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Zika-Virus: Kolumbien meldet Tausende Infektionen bei Schwangeren

Krankenhaus in Kolumbien: Schwangere wird untersucht Zur Großansicht
DPA

Krankenhaus in Kolumbien: Schwangere wird untersucht

Das Zika-Virus steht im Verdacht, bei Ungeborenen zu Fehlbildungen zu führen. In Kolumbien müssen jetzt mehr als 3100 werdende Mütter um die Gesundheit ihrer Kinder bangen.

Das Zika-Virus breitet sich in Südamerika weiter rasant aus. Nach Behördenangaben sind allein in Kolumbien bislang 25.645 Fälle registriert. Darunter seien mehr als 3100 Schwangere, sagte Präsident Juan Manuel Santos laut einem Bericht des Rundfunksenders Radio Caracol in Bogotá.

Ob es sich dabei um bestätigte Infektionen oder Verdachtsfälle handele, war zunächst nicht bekannt. Santos leitete am Samstag eine Sondersitzung der Gesundheitsbehörde zu der Epidemie.

Ende Januar hatte das kolumbianische Gesundheitsministerium bereits einen Anstieg von 890 auf 2116 Fälle innerhalb von einigen Tagen gemeldet, wobei damals 176 davon von Labors bestätigt wurden.

Kolumbien ist nach Brasilien das von dem Zika-Ausbruch am härtesten betroffene Land. Der von Moskitos übertragene Zika-Erreger steht im Verdacht, bei einer Infizierung von Schwangeren starke Schädelfehlbildungen bei deren Babys auszulösen (Mikrozephalie). Die Kinder kommen mit einem zu kleinen Schädel auf die Welt. Geistige Behinderungen sind meist die Folge. Einen Beweis dafür, dass das Zika-Virus eine Mikrozephalie auslöst, gibt es aber noch nicht.

Die wichtigsten Texte zur Epidemie bei Spiegel Online:

  • Überblick:Das Zika-Virus in Lateinamerika
  • Einschätzung: Die Weltgesundheitsorganisation reagiert ruft den weltweiten Notstand aus
  • Geschichte: Mysteriöses Virus auf dem Vormarsch
  • Ratgeber: Was bedeutet das Zika-Virus für Reisende?

asc/dpa/Reuters

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Das Zika-Virus - von der Entdeckung bis zum globalen Notstand
1947: Bei einem Rhesusaffen aus dem Zika-Wald in Uganda wird das Virus erstmals nachgewiesen.
  • 1952: Forscher finden den Erreger bei Menschen in Uganda und Tansania. In den folgenden Jahrzehnten werden jedoch nur vereinzelte Infektionen aus Afrika und Südasien bekannt.
  • 2007: Im Pazifik-Raum häufen sich Infektionen, es kommt zu Fällen auf den Yap-Inseln - damals waren offenbar sogar über 70 Prozent der Bevölkerung im Alter von über drei Jahren betroffen. Seit 2013 gibt es laut Weltgesundheitsorganisation weitere Fälle in Afrika und Amerika.
  • November 2015: Der erste bekannte große Ausbruch nimmt seinen Anfang in Brasilien. Eine Häufung von Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen geht nach Ansicht von Fachleuten auf das Virus zurück.
  • Dezember 2015: Nach Angaben des brasilianischen Regierung sind die Verdachtsfälle im Land sprunghaft angestiegen.
  • Januar 2016: Die Behörden in Jamaika und Kolumbien empfehlen, geplante Schwangerschaften aufzuschieben. In Deutschland gab es seit 2013 mehrere Fälle bei zurückkehrenden Reisenden, davon mindestens fünf in Zusammenhang mit dem aktuellen Ausbruch in Lateinamerika.
Februar 2016: Die Weltgesundheitsorganisation erklärt den globalen Gesundheitsnotstand. Es gebe eine starke räumliche und zeitliche Verbindung zwischen Zika und dem Auftreten von Schädelfehlbildungen


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