Zika-Epidemie Brasilien beendet Notstand

Die Bilder der Kinder mit viel zu kleinen Köpfen erschütterten die Welt. Zika verbreitete in Brasilien große Angst. Inzwischen ist die Zahl der Neuinfektionen extrem gesunken.

Die Zwillinge Eloisa und Eloa wurden beide mit Mikrozephalie geboren
AFP

Die Zwillinge Eloisa und Eloa wurden beide mit Mikrozephalie geboren


Brasilien hat den nationalen Notstand wegen der Zika-Epidemie und der starken Zunahme von Schädelfehlbildungen bei Säuglingen für beendet erklärt. Von Januar bis Mitte April habe es lediglich 7911 neue Zika-Infektionen gegeben, die durch Stiche der Gelbfiebermücke Aedes aegypti ausgelöst werden, teilte das Gesundheitsministerium in Brasilia mit. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es mehr als 170.000 Fälle.

Auch die Zahl lebensgefährlicher Schädelfehlbildungen (Mikrozephalie) bei Säuglingen nach einer Zika-Infektion der Mütter sei entsprechend auf ein Minimum gesunken.

Die Bilder der Kinder mit zu kleinen Köpfen, der verzweifelten Mütter und von Menschen in gelben Schutzanzügen, die Olympia-Sportstätten in Rio mit Insektiziden moskitofrei spritzen, gingen um die Welt. Eine Gruppe von Wissenschaftlern forderte sogar die Absage der Olympischen Sommerspiele 2016. Viele Schwangere trauten sich wegen Zika kaum aus dem Haus.

Es ist anzunehmen, dass die Zahl der Zika-Infektion so stark gesunken ist, weil sich einmal Infizierte nicht erneut anstecken können. Insgesamt sollen sich in Brasilien mehr als eine Million Menschen von 2015 bis 2016 mit Zika infiziert haben.

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Brasiliens Mikrozephalie-Kinder: Kleiner Kopf, großes Lachen

Nach dem Ausbruch in Brasilien und einer raschen Ausbreitung in ganz Amerika hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO im Februar 2016 einen globalen Notstand erklärt. Teilweise wurde Frauen geraten, auf geplante Schwangerschaften zu verzichten. Brasilien startete - unter Einsatz Zehntausender Soldaten - eine massive Kampagne zur Bekämpfung der Moskitos, zudem entwickeln Wissenschaftler einen Impfstoff. Die WHO erklärte den globalen Notstand im November für beendet.

Das Zika-Virus wurde erstmals vor etwa 70 Jahren in Rhesus-Affen im Zika-Wald in Uganda gefunden. In den meisten Fällen verläuft eine Infektion unauffällig. Fieber, Kopfschmerzen und Hautrötungen können Symptome sein. Aber neben der Gefahr bei Schwangeren, dass Säuglinge mit zu kleinen Köpfen geboren werden, erkrankten Dutzende männliche Infizierte an einer Nervenkrankheit, dem Guillain-Barré-Syndrom. Weltweit wurden Millionensummen für die Intensivierung der Forschung bereitgestellt, aber viele Rätsel rund um Zika sind noch ungelöst.

wbr/dpa



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