Europa Elf Menschen sterben am West-Nil-Fieber

Mehrere Todesfälle, mehr als 150 Erkrankte in nur einer Woche: In Europa breitet sich in diesem Sommer das West-Nil-Fieber aus. Die Krankheit wird von Stechmücken übertragen.

Culex-Moskitos können das West-Nil-Virus übertragen
REUTERS / James Gathany / Center For Disease Control

Culex-Moskitos können das West-Nil-Virus übertragen


In fünf EU-Ländern sind in der vergangenen Woche Menschen am West-Nil-Fieber erkrankt. Italien meldete 72 Fälle, Griechenland und Rumänien je 16. In Ungarn erkrankten 13 Menschen, in Frankreich drei.

Auch die Nicht-EU-Staaten Serbien (32) und das Kosovo (2) meldeten Fälle des Fiebers, berichtet die EU-Seuchenschutzbehörde ECDC. In Serbien starben fünf Menschen an der Krankheit, in Griechenland drei, Italien, Rumänien und das Kosovo meldeten je einen Todesfall.

Insgesamt erkrankten in diesem Jahr schon 231 Menschen in EU-Ländern und 104 Menschen in benachbarten Staaten am West-Nil-Fieber, so die ECDC. 17 starben an der Krankheit.

Was ist das West-Nil-Fieber?

Die Krankheit wird durch das West-Nil-Virus ausgelöst, das vor allem von Stechmücken der Gattung Culex übertragen wird. Sie tritt in Afrika, Nahost, Nordamerika, Westasien und Europa auf, berichtet die Weltgesundheitsbehörde WHO. Bereits 1996 gab es einen größeren Ausbruch in Rumänien und seitdem ist die Krankheit immer wieder in europäischen Ländern, vor allem Italien, Griechenland und Rumänien, aufgetreten. Diesen Sommer gibt es jedoch mehr Fälle als in den fünf Jahren zuvor - und dies auch deutlich früher im Jahr.

Das sind die Symptome

In den meisten Fällen merken die Betroffenen gar nicht, dass sie sich mit dem West-Nil-Virus infiziert haben. Doch in etwa 20 Prozent der Fälle führt die Infektion zum West-Nil-Fieber. Erkrankte leiden an Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Erschöpfung, Übelkeit und Erbrechen, berichtet die Weltgesundheitsorganisation WHO. In manchen Fällen bildet sich ein Hautausschlag und die Lymphknoten schwellen an.

In seltenen Fällen nimmt die Krankheit einen deutlich schwereren Verlauf und löst eine Entzündung des Hirns oder der Hirnhäute aus. Dann kann sie tödlich enden.

So wird das Virus übertragen

West-Nil-Fieber wird meist durch Stechmücken übertragen. In seltenen Fällen haben sich Menschen auch durch Kontakt mit anderen infizierten Tieren oder durch Bluttransfusionen und Organtransplantationen angesteckt. Ebenso ist eine Übertragung von Mutter zu Kind beim Stillen möglich. Davon abgesehen sind am West-Nil-Fieber Erkrankte aber nicht ansteckend für andere Menschen.

Es gibt keine Impfung, die vor der Infektion schützt.

wbr



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