Stiftung Warentest Jeder fünfte Basmatireis ist "mangelhaft"

Wer Wert auf aromatischen Basmatireis legt, muss laut Stiftung Warentest auf Mikrowellen- und Kochbeutelprodukte verzichten. In zwei Reissorten fanden die Tester hohe Rückstände von Pestiziden.

Locker und aromatisch - so sollte Basmatireis sein
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Locker und aromatisch - so sollte Basmatireis sein


Guten Basmatireis zu finden, ist für Verbraucher nicht so einfach: In einer Untersuchung der Stiftung Warentest wurden von 31 Produkten nur 5 weiße, lose verpackte Reise mit der Note "gut" bewertet. Kein Vollkorn-, Kochbeutel- oder Mikrowellenreis habe überzeugt, heißt es in der Zeitschrift "test" (Ausgabe 09/2018). Negativ fielen einige Produkte wegen ihres Schadstoffgehalts auf: Insgesamt vergaben die Tester deshalb sechsmal die Note "mangelhaft".

Basmati heißt "duftend" auf Hindi, eigentlich sollte er besonders aromatisch sein. Trotzdem konnten nur wenige Produkte die Tester bei der Verkostung überzeugen: Geschmacklich schnitt der Reis der britischen Marke Tilda am besten ab. Sensorisch "sehr gut" ist auch der Reis von Davert. Preiswert und mit "gut" beurteilt sind "Le Gusto" (Aldi Süd) und "Satori" (Netto Marken-Discount). Beim Testsieger "Golden Sun" hat Lidl inzwischen die Sorte und Herkunft des Basmatis geändert, sodass die Ergebnisse keine Aussage mehr über das aktuelle Produkt zulassen.

Mängel bei Mikrowellenreis, Kochbeutelreis und Vollkornreis

Geschmacklich fragwürdig waren alle getesteten Produkte, bei denen der Reis schon vorgekocht war und nur noch in der Mikrowelle aufgewärmt werden musste. Alle fünf Produkte enthielten Sonnenblumenöl, das dem Bericht zufolge eine mögliche Basmati-Note überdeckt. Wer echtes Basmati-Aroma erwarte, müsse selbst kochen, so das Fazit.

Auch eine weitere Produktgruppe, die das Zubereiten erleichtern soll, schnitt schlecht ab: Kochbeutelreis. In den getesteten Tüten steckte doppelt so viel Bruch wie in losem Reis. Die kleinen, gebrochenen Reiskörner führen dazu, dass beim Kochen mehr Stärke freigesetzt wird und der Reis stärker klebt. Wer Wert auf lockeren Basmatireis legt, sollte deshalb lieber losen Reis kaufen und die Körner vor dem Kochen unter fließendem Wasser waschen. Das entfernt überflüssige Stärke.

Bei Vollkorn-Produkten hingegen warnen die Tester vor einem erhöhten Schadstoffgehalt. Den Ergebnissen zufolge ist Arsen, das Reispflanzen aus dem Boden aufnehmen, bei Basmatireis zwar kein großes Problem. Auch Mineralölbestandteile entdeckten sie nur in geringen Mengen. Bei ungeschältem Vollkornreis könnten sich jedoch Schadstoffe in den Randschichten anreichern. "Hierzulande lässt sich der Vollkornhunger auch mit anderem Getreide stillen", ist das Fazit der Stiftung Warentest.

Zu viele Pestizide in zwei Produkten

Zwei Reissorten (der weiße Reis von Fair East und der Mikrowellenreis von Netto Marken-Discount) fielen bei der Bewertung durch, weil sie laut Stiftung Warentest gar nicht hätten verkauft werden dürfen. Die eine Sorte enthielt demnach zu hohe Mengen Carbendazim, das Pilzerkrankungen bekämpft. Das andere überschritt den Grenzwert bei Thiamethoxam, das zur Abwehr von Insekten genutzt wird. Die Ergebnisse lassen jedoch nur Rückschlüsse auf die untersuchten Produkte und nicht auf alle Chargen zu.

Eine Reissorte verstieß außerdem gegen das Basmati-Reinheitsgebot, den "Code of Practice on Basmati Rice" aus Großbritannien. Basmatireis setzt sich aus 41 Sorten zusammen, eigentlich darf er nur sieben Prozent Fremdreis enthalten. Bei einer genetischen Analyse stießen die Tester bei einem Produkt (Basmati Reis von Neuss & Wilke) auf zehn Prozent Fremdreis. Auf den Geschmack hatte das aber offensichtlich keinen Einfluss. Dieser war dem Testbericht zufolge "leicht aromatisch", der Reis "leicht locker-körnig, leicht bissfest".

Der Preis liefert laut der Stiftung übrigens keinen Anhaltspunkt für die Kaufentscheidung: Auf den ersten und letzten Plätzen finden sich ebenso preiswerte wie teure Produkte.

irb/dpa

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