verkaufen zu dürfen. Und trotzdem ist China heute auf dem Weg nach oben. Und beutet seinerseits Afrika aus. Die haben es geschafft. Haben sich nicht hingelegt und ihre ethnische Vielfalt, ihre koloniale Vergangenheit oder das Einmischen fremder Mächte als Entschuldigung für ihre eigene Unfähigkeit benutzt. Genauso wie Thailand, Vietnam, Indien, Südkorea, Tawian und viele, viele andere Nationen. Man kann trotz aller Probleme, trotz des bösen, bösen Westens zu einer bedeutenden, wirtschaftlich mächtigen Nation werden. Aber das erfordert natürlich ein bisschen mehr, als sich auf seinem Versagen auszuruhen, zuzusehen wie die heimischen Eliten das Land ausverkaufen und nur auf die nächste Entwicklungshilfe-Überweisung zu warten.
4. Meine Guete, was fuer
hdudeck 12.10.2015
Vorurteile haben Sie denn? Leben Sie (gestieg) immer noch im 19 Jahrhundert? Schlimmer kann man ja nicht argumentieren. Das schlimste aber ist, das Sie scheinbar keine Informationen ueber Africa haben und nicht wissen, was da (Entwicklungsmaessig) wirklich vorgeht. Auch haben Sie den Artikel entweder nicht gelesen, oder mehr warscheinlich, nicht verstanden.
5. Bei China handelt es sich um ein Land,
hdudeck 12.10.2015
Zitat von Atheist_CrusaderOch bitte nicht SCHON WIEDER dieses Kolonialismus-Geplärre! Afrika ist kein Sonderfall. Alle Länder beuten einander aus, wenn sie können. Nehmen Sie nur mal China: halb Europa hat ihnen einen Teil abgepresst um dort ihre kleinen Kolonien errichten zu können. Die Briten haben nicht einen, sondern sogar zwei Kriege gefochten - nur für ihr Recht, den Chinesen Opium verkaufen zu dürfen. Und trotzdem ist China heute auf dem Weg nach oben. Und beutet seinerseits Afrika aus. Die haben es geschafft. Haben sich nicht hingelegt und ihre ethnische Vielfalt, ihre koloniale Vergangenheit oder das Einmischen fremder Mächte als Entschuldigung für ihre eigene Unfähigkeit benutzt. Genauso wie Thailand, Vietnam, Indien, Südkorea, Tawian und viele, viele andere Nationen. Man kann trotz aller Probleme, trotz des bösen, bösen Westens zu einer bedeutenden, wirtschaftlich mächtigen Nation werden. Aber das erfordert natürlich ein bisschen mehr, als sich auf seinem Versagen auszuruhen, zuzusehen wie die heimischen Eliten das Land ausverkaufen und nur auf die nächste Entwicklungshilfe-Überweisung zu warten.
nicht um einen gesamten Kontinent. Auch haben die Laender Europas in China nur kleinste Teile kontroliert, und das auch nur ueber einige Jahrzehnte. Zudem hat sich China in seinen Grenzen nur unwesentlich geaendert und hat eine lange gemeinsamme Geschichte und Herscher. Das sieht in Africa ganz anders aus, da dort meist kleine Tribes waren. Auch hat Africa seine kraeftigsten Menschen durch die Sklaverei verloren, zurueck blieben die schwachen und Alten. Vielleicht sollten Sie sich mal mit Geschichte befassen und nicht so einen Unsinn niederschreiben.
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