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Brasilien: 82 Mikrozephalie-Fälle nach Zika-Infektion bestätigt

Anti-Mücken-Plakat in Brasilien Zur Großansicht
AP

Anti-Mücken-Plakat in Brasilien

Die Zahl der bestätigten Fälle schwerer Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen in Brasilien wächst weiter. Bei 82 Mikrozephalie-Fällen konnten Behörden nun auch eine Zika-Infektion der Mutter nachweisen.

Die bestätigten Fälle von Schädelfehlbildungen bei Babys, deren Mütter sich während der Schwangerschaft mit dem Zika-Virus infizierten, haben sich in Brasilien in den vergangenen zwei Wochen verdoppelt. In 82 von 641 Mikrozephalie-Fällen sei bei den Müttern eine Zika-Ansteckung nachgewiesen worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Vor zwei Wochen waren es noch 41 bestätigte Fälle gewesen.

Die Behörden vermuten, dass die Mehrzahl der Mikrozephalie-Geburten eine Zika-Erkrankung der Mutter vorausging. Derzeit werden 4222 weitere Verdachtsfälle von Schädelfehlbildungen untersucht. Unter den 641 seit Oktober 2015 registrierten Mikrozephalie-Fällen starben bislang 139 Babys an dem schweren Defekt. Normalerweise gibt es in Brasilien jährlich rund 150 Fälle von Mikrozephalie.

Einen Verdacht auf Mikrozephalie gibt es, wenn das Baby mit einem Kopfumfang von 32 Zentimetern oder weniger zur Welt kommt.

Noch ist der Verdacht, dass das Zika-Virus die Schädelfehlbildung und damit geistige Behinderungen bei Babys auslösen kann, aber nicht endgültig bewiesen. Es laufen wissenschaftliche Untersuchungen zu dem vermuteten Zusammenhang. Als gesichert gilt hingegen, dass das Virus die schwere Nervenkrankheit namens Guillain-Barré-Syndrom auslösen kann.

Kondome zur Sicherheit

Das Zika-Virus ist bisher in etwa 40 Ländern, vor allem in Südamerika, nachgewiesen worden, Brasilien ist am stärksten betroffen. Die Zahl der Zika-Infektionen wird dort auf 1,5 Millionen geschätzt. Das Virus wird primär von tagaktiven Moskitos übertragen. Gesunde entwickeln in der Regel grippeähnliche Symptome, etwa leichtes Fieber. Auch Hautausschlag und gerötete Augen kommen vor. Wer sich einmal angesteckt hat, ist gegen das Virus immun.

Schwangeren in Nicht-Zika-Gebieten empfiehlt die US-Gesundheitsbehörde CDC derzeit als Vorsichtsmaßnahme Kondome zu benutzen oder auf Sex zu verzichten, falls ihr Partner kürzlich in einem Zika-Infektionsgebiet war. Auch Papst Franziskus gab bekannt, dass Frauen angesichts der Gefahr einer Zika-Übertragung Verhütungsmittel benutzen dürften.

Britische Forscher hatten zuvor berichtet, sie hätten den Erreger kürzlich noch 62 Tage nach der Infektion im Sperma eines Mannes nachgewiesen. Zudem war Anfang der Woche der erste durch sexuellen Kontakt übertragene Fall in Frankreich bekannt geworden. Eine Frau hatte sich bei ihrem Partner angesteckt, der zuvor von einer Brasilienreise zurückgekehrt war. Sie ist aber zum Glück nicht schwanger.

SPIEGEL ONLINE

jme/AFP/dpa

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