Achilles Ferse So animieren Sie Ihre Arbeitskollegen zum Laufen

Betriebssport liegt im Trend. Doch was ist, wenn der Arbeitgeber in Sachen Bewegung untätig bleibt? Dann gibt es nur eine Lösung: Selber eine Laufbewegung starten. Achim-achilles.de erklärt in neun Schritten, wie Sie Arbeitskollegen zum Mitlaufen bewegen.

Übergabe beim Staffellauf: Sport mit Kollegen fördert das Betriebsklima
Corbis

Übergabe beim Staffellauf: Sport mit Kollegen fördert das Betriebsklima


1. Das Ziel: Eine geeignete Laufveranstaltung wählen

Läufer brauchen ein Ziel, eine Veranstaltung. Ein Staffellauf ist ideal für den fröhlichen Kollegenlauf. Teamstaffeln mit aufeinanderfolgenden Einzelstarts kaschieren die Leistung des Einzelnen, da nur der erste Läufer die Startzeit und der letzte Läufer die Zielzeit auslöst. Das minimiert im Teilnehmerfeld den Leistungsdruck und stärkt den Teamgeist gemäß dem Muskeltier-Motto: Einer für alle, alle für einen. So werden vor allem Laufanfänger glücklich.

To do: Flyer von der Veranstaltung auslegen, Finisher-Fotos herumzeigen.

2. Der Termin: Einen geeigneten Zeitpunkt wählen

Damit man als Laufinitiator am Staffeltag nicht allein dasteht, muss der Zeitpunkt des Events vorausschauend geplant sein. Ist ein großer Kollegenkreis auf einer Fortbildung? Wann geht der konditionsstarke Azubi in den Sommerurlaub? Gibt es betriebsbedingte Stressmonate? Dies gilt es, früh genug im Plenum anzusprechen und Terminfreiräume auszuloten.

To do: Termin dick im Betriebswandkalender vermerken.

3. Der Aufruf: Kollegen individuell ansprechen

Je individueller die Ansprache ist, desto erfolgreicher wird man. Wer sich im persönlichen Zweiergespräch zu einem "Jupp, bin dabei" hinreißen lässt, fühlt eine stärkere Verpflichtung, auch tatsächlich mitzumachen. Hat man mehrere Kollegen einzeln angesprochen, sollte man die Interessenten per E-Mail auf dem Laufenden halten, zum Beispiel über den wöchentlichen Lauftreff.

To do: Wöchentlich zum Lauftreff aufrufen. Massen-Mails spärlich einsetzen.

4. Die Anmeldung: Verbindlich werden

Nach den ersten losen Zusagen wird es jetzt ernst. Der Organisator muss Namen, Geburtsjahre, Startreihenfolgen und andere pikante Informationen sammeln und in eine Tabelle eintragen. Besser: Wenn es die Mitläufer gleich selbst tun. Dann muss der Chefvorläufer nur eine Datei auf einen zugänglichen Speicherplatz ablegen. Fertig. So kann die Gruppe auch Änderungen ohne Umstände einarbeiten und die Tabelle aktuell halten.

To do: Eine Excel-Tabelle anlegen, die Liste einfach halten.

5. Die Arbeitsteilung: Teamleiter benennen

Bei einer großen Teilnehmergruppe macht es Sinn, nicht mit jedem Teilnehmer einzeln Kontakt zu halten. Daher sollte man Teamleiter benennen, die sich um eine bestimmte Anzahl von Kollegen kümmern. Das spart Zeit und schont Nerven. Wer etwa in einem großen Unternehmen 80 Teilnehmer zusammengetrommelt hat, kann Teams mit je fünf Kollegen inklusive einem Ansprechpartner bilden. Diese Teamleiter übernehmen auch am Tag der Veranstaltung verantwortungsvolle Rollen und vergeben später die Urkunden.

To do: Teamleiter stärken.

6. Der Sponsor: Den Arbeitgeber mit einbinden

An einer Laufveranstaltung teilzunehmen, kostet Geld. Auch wenn sich der Betrag in Grenzen hält: Übernimmt der Arbeitgeber das Startgeld, steigt die Motivation. Legt der Chef für jeden Teilnehmer noch ein kleines Extrapräsent oben drauf (zum Beispiel ein Handtuch mit Firmenlogo), wächst die Corporate Identity ins Unermessliche.

To do: Chef nach monetärer Unterstützung fragen.

7. Die Reserveläufer: Ersatzbank bereithalten

Ein Phänomen ist die kurzfristige Absage von Teilnehmern, gerne auch zwei Tage vor dem Start. Der Chef ruft zu einer Dienstreise ("Kann ich nicht absagen!"), der Nachwuchs erkrankt plötzlich an einer "komplizierten Geschichte", und der Kollege aus der Kommunikationsabteilung hat den Wetterbericht studiert ("Soll regnen"). Dieses Phänomen heißt: Muffensausen. Kommt in den besten Unternehmen vor. Lösung: Reserveläufer. Das sind Leute, die "laufen würden, es aber nicht erzwingen" wollen. Hier ist der Jogi Löw in uns gefragt. Stichwort Rotation. Ersatzläufer müssen das Gefühl bekommen, dass ohne ihr Zutun das ganze Projekt scheitert - was meist auch stimmt. Bei einer größeren Teilnehmeranzahl sollte man im Vorfeld mindestens zehn Prozent zusätzlich als Reserveläufer einplanen.

To do: Läufer, die spontan einspringen, öffentlich loben ("Spezieller Dank geht an…").

8. Die Nachbereitung: Gruppenfoto aushängen

Die Veranstaltung ist vorbei. Der Ablauf vor Ort - Treffen, Startnummernverteilung, Startreihenfolge, Rennen - klappte mit Hilfe der Teamleiter problemlos. Der Platz im Mittelfeld ist akzeptabel. Für die Erinnerung machen sich Fotos gut und ein Textbeitrag, der die emotionalen Höhepunkte der Gemeinschaftsaktion zusammenfasst. Unbedingtes Muss: zwei Gruppenfotos - eins vor dem Lauf (da sehen noch alle gut aus) und eins nach dem Rennen (bestenfalls mit Medaille). Die Erfahrung zeigt: Nichts motiviert Kollegen so sehr wie ein sportliches Mannschaftsbild am Schwarzen Brett - und bei Facebook oder Twitter. Die Teilnehmer erkennen sich gerne wieder. Für eine Teilnahme im nächsten Jahr ist das ein gutes Fundament.

To do: Das Rennen so positiv herausstellen wie möglich.

9. Der Nutzen: Sport verbindet

Wer sich bewegt, ist zufriedener. Wer zufriedener ist, arbeitet besser. Wer besser arbeitet, ist beliebter bei den Kollegen. Und wenn die Belegschaft tüchtig anpackt, profitiert das Unternehmen. Zudem wird das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt, wenn man gemeinsam ein Ziel erreicht. Sport verbindet. Fazit: Alles, was man manchmal tun muss, um eine Laufbewegung zu starten, ist, anderen auf die Füße zu treten. Dann kommt die Begeisterung von allein.

To do: Gleich nach Ablauf des Events einen neuen Termin bekanntgeben.


Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen: Wie hat Ihnen dieser Ratgeber geholfen? Was möchten Sie gerne ergänzen? Zusendung bitte an achim@achim-achilles.de .

Von Ferdinand Ferse und Frank Joung

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
kritischerleser13 07.11.2013
1. Ernsthaft??
Das kann ja wohl nicht wahr sein, eine Anleitung.. Wir schreiben das Jahr 2013, einem Jahr, in dem die Deutschen immer mehr Anleitungen benötigen, um alltägliche Dinge zu meistern. Anleitungen, um "Bürokollegen" zu animieren, wie schlecht. Ich kann das nicht ernst nehmen, und jemand, der mich "animieren" möchte, macht das nicht der Gemeinschaft wegen, sondern nur wegen sich selbst. Die Email würde sofort im Müll landen. Lasst die Bürger doch mehr selbstständig denken, ich vermute Idiocrazy ist schon hier.
donatellab 08.11.2013
2. Bürohengste
Zitat von sysopCorbisBetriebssport liegt im Trend. Doch was ist, wenn der Arbeitgeber in Sachen Bewegung untätig bleibt? Dann gibt es nur eine Lösung: Selber eine Laufbewegung starten. Achim-achilles.de erklärt in neun Schritten, wie Sie Arbeitskollegen zum Mitlaufen bewegen. http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/achim-achilles-so-motivieren-sie-andere-zum-laufen-a-932293.html
Die meisten meiner Kollegen sind schon froh, wenn sie gehen können. Laufen? Höchstens rollen.
maximilian_5 08.11.2013
3.
Danke für die Anregung und die Offenbarung, dass eine größere Teilnahme einiges an Arbeit ausmacht. Um so besser, aus Erfahrung lernen zu können. Danke für den Ratgeber. Ich bleibe für die nächste Saison mal am Ball.
nosports28 09.11.2013
4.
Den gleichen Effekt würde auch jemand anstreben, der versuchte, ein gemeinsames Morgengebet durchzusetzen. Ich fang´ jetzt schon mal an: Danke für die Spielverderber, die solche Leute freundlich auf dem Boden der Tatsachen willkommen heißen!
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