WHO-Report Immer weniger Menschen sterben an Malaria

Moskitonetze, Insektensprays und eine bessere Behandlung zeigen ihre Wirkung: Weltweit erkranken und sterben immer weniger Menschen an Malaria, meldet die Weltgesundheitsorganisation.

Dreijähriges Mädchen unter einem Moskitonetz in Nairobi (Archivbild): die Zahl der Malaria-Erkrankungen ist weltweit zurückgegangen.
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Dreijähriges Mädchen unter einem Moskitonetz in Nairobi (Archivbild): die Zahl der Malaria-Erkrankungen ist weltweit zurückgegangen.


Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht Erfolge im Kampf gegen Malaria: Laut dem diesjährigen World Malaria Report erkranken und sterben weltweit immer weniger Menschen an der Tropenkrankheit. Die Zahl der Malaria-Toten ist demnach in diesem Jahr auf unter eine halbe Million (438.000) gesunken. Im Jahr 2000 waren es noch mehr als 800.000 Todesopfer.

"Seit Beginn dieses Jahrhunderts haben Investitionen in Malariavorsorge und -behandlung mehr als sechs Millionen Todesfälle verhindert", erklärte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan zur Vorstellung des Reports. Demnach wurde das Millenniumsziel erreicht, die Ausbreitung von Malaria bis 2015 weltweit zu stoppen und den Trend umzukehren.

Auch die Zahl der Neuerkrankungen konnte weltweit reduziert werden. 18 von 106 betroffenen Ländern haben die Zahl der Neuinfektionen zwischen 2000 und 2015 um mindestens 50 Prozent gesenkt, in 57 Ländern waren es sogar mindestens 75 Prozent.

Große Fortschritte auch in Afrika

Die positive Entwicklung ließe sich auch darauf zurückführen, dass es in den stark betroffenen afrikanischen Gebieten Fortschritte in der Bekämpfung der Krankheit gegeben habe, so die WHO. In den Ländern südlich der Sahara sei die Mortalität seit 2000 um 66 Prozent zurückgegangen. Bei Kindern unter fünf Jahren sogar um 71 Prozent.

Dabei waren vor allem günstige Mittel erfolgreich: So seien in den letzten 15 Jahren fast eine Milliarde mit Insektiziden behandelte Moskitonetze in den betroffenen afrikanischen Gebieten verteilt worden, hieß es. Dies hätte viele Neuinfektionen in der Region verhindert.

Resistente Moskitos gefährden den Erfolg

Und trotzdem registrierte die WHO in diesem Jahr in der Region Afrika 88 Prozent aller Neuinfektionen und 90 Prozent der Todesfälle. In vielen stark betroffenen Ländern erschweren schlechte Gesundheitssysteme Fortschritte bei der Malaria-Kontrolle oder es fehlt noch immer an präparierten Moskitonetzen.

Pedro Alonso, Direktor des WHO-Weltmalariaprogramms, warnt außerdem vor neuen Herausforderungen: "In vielen Ländern wird der Fortschritt durch die schnelle Entwicklung und Ausbreitung von Resistenzen bei Moskitos gegen Insektizide gefährdet." Auch Resistenzen gegen Medikamente könnten demnach die jüngsten Erfolge gefährden. Forscher hatten 2014 in Südostasien die Ausbreitung eines Malaria-Erregers nachgewiesen, der gegen das Standardmedikament Artemisinin resistent ist.

Die Malariaparasiten befallen die Leber und führen zu einer Zerstörung der roten Blutkörperchen, zu Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen. Unbehandelt kann die Krankheit schnell lebensbedrohlich werden, wenn die Blutversorgung lebenswichtiger Organe gestört wird. Sie ist eine der Haupttodesursachen in Entwicklungsländern.

ruh/dpa/reuters



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Mikrohirn 09.12.2015
1. Malaria in Deutschland
wurde durch die Trockenlegung der Sumpfgebiete ausgerottet. Der Irrsinn der sogenannten Naturschützer, immer mehr Feuchtbiotope anzulegen, in Verbindung mit der Klimaerwärmung wird sich bitter rächen. Es werden schon die ersten Malariamücken bei uns festgestellt. Naturschutz und Unverstand sind Siamesische Zwillinge.
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