Training gegen Erkältung Was die Abwehrkräfte dauerhaft stärkt

Mancher übersteht den Winter erkältungsfrei, während andere sogar im Sommer den Schnupfen kaum loswerden. Zwei Maßnahmen können ständig kränkelnden Menschen helfen, ihre Abwehrkräfte langfristig zu stärken.

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SPIEGEL WISSEN und SPIEGEL ONLINE helfen Ihnen dabei, sich besser gegen Erkältungsviren zu schützen - jeden Freitag gibt es eine neue Aufgabe. Dies ist die siebte.

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Wie lässt sich die Immunabwehr stärken, damit der Winter ohne lästige Erkältung vergeht? In acht Folgen gibt unser Training hilfreiche Tipps dazu. In dieser Woche stellen wir Ihnen ein paar Maßnahmen vor, die langfristig helfen und die besonders interessant sind, falls Sie nicht nur ein- oder zweimal pro Winter für zwei Tage flachliegen - sondern häufiger betroffen sind. Beide Maßnahmen bieten auf lange Sicht nachweislich Schutz gegen Infekte. Probieren Sie diese Woche eine davon aus.

Sauna oder Wechselduschen. Dass Saunieren, Dampfbäder und Heiß-Kalt-Duschen gut fürs Immunsystem sind, hört man immer wieder. Mittlerweile gibt es auch ein paar wenige Studien, die Hinweise auf die Wirksamkeit von solchen Maßnahmen geben.

Hauptgrund: Die Thermoregulation verbessert sich und dadurch die allgemeine Durchblutung. Und eine optimale Durchblutung der Schleimhäute auch im Winter verbessert wiederum die Immunabwehr im Mund-, Nase- und Rachenbereich. Saunieren hilft aber nur, wenn man es regelmäßig macht. Vielleicht probieren Sie es diese Woche einfach mal. Gucken Sie, ob das für Sie etwas sein könnte, was man jetzt beginnen und in der nächsten Saison weiterführen könnte.

Falls Sie keine Zeit fürs Saunieren haben, probieren Sie es mit der Minimalvariante: Brausen Sie sich nach dem Duschen einmal kalt ab. Auch das hat einen gewissen Effekt - wenn man es täglich macht.

Nasendusche nutzen oder Wasser trinken. Laut Michael Deeg vom Berufsverband der HNO-Ärzte ist es eine der besten vorbeugenden Maßnahmen gegen Erkältungen, gelegentlich eine Nasenspülung zu machen. Bei dieser Nasendusche wird eine Kochsalzlösung in die Nase gezogen. Portionsbeutel mit Salz und entsprechende Geräte gibt es in Apotheken zu kaufen. Durch die Spülung werden die Schleimhäute befeuchtet und gereinigt. Als regelmäßige Anwendung empfehlenswert für Menschen mit vielen Infekten und chronischen Nebenhöhlenproblemen.

Die Minimalvariante für eine bessere Durchblutung und Befeuchtung der Schleimhäute für alle, die nicht allzu häufig erkältet sind: viel Trinken, etwa zwei Liter Flüssigkeit pro Tag. Auch das hat eine gewisse Schutzwirkung.

Die hier vorgeschlagenen vorbeugenden Maßnahmen kosten ein wenig Zeit und Geld. Wenn Sie sehr infektanfällig sind, überlegen Sie sich trotzdem, ob das etwas für Sie sein könnte. Falls ja: Probieren Sie es für den Rest des Winters aus. Und fangen Sie im nächsten Jahr bereits Anfang Oktober damit an.

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insgesamt 5 Beiträge
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isp 28.01.2018
1. Kältereiz - macht mehr als nur Durchblutung
Schade, dass auch von "Experten" immer nur die "bessere Durchblutung" von Kältereizen wie beim Saunieren oder Kaltduschen angeführt wird. Es gibt eine viel deutlichere physiologische Begründung für die Heileffekte: PGC1-alpha ist ein Faktor, der die Energieaufnahme und Wärmeproduktion von Körperzellen anregt. Dasselbe PGC1-alpha ist es, das den Trainingseffekt von AUsdauertraining vermittelt. PGC1-alpha wird auch stark angeregt von - Kältereiz. Mit anderen Worten: Kältereize haben ähnliche Effekte wie Training aber auf alle Körperzellen. So funktionieren auch Kyro-Behandlungen. Zudem wird die Wärmeerzeugung über braunes Fettgfewebe (BAT) angeregt. Es genügen auch kurze aber deutliche Kältereize. Kalt duschen macht warm, nicht kalt. Wer nicht frieren will gibt sich einen Kältereiz. So hat auch die Wärme/Kältebehandlung nach Kneipp eine wissenschaftliche Begründung.
pcpero 28.01.2018
2. Kauft Euch Gesundheit
Nasenspülungen kann man auch selbst zubereiten, statt für teuer Geld das Salz mit dem Namen eines Mitteldeutschen Flusses: Wer einmal in der Nordsee gebadet hat, weiß, wie die Nase laufen kann, wenn man Wasser in dieselbe bekommt. Bei deren Salzgehalt von 35 gr. Salz/L nimmt man 10% in ganz gewöhnlichem Haushaltssalz und erhält bei 0,0035gr./100ml eine kaum merkliche Lösung. Aber es gehört schon ein wenig Überwindung dazu, überhaupt willentlich Wasser in die Nase hoch zu ziehen, und die Berge von Taschentüchern, die hinterher fällig werden. Aber dem deutschen Opferlamm Patient kan man ja Alles andrehen, egal zu welchem Preis. Dass es das Meiste davon gänzlich für umsonst gibt, weiß der an seiner Umwelt nicht mehr teilnehmende Bürger nicht (mehr) - Klar, bewuste irreführung hält den Markt intakt!
diskantus 28.01.2018
3. Alle Sofortmaßnahmen gehen ins Leere - egal welche. Leider.
Es gibt nur eine Maßnahme: und das ist die langfristige Stabilisierung des Organismus (= Stärkung des Immunsystems.) Und zwar: 1. gesunder ausgewogene Ernährung: viel Gemüse und Obst, Vollkorn, wenig Zucker, wenig tierische Fette, wenig Fleisch und Wurst, keine Süßmilch. Keine industriell veränderten Produkte (Fertiggerichte). Wichtig: Fermentierte Produkte wie Jogurt (natur) und fermentierte Gemüse. 2. Bewegung in frischer Luft - täglich. Atemübungen im Freien. 3. Innere Ausgeglichenheit (Meditation, Yoga, Qi-Gong oder Tai-Chi ...) Dies sollte zur Lebenseinstellung werden. Damit stärkt man seinen Organismus automatisch.
Hamberliner 29.01.2018
4. weniger heizen
Auto, Bahn und Bus meiden - Motorrad, Fahrrad oder die eigenen Füße nehmen. Im Büro warm anziehen und wann immer möglich Heizung aus und Fenster auf. Wer als Mann im Winter keine langen Unterhosen trägt und dementsprechend heizt macht etwas falsch. Das ist meine Erfarung als medizinischer Laie. Ich werde im Gegensatz zu User diskantus nicht behaupten, alles was alle anderen erzählen sei Quatsch.
dirkozoid 29.01.2018
5. @pcpero Kommentar 2
Nein, man richtet sich nicht nach dem Salzgehalt der Nordsee, sondern nimmt 2,5 Gramm Salz auf 500 ml Wasser. Und auch kein Speisesalz, sondern Mineralsalz aus Bad Ems. Sonst bizzelt das ganz unangenehm in der Nase!
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