Analyse der Weltbank Zika-Virus verursacht Einbußen von 3,5 Milliarden Dollar

Die Weltbank warnt vor den wirtschaftlichen Folgen der Zika-Epidemie: Die Experten rechnen allein für dieses Jahr mit Milliardeneinbußen. Werde die Verbreitung des Virus nicht bald gestoppt, könne es noch teurer werden.

Weltbank-Präsident Jim Yong Kim in Dubai: "Wie wichtig es ist, schnell zu handeln"
AFP

Weltbank-Präsident Jim Yong Kim in Dubai: "Wie wichtig es ist, schnell zu handeln"


"Unsere Analyse unterstreicht, wie wichtig es ist, schnell zu handeln, um das Zika-Virus zu stoppen und die Gesundheit der Menschen in den betroffenen Regionen zu erhalten": So steht es in einem Bericht, den die Weltbank nun veröffentlicht hat. Demnach wird der Kampf gegen das Zika-Virus und seine Folgen in Lateinamerika und der Karibik geschätzt 3,5 Milliarden Dollar kosten, das sind umgerechnet etwa 3,15 Milliarden Euro.

Sollte das in der Regel von Stechmücken übertragene Virus nicht bald gestoppt werden, könnte es sogar noch teurer werden, schätzen die Experten in Washington. Für die vom Tourismus abhängigen Karibikstaaten bezifferte die Weltbank die Einbußen auf bis zu 1,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Dies betreffe vor allem Jamaika, Kuba und Belize. Die Bank will im Kampf gegen die Folgen der Epidemie 150 Millionen Dollar bereitstellen.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO gemeldet, die Bekämpfung des Zika-Virus in Süd- und Mittelamerika werde bis Juni dieses Jahres 56 Millionen Dollar kosten. 25 Millionen Dollar will die WHO selbst investieren.

Das Zika-Virus grassiert derzeit in Süd- und Mittelamerika, besonders betroffen sind Brasilien und Kolumbien. Es steht im Verdacht, schwere Schädelfehlbildungen bei Ungeborenen auszulösen, wenn die Mutter infiziert ist. Für gesunde Menschen ist das Zika-Virus in der Regel nicht gefährlich. Es verursacht bei etwa einem Fünftel der Infizierten grippeähnliche Symptome und ist normalerweise nicht tödlich.

Auch der Papst äußerte sich kürzlich zum Thema: Auf Nachfrage einer Journalistin deutete Franziskus an, dass Frauen angesichts der Bedrohung durch das Zika-Virus Verhütungsmittel nutzen dürften. Im Gegensatz zu Abtreibung sei Verhütung "nichts absolut Böses" und in einigen Fällen sogar einleuchtend, sagte der Papst nach Vatikanangaben.

aar/dpa/AFP

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