Bewegungstraining Richtig gehen

Bewusstes und vitales Gehen kann sogar eine Sporteinheit ersetzen. Die Coaching-Einheit dieser Woche zeigt, wie es geht.


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SPIEGEL WISSEN hat ein achtwöchiges Coaching entwickelt, mit dem Sie in kleinen Schritten lernen, sich in Ihrem Alltag mit mehr Freude zu bewegen. Dies ist Teil drei von acht. Die anderen Teile finden Sie hier.


"Vogel fliegt. Fisch schwimmt. Mensch läuft." Dieser Spruch des tschechischen Langstreckenläufers Emil Zatopek wird gern in Läufer-Kreisen zitiert. Diese schlichte Wahrheit gilt aber nicht nur fürs Rennen und Joggen - sondern auch fürs Gehen schlechthin.

Unser Körper ist fürs aufrechte Gehen gemacht. Wenn wir ihm das gönnen, tun wir schon sehr viel für eine gesunde und wohltuende Art der Bewegung und belasten den Bewegungsapparat auf angenehme Weise. Dabei werden alle Muskeln und Gelenke optimal beansprucht und bekommen die Bewegungsimpulse, die sie für ihre Gesunderhaltung brauchen.

Die Übung in dieser Woche widmet sich deshalb komplett dem Gehen. Sie heißt schlicht: Bewusst gehen

In der ersten Woche haben wir uns bereits mit einer bewussten Haltung beim Sitzen und Stehen beschäftigt. In dieser Woche geht es darum, auch das Gehen bewusst zu gestalten und sich für das sogenannte vitale Gehen zu entscheiden. Probieren Sie in dieser Woche mindestens an drei Tagen, statt sich "einfach so" zu Fuß fortzubewegen, lieber in den Modus des vitalen Gehens zu wechseln. Das ist im Grunde ganz einfach:

1. Stehen Sie in der aufrechten Haltung, die Sie bereits geübt haben (Beine in angenehme Breite, Brustbein angehoben, Schultern und Bauch locker).

2. Laufen Sie in dieser Haltung los, flott und in angenehm großen Schritten, aber nicht schnell. Wenn Sie die Geschwindigkeit überprüfen können, überlegen Sie, ob man dazu "Das Wandern ist des Müllers Lust" pfeifen könnte.

3. Bewegen Sie die Arme locker mit, sie sollen frei schwingen, die Bewegung kommt aus der Schulter. (Dazu ist es gut, wenn man einen Rucksack aufhat - oder auch mal ganz ohne Handtasche, Aktentasche oder Einkaufstasche unterwegs ist.)

4. Achten Sie nun beim Gehen auch auf die Art, wie Sie die Füße setzen. Probieren Sie immer, bewusst die Ferse zuerst aufzusetzen und dann Richtung Fußspitze abzurollen. Das "bahnt" die gesunde Bewegung, aktiviert optimal die Fußmuskulatur.

Um das vitale Gehen anzufangen, reichen diese vier Punkte aus. Wichtig ist immer, dass Sie nicht zu langsam und nicht zu schnell gehen. Deshalb hier die Idee, ein Lied dazu zu summen. Wenn Sie kein Volkslied-Fan sind, können Sie auch Popsongs im gleichen Tempo wählen. Passend wäre etwa der Pop-Klassiker "Go West" von den Pet Shop Boys, der Oldie "Yellow Submarine" von den Beatles oder der Rock-Song "Seven Nation Army" von den White Stripes.

Zu jeder Ausgabe bietet SPIEGEL WISSEN ein praktisches, leicht im Alltag umsetzbares Online-Coaching passend zu seinem jeweiligen Heftthema an.

Jedes Coaching dauert acht Wochen. Während dieser Zeit erhalten Sie immer freitags per E-Mail eine Übungseinheit, die Ihnen helfen kann, Ihr Leben besser zu gestalten. Hier den Newsletter bestellen:

Zusatztipp: Wenn Sie aus Ihren normalen Alltagswegen nach und nach Strecken machen, die Sie auf vitale Art gehen, haben Sie bereits einen entscheidenden Schritt in Richtung mehr Bewegung gemacht. Dazu ist es auf Dauer wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, ob man lieber einen Rucksack trägt als eine Tasche und ob man das Arbeitsleben so organisieren kann, dass man ganz ohne Tasche oder Beutel losgehen kann. Viele Menschen tragen aus reiner Gewohnheit Taschen mit allerlei Dingen mit sich herum.

Zusatztipp: Für alle, die sich selbst als Sportler identifiziert haben und sich von dieser Übung unterfordert fühlen: Suchen Sie sich in dieser Woche zusätzlich noch einmal ein oder zwei Termine, an denen Sie sportliche Aktivitäten machen, die Sie wirklich mögen. Oder Sie hängen ein paar Minuten vitales Gehen an Ihre Jogging-Runde an. Das hilft beim Cool-down und dehnt die vom Rennen verkürzte Muskulatur auf natürliche Weise.

Wenn Sie am vitalen Gehen Interesse gefunden haben und mehr darüber wissen wollen, finden Sie Hinweise und genau Anleitungen mit Bildern in dem Buch unserer Expertinnen Caroline Theiss und Dr. Maja Storch: "Bewegen Sie sich besser. Mit Bewegungsperlen und der richtigen Motivation durch den Tag"

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Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Bewegung.

Das Team von SPIEGEL WISSEN

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insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
vox veritas 11.05.2018
1. Echt jetzt?
Wo sind wir nur hingekommen, wenn man den Leuten erklären muß, wie sie richtig gehen müssen.
taglöhner 11.05.2018
2. Atmen ist auch wichtig
Ein...Pause (max.3 min)...Aus. Immer abwechselnd, aber nie umgekehrt.
khelesic 12.05.2018
3. Mit der Ferse?
Ich (m, 68) hatte das Problem, dass ich nach ein paar Minuten gehen Schmerzen im linken Hüftgelenk bekam. Wenn ich einfach weiterging verschwanden später die Beschwerden. Der empfahl mir wieder zum natürlichen Gang zurückzufinden. Flacher auftreten, mit den Zehenballen zuerst. Siehe da: Keine Beschwerden mehr!
fm42 12.05.2018
4. Fersengang vs. Ballengang
Richtiges gehen ist natürliches gehen. Und der natürliche Gang des Menschen ist der Ballengang. Die ersten Schritte eines Kindes sind auf dem Ballen. Später immitiert es des den Fersengang seiner Mitmenschen. Es ist schwer sich wieder umzuprogrammieren, aber es lohnt sich. Dr. Hans-Peter Greb klärt darüber in seinen GoDo Vorträgen auf. Seit 8 Jahren rolle ich vom Vorderfuß nach hinten zum Ballen ab beim gehen und es ist eine Wohltat.
le.toubib 12.05.2018
5. Fersengang vs. Ballengang
Zitat von fm42Richtiges gehen ist natürliches gehen. Und der natürliche Gang des Menschen ist der Ballengang. Die ersten Schritte eines Kindes sind auf dem Ballen. Später immitiert es des den Fersengang seiner Mitmenschen. Es ist schwer sich wieder umzuprogrammieren, aber es lohnt sich. Dr. Hans-Peter Greb klärt darüber in seinen GoDo Vorträgen auf. Seit 8 Jahren rolle ich vom Vorderfuß nach hinten zum Ballen ab beim gehen und es ist eine Wohltat.
Es tut mir ja sehr leid, aber normales Gehen ist der Fersengang. Den Ballengang benutzen Sie beim Laufen oder Rennen. Und nein, ich hospitierte nie vier Monate im Presbytherian St. John's Hospital in Chicago bei Dr. Man Le, darob fehlt mir wahrscheinlich auch Grebs chicer Vollbart. Ach, ja, rein zufällig bin ich Orthopäde ...
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