WHO-Bericht Millionen Menschen sterben infolge ungesunder Umgebung

Luftverschmutzung, unsichere Straßen, UV-Strahlung, kontaminiertes Trinkwasser: Jährlich sterben laut WHO etwa 12,6 Millionen Menschen an den Folgen solcher Umweltbelastungen.

Slum am Rand von Neu-Delhi, Indien
AP/dpa

Slum am Rand von Neu-Delhi, Indien


Fast ein Viertel der weltweiten Todesfälle ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf Umweltfaktoren beziehungsweise eine unsichere Umgebung der betroffenen Menschen zurückzuführen. Laut einem WHO-Bericht starben im Jahr 2012 rund 12,6 Millionen Menschen, weil sie in einer ungesunden Umgebung lebten und arbeiteten. 1,4 Millionen dieser Todesfälle ereigneten sich in Europa und Russland.

Die WHO fasst den Begriff der unsicheren Umwelt und Umgebung relativ weit und bündelt darunter nicht nur Faktoren wie Umweltverschmutzung und den Klimawandel, sondern auch unsichere Verkehrsstraßen und den zu leichten Zugang zu Waffen.

Der WHO zufolge kann der Tod von 8,2 Millionen Menschen im Jahr 2012 auf Luftverschmutzung zurückgeführt werden, die meisten Betroffenen starben infolge von Herz- und Atemwegserkrankungen. Zu Opfern von Luftverschmutzung zählt die WHO auch Passivraucher.

Etwa 1,7 Millionen Todesfälle fasst die WHO als "unbeabsichtigte Verletzungen" zusammen, dazu zählen etwa Verkehrstote. Rund 246.000 Fälle zählt die Organisation als beabsichtigte Todesfälle, darunter Suizide, die durch die unsichere Lagerung und den Zugang zu Waffen erleichtert würden. Nach Weltregionen unterteilt, gab es 2012 die meisten mit Umweltfaktoren verbundenen Todesfälle in Südostasien.

Die WHO warnte vor Erkrankungen und dem frühen Tod von "Millionen weiterer Menschen", sofern die Länder keine Maßnahmen ergreifen, um die Lebensumgebung ihrer Bürger gesünder und sicherer zu machen.

Viele Kinder betroffen

Der Tod von 1,7 Millionen Kindern unter fünf Jahren, die unter anderem durch verunreinigtes Trinkwasser und verschmutzte Luft an Krankheiten wie Durchfall und Atemwegsproblemen sterben, könne verhindert werden. Der Bericht der WHO ist der zweite seiner Art nach einer ersten Untersuchung vor zehn Jahren.

Die WHO zählt verschiedene Maßnahmen auf, die helfen sollen, die Zahl dieser Todesfälle zu senken. Dazu zählt, das Heizen und Kochen mit Holz und Kohle zu reduzieren, also Menschen in Entwicklungsländern mit sauberen und effizienten Kochherden zu versorgen. Auch der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist ein wichtiger Bestandteil der Maßnahmen.

wbr/AFP



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insgesamt 7 Beiträge
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jjcamera 15.03.2016
1. die Wahrheit
Ich denke, die Erde ist eine "unsichere Umgebung". Deshalb sterben da jedes Jahr ein paar hundert Millionen Menschen.
flytogether 15.03.2016
2. So ein Krampf
Wenn ich, sagen wir mal, mit 75 von diesem Trabanten abtrete und all die Jahre in München gelebt habe dann ist die schlechte Luft in München der Grund für mein frühes Ableben. Denn hätte ich im Allgäu auf einer Berghütte gelebt dann hätte ich vielleicht die 80 erreicht.
at.engel 15.03.2016
3.
Und mich würde mal interessieren, wieviele Leute bei der WHO damit beschäftigt sind, solche sinnlosen Zahlen zu produzieren. Kein Mensch weiß heute, welche Krankheiten überhaupt umweltbedingt sind; wieviel Menschen in zivilisierten Länder zum Beispiel an den Spätfolgen von Pestiziden sterben. Kein Mensch weiß, wieviele Chinesen an den Folgen von Umweltverschmutzung sterben. Wahrscheinlich stirbt dort in den Großstädten de facto jeder irgendwie an den Folgen von Umweltverschmutzung. Aber wer soll das erfassen - auf welcher Grundlage. 12.6 Millionen klingt jedenfalls wie ein schlechter Witz. Da haben die in China wahrscheinlich in einer einzigen Provinz schon mehr. Kein Mensch weiß, wieviele Menschen im Nahen Osten, Russland oder Indien Suizid begehen. In China oder Korea sowieso nicht. Was heißt "ungesicherter Zugang zu Waffen" in Ländern wie im Balkan, in Pakistan, in Mexico oder schlicht in Rio. Aber es werden ohne Unterlass Zahlen produziert. Zahlen, Zahlen, Zahlen...
kratzdistel 15.03.2016
4. ich hätte einen vorschlag
bei der who zu sparen und die Gelder für die armen zu verwenden.das hier sind nur Vermutungen und keine wissenschaftlichen Erkenntnisse. andere sterben früher, weil sie zu viel essen und trinken. die Überbevölkerung ist das Hauptproblem für kriege, hunger, armut und dagegen muss die who kämpfen.
paps 15.03.2016
5. Studie!
Das ist mal ne wirklich nützliche Studie. Alle Menschen sterben an ihrer Umgebung. Die gefährlichsten Umgebungen hat man ausgespart: das Bett, das Krankenhaus. Bleihaltige Luft im Krisengebiet, zuviel Wasser beim Flüchten, zuwenig beim Saufen. Rauchen ist auch Umgebung. Was für Zeug nehmen die bei der WHO, um solche Zahlen zu generieren? Was ist mit Infektionserkrankungen, durch Lebensstil hervorgerufene Todesfälle, wie rechnet man die heraus? Gibt es nach Ebola, AIDS, medizinisches Elend in den Krisengebieten keine anderen Schwerpunkte für die WHO?
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