Abnehm-Apps Hosentaschen-Trainer und Erbsenzähler

Ernährungstagebuch, Kalorienzähler, Aktivitätstracker: Viele Apps sollen beim Abnehmen helfen. Welche passen zu den eigenen Bedürfnissen? Achim-achilles.de hat fünf getestet.

Einkauf: Und wie viele Kalorien hat der Mais?
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Einkauf: Und wie viele Kalorien hat der Mais?


Nach den Feiertagen abnehmen oder gezielt die Wettkampfform erreichen - es gibt viele Situationen, in denen Menschen ihr Gewicht verändern wollen. Welche Apps können dabei helfen? Hier ein genauerer Blick auf fünf, die es für iOS und für Android gibt.


NOOM: Der Hosentaschentrainer


Versprechen
: "Mit Noom schaffen Sie es, wirklich etwas zu verändern."

Worum geht's? Sie haben sich vorgenommen, über Ihre Ernährung nachzudenken? Dann ist diese App vielleicht die richtige. Noom hat eine umfangreiche Wissensdatenbank. Die App belohnt Anwender mit Punkten, wenn sie sich informieren.

Zudem kann man seine Mahlzeiten erfassen, was erstaunlich viel Spaß macht. Dabei achtet Noom nicht auf jedes Gramm. Es reichen auch grobe Schätzungen über die Menge.

Zahlende Nutzer bekommen zusätzlich täglich angepasste Hinweise, um ihre Ernährungsgewohnheiten zu verbessern. Das kann motivieren, dabei zu bleiben. Sportliche Aktivitäten müssen Nutzer allerdings manuell oder über eine eigene App erfassen. Noom misst den Erfolg über einen speziellen Score.

Besonderheiten: Noom basiert auf einem Konzept, bei dem mehr Bewegung und bewussteres Essen kombiniert werden. Die Ernährung folgt der "Volumetrics"-Idee, also dem Ziel, möglichst wenige Kalorien mit möglichst voluminösen Portionen zu sich zu nehmen.

Nachteil: Die Gewichts- und Kalorienvorstellungen scheinen eher dem Format "Germany's Next Topmodel" als einer gesunden Ernährungsweise entsprungen.

Kosten: Tagebuchfunktion kostenlos, Coaching mit ausführlichen Hintergrundinformationen im monatlichen Abo für 9,99 Euro.


MY FITNESS PAL: Der Erbsenzähler

Versprechen: "Die schnellste und am einfachsten zu verwendende App, um Kalorien zu zählen."

Worum geht's? My Fitness Pal lässt sich mit vielen gängigen Sporttrackern wie Endomondo, runtastic oder runkeeper verbinden. Sie ist also passend für Nutzer, die nicht nur ihr Gewicht im Blick halten wollen, sondern auch viel trainieren.

Die App integriert die verbrauchten Kalorien automatisch in den eigenen Ernährungsplan. Mahlzeiten sind bequem über einen Barcodescanner oder durch manuelle Eingabe zu erfassen.

Besonderheiten: Die Verbindung zu anderen Fitnesstrackern und Sport-Apps ist ein Alleinstellungsmerkmal.

Nachteil: Die kostenfreie Version bietet wenige Funktionen, nicht einmal Nährwertinformationen gibt es hier umsonst. Die manuelle Erfassung von Mahlzeiten basiert auf genauen Gewichtsangaben und artet so schnell in Erbsenzählerei aus. Die Datenschutzerklärung der amerikanischen Software kommt zudem einem Offenbarungseid des Anwenders sehr nahe.

Kosten: Tagebuchfunktion und Rezeptvorschläge kostenlos, Zugriff auf Nährwertinformationen und weitere Funktionalitäten im monatlichen Abo für 9,99 Euro.


LIFESUM: Der Diätplaner

Versprechen: "Egal, welches Gesundheitsziel du hast: Lifesum hilft dir dabei, es zu verwirklichen."

Worum geht's? Diese App bietet dem Nutzer verschiedene Diätpläne und die dazu passenden Rezepte und Ratschläge.

Tägliche Mahlzeiten erfasst der Nutzer bequem per Barcode oder durch Auswahl sinnvoller Portionen. Mehr über Nährwerte erfährt er aber erst, wenn er zahlt.

Die in Lifesum integrierten deutschen und amerikanischen Lebensmitteldatenbanken sind sehr umfangreich. Sportliche Aktivitäten lassen sich mit einer eigenen Lifesum-App direkt aufzeichnen oder manuell nacherfassen.

Besonderheiten: Lifesum bietet verschiedene Diätpläne zur gezielten Gewichtsabnahme, zum Abbau von Fettpölsterchen oder zum Aufbau von Muskeln an. Kalorienempfehlungen liefert die Software für jede Mahlzeit. Alleinstellungsmerkmal: die umfangreichen Lebensmitteldatenbanken.

Nachteil: Die manuelle Erfassung sportlicher Aktivitäten ist eher umständlich. Aktivitäten muss der Nutzer aus einem großen Katalog zeitbasiert auswählen.

Kosten: Tagebuchfunktion kostenlos. Diätpläne, Nährwertinformationen und genauere Aufzeichnungsmöglichkeiten im Abo für 7,99 Euro im Monat.


VIRTUAGYM FOOD: Der Spartanische

Versprechen: "Die perfekte Kombination von Ernährung und Training auf deinem mobilen Gerät."

Worum geht's? Food ist der Tagebuchteil des virtuellen Fitnessstudios Virtuagym. Um Aktivitäten zu erfassen, muss diese App zusätzlich installiert werden. Während die berechneten Kalorien realistisch erscheinen, ist die Food-Datenbank eher dünn.

Potenziell ungesunde Lebensmittel haben im Leben eines gesundheitsbewussten Menschen anscheinend keinen Platz. Auch sonst ist die App spartanisch ausgelegt und lädt tendenziell eher Fitnessexperten ein, sich in die digitale Welt zu begeben.

Besonderheiten: Für besondere Erfolge und erreichte Ziele vergibt das Programm virtuelle Medaillen.

Nachteil: Die Lebensmitteldatenbank ist begrenzt. Sportliche Aktivitäten können nur über die dazugehörige App getrackt werden.

Kosten: Tagebuchfunktion kostenlos. Monatliches Abo mit Übungen und besserer Aufzeichnungsmöglichkeit für 5,99 Euro.


YAZIO: Der Realist

Versprechen: "Erfolgreich Abnehmen. Gesund und schnell mit Yazio."

Worum geht's? Steht ein moderates Abnehmen mit umfassenden Informationen über die Zusammensetzung der Mahlzeiten im Mittelpunkt, ist diese App eine geeignete Wahl.

Yazio hat sehr realistische Vorgaben für den täglichen Kalorienbedarf und für das optimale Körpergewicht. Die Lebensmitteldatenbank ist ausführlich und enthält alle üblichen Speisen. Die Eingabe erfolgt über einen Barcodescanner oder manuell nach Portionsgrößen. Sportliche Aktivitäten kann die App nur manuell erfassen.

Besonderheiten: Yazio zeichnet sich durch sehr ausführliche grafische Auswertungen aus.

Nachteil: Für die Aufzeichnung sportlicher Aktivitäten gibt es keine App.

Kosten: Tagebuchfunktion kostenlos. Monatliches Abo bietet sehr ausführliche Auswertungen und detaillierte Informationen zu Nährwerten für 6,99 Euro.

Dubravko Dolic



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insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
Nazgul1349 12.01.2016
1. Funktioniert
...solche Apps funktionieren gut. Vor allem, um eine realistische Einschätzung des Ist-Zustandes zu erhalten. Aber wieso nicht FDDB nutzen? Kostenlos (mit Option Pro Version zu kaufen) auf detaillierte Informationen zugreifen und eine riesen Datenbank an Lebensmitteln. Hat mir nach der Schwangerschaft sehr geholfen.
humpensack 12.01.2016
2. Nsa
Ich vermisse bei den solchen "Netzwerk Geschichten" die üblichen NSA schreie. Alternativ ausspähen von Gesundheitsdaten, "die Krankenkasse wirds freuen", usw. Bei letzterer könnte ich mir das Interesse aber tatsächlich vorstellen. Beiträge nach App Informationen.
0forearth 12.01.2016
3.
Diese Apps sind sicherlich nicht schlecht. Aber ich würde dafür keinem Unternehmen alle meine Daten liefern, einschließlich, wer ich bin, und wann ich Junkfood esse oder Alkohol trinke. Kalorienzählen ist ganz einfach mit Websites, die keine personenbezogenen Daten fordern, oder auch einfach durch einen Blick auf die Verpackungen und Aufzeichnungen in eine Excel-Tabelle oder auf einer Schreibblock. Wenn man zusätzlich dazu eine gute Lebensmittelwaage verwendet, ist das nicht weniger genau oder weniger effektiv als jede dieser Apps.
Wilmalein 12.01.2016
4. O
Hey Leute, fresst nicht so viel, bewegt euch mehr, dann könnt ihr euch diesen ganzen Fitnesstracker/ App- Schnickschnack sparen.
somorena 12.01.2016
5. Niemand hat getestet
Ich habe mehrere der genannten Apps GENUTZT und kann daher sagen, dass der "Test" totaler Käse ist - da hat vielleicht jemand mal etwas über die Apps gelesen und sie vielleicht auch aufgemacht, doch nie und nimmer tatsächlich genutzt
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