Zeitumstellung So überstehen Sie den Mini-Jetlag

Die Nacht von Samstag auf Sonntag ist eine Stunde kürzer als sonst. Vor allem Kinder und Menschen mit Schlafstörung leiden darunter. Fünf Tipps, wie Sie am besten mit der Zeitumstellung klarkommen.

Frau mit Schlafmaske
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Frau mit Schlafmaske


An diesem Sonntag ist Zahltag: In der Nacht vom 24. auf den 25. März müssen wir die eine Stunde zurückgeben, die uns bei der Zeitumstellung im Oktober geschenkt wurde. Die Uhren werden von zwei auf drei Uhr vorgestellt. Das Wochenende ist dadurch eine Stunde kürzer - für viele ein Ärgernis.

Die meisten Deutschen lehnen die Zeitumstellung ab, wie eine aktuelle Umfrage der DAK mit etwa Tausend Menschen zeigt. Demnach sprachen sich drei von vier dafür aus, den Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit abzuschaffen.

Etwa jeder Vierte berichtet von gesundheitlichen Problemen durch die Zeitumstellung. Die meisten von ihnen litten an Einschlafproblemen und Schlafstörungen - 63 Prozent der Frauen und 53 Prozent der Männer. Knapp ein Drittel konnte sich nach eigenen Angaben schlechter konzentrieren, 26 Prozent fühlten sich gereizt.

Die Zeitumstellung macht gerade Menschen mittleren Alters zu schaffen. Erwachsene unter 30 Jahren gaben dagegen mehrheitlich an, keine Probleme mit der Zeitumstellung zu haben. Wirklich um seine Gesundheit fürchten muss allerdings niemand. Einzelne Studien berichten zwar von einem etwas höheren Herzinfarktrisiko in den Tagen nach der Zeitumstellung, die Ergebnisse sind aber umstritten.

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Zeitumstellung: Niemand hat die Absicht, eine Sommerzeit einzuführen

Für Menschen mit Schlafstörungen ist ein regelmäßiger Schlafrhythmus allerdings extrem wichtig. Betroffene sollten deshalb möglichst immer zur gleichen Zeit ins Bett gehen und wieder aufstehen. Die Zeitumstellung macht diese Bemühungen kurzfristig unmöglich.

Gerade für Nachteulen - also Menschen, die spät ins Bett gehen und morgens länger schlafen - ist die Umstellung auf die Sommerzeit eine Belastung. Laut einer Studie bleibt ihre innere Uhr dauerhaft in der Winterzeit hängen. Sie kehren dann erst wieder bei der Zeitumstellung im Oktober in ihre Normalzeit zurück.

Diese fünf Tipps helfen ihnen, den Mini-Jetlag zu überwinden:

1. Geduld: "Der Körper lebt nach seiner eigenen Uhr - und die stellt sich eben nicht von einem Tag auf den anderen um", sagt Ärztin Susanne Bleich. Wer Beschwerden habe, dürfe nicht gleich verzweifeln. Die meisten Menschen gewöhnen sich innerhalb weniger Tage an die neue Zeit. Bei älteren Menschen, Kindern oder Menschen mit Schlafstörungen kann sich der Prozess aber auch bis zu eine Woche lang hinziehen.

2. Früher ins Bett gehen: Wer es gewohnt ist, immer zur selben Zeit einzuschlafen, sollte schon in den Tagen vor der Zeitumstellung schrittweise früher ins Bett gehen. Gerade Kindern kann das helfen. Wer Probleme hat, früher einzuschlafen, sollte von ausgedehnten Mittagsschläfchen absehen.

3. Auf Handy, Tablet und Fernseher verzichten: Studien legen nahe, dass blaues Licht von Bildschirmen dazu führt, dass der Melatoninspiegel sinkt. Das Hormon sorgt dafür, dass wir bei Dunkelheit müde werden. Ein noch größerer Faktor ist laut Schlafforschern jedoch die erhöhte geistig-emotionale Aktivität beim Fernsehen oder beim Surfen im Internet, die zu Anspannung vor dem Schlafengehen führt. Wer Probleme beim Einschlafen hat, sollte also Smartphone und Tablet weglegen und den Fernseher ausschalten.

4. Bewegung: Die Nacht von Samstag auf Sonntag ist auf jeden Fall eine Stunde kürzer. Wer deshalb müde ist, sollte sich möglichst viel draußen aufhalten. "Entspannung und frische Luft können helfen, um mit der Umstellung besser klarzukommen", sagt Ärztin Bleich. Wer auch am Montag noch müde ist, sollte sich überlegen, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren statt mit dem Auto. Denn: Körperliche Aktivität regt Kreislauf und Stoffwechsel an und vertreibt so die Müdigkeit.

5. Optimistisch bleiben: Für Sportler und Menschen, die gern im Freien aktiv sind, ist die Sommerzeit eine gute Nachricht. Sie bekommen eine Stunde mehr Tageslicht geschenkt. In der Früh bleibt es dafür eine Stunde länger dunkel. Allerdings verschiebt sich der Sonnenaufgang in den Sommermonaten ohnehin nach vorn.

Ein weiterer Trost: Mit der Zeitumstellung könnte es ohnehin bald vorbei sein. Die EU prüft gerade, die Sommerzeit abzuschaffen.

koe/dpa/AFP



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les2005 23.03.2018
1. Zweimal im Jahr dasselbe...
Zweimal im Jahr fühlen sich Redaktionen anscheinend verpflichtet oder auch eingeladen, Artikel über Artikel zu einer absoluten Banalität zu schreiben die keinen Menschen mit dem ich je gesprochen habe bewegt. Die große Mehrheit der Bevölkerung hat keinerlei Problem damit, regelmäßig für den Urlaub etliche Zeitzonen (und Klimazonen) zu überwinden. Oder man geht mal spät aus und muß morgens früh raus, verkatert noch dazu. Das kann schon mal weh tun. Aber eine Stunde Umstellung zuhause, in gewohnter Umgebung und am Wochenende wo man sich gemütlich ausschlafen kann, soll ein Problem sein? Da kann man wirklich nur sagen: Eure Probleme hätte ich gerne!
purple 23.03.2018
2. Jedes Jahr der gleiche Blödsinn
Ich wette, daß bei einem Blindversuch, bei dem ich in einem geschlossenen Raum bin und das Tageslich nicht sehen kann, eine Umstellung der Uhr um 1 Stunde während der Schlafphase von niemandem statistisch signifikant bemerkt wird!
stephantastisch 23.03.2018
3. Herrlich lange hell
Wie herrlich ist es doch, im Sommer am Abend bei schönem Wetter noch eine Runde Rad zu fahren und dann im Biergarten bis 21:30 die Abendsonne zu genießen. Wie kann man das abschaffen wollen????
Le Commissaire 23.03.2018
4. überflüssige Diskussion
In einer Gesellschaft, in der die meisten Menschen privat und geschäftlich häufig über mehrere Zeit- und teilweise auch Klimazonen reisen, wirkt eine Diskussion um eine Zeitumstellung von einer (!) Stunde am Wochenende (!) infantil. Im übrigen gehen praktisch alle arbeitenden Menschen -- auch jene, die sich über die Zeitumstellung so lauthals beklagen -- am Wochende mindestens eine Stunde später ins Bett und müssen dementsprechend _jede_ Woche in der Nacht von Sonntag auf Montag eine Zeitumstellung durchmachen. Den zarten Seelen sei also empfohlen, diesen Samstag einfach so zu Bett zu gehen wie an den Werktagen zuvor und das Problem ist gelöst.
ridcully76 23.03.2018
5.
Ich verstehe das auch nicht. Wie kann man bei einer Stunde Zeitumstellung solche Probleme haben? Gehen diese Leute jeden Tag um die genau gleiche Uhrzeit ins Bett, auch am WE? Oder regen sie sich einfach nur über das Thema auf und können deshalb nicht einschlafen?
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