Zika in Deutschland Mehr als 200 Fälle gemeldet

Zika-Infektionen sind zwar meist harmlos, gefährlich werden sie aber, wenn Schwangere betroffen sind. In Deutschland gibt es seit Mai eine Meldepflicht für die Krankheit. Sie zeigt: Fast alle habe sich bei Amerika-Reisen angesteckt.

Stechmücke
AFP

Stechmücke


Die Zahl der bekannten Infektionen mit dem Zika-Virus in Deutschland ist innerhalb rund eines Jahres auf 204 gestiegen. 157 davon wurden seit Beginn der Meldepflicht am 1. Mai dieses Jahres registriert, berichtet das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin. Die übrigen Fälle stammen aus dem Zeitraum ab Oktober 2015.

Die Meldepflicht wurde eingeführt, um die Erkrankung besser überwachen zu können. In fast allen Fällen handelt es sich bei den Erkrankten um Reiserückkehrer aus Ausbruchsgebieten wie Mittel- und Südamerika. Die Stechmücken, die Zika übertragen, sind hierzulande nicht heimisch.

In einem Fall gab es eine sexuelle Übertragung in Deutschland - eine Frau steckte sich bei ihrem Partner an, der zuvor in Puerto Rico gewesen war und nach der Rückkehr unter Symptomen gelitten hatte, die zu einer Zika-Infektion passen. Die Krankheit macht sich vor allem durch Hautausschlag und Gelenkschmerzen bemerkbar, so das RKI. Sie ähnele in den meisten Fällen einer milden Dengue- oder Chikungunyavirus-Infektion.

Gefährlich wird Zika vor allem dann, wenn sich Schwangere infizieren. Infolge der Infektion können schwere Fehlbildungen beim Ungeborenen entstehen.

Neue Fälle in Vietnam

Inzwischen ist das Virus auch in Asien nachgewiesen worden, zuletzt in Burma und Vietnam.

Vietnams Behörden meldeten am Dienstag zwölf neue Zika-Fälle. Die meisten davon wurden in einem Bezirk von Ho-Chi-Minh-Stadt registriert. Damit stieg die Gesamtzahl der Fälle auf 23, wie die staatliche Agentur Vietnam News Agency berichtete. Die Behörden gehen davon aus, dass ein vier Monate altes Baby mit Schädelfehlbildung im Hochland von Dak Lak das erste Opfer einer durch das Virus verursachten Mikrozephalie ist.

Die Behörden in Vietnam riefen die Menschen auf, Brutstätten von Moskitos wie stehendes Wasser in Töpfen und Schalen zu beseitigen: Bekämpft man die Mücken, reduziert sich auch das Risiko, dass sich das Zika-Virus verbreitet.

wbr/dpa



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