Im Körper eines Fußballers Das Blut

Sogar der rote Saft ist auf Ausdauer getrimmt. In den Adern der Fußballer zirkuliert mehr Blut als in denen eines Durchschnittmenschen. Ein Teil der Flüssigkeit geht beim Spiel in den Muskeln verloren.

Rote Blutkörperchen transportieren Sauerstoff in jeden Winkel des Körpers. Auch von ihnen besitzen Fußballprofis mehr als Sportlaien.
Corbis

Rote Blutkörperchen transportieren Sauerstoff in jeden Winkel des Körpers. Auch von ihnen besitzen Fußballprofis mehr als Sportlaien.

Von und (Grafiken)




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Gut zu wissen

Ein Bonusliter und noch mehr

Es ist das Eiweiß im Blut, das Fußballern einen Teil ihrer Zusatzenergie liefert. Indem es Wasser bindet, verhilft es den Sportlern zu einem größeren Blutvolumen. Das Plus an Flüssigkeit schützt sie davor, bei starkem Schwitzen zu dehydrieren - also zu sehr auszutrocknen - und sichert eine gute Durchblutung der Muskulatur. Zusätzlich haben Sportler mehr rote Blutkörperchen, die den Sauerstoff von der Lunge in jeden Winkel des Körpers transportieren.

Während Untrainierte ein Blutvolumen von rund 76 Millilitern pro Kilogramm Körpergewicht besitzen, liegt der Wert bei Ausdauertrainierten bei etwa 95 Millilitern pro Kilogramm Körpergewicht. Bei einem 80 Kilo schweren Profifußballer zirkulieren demnach um die 7,6 Liter Blut durch die Adern, bei einem 80 Kilo schwerern Sportlaien sind es nur rund 6 Liter.


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Im Spiel

Flüssigkeitsraub

Hetzt der Fußballer über den Platz, nimmt die Durchblutung seiner Inneren Organe ab, stattdessen leitet der Körper das Blut in die Muskulatur um. Damit die Muskeln perfekt mit Sauerstoff versorgt werden, sind sie bei Leistungssportlern von einem besonders feinen Netzwerk winziger Blutgefäße durchzogen, den Kapillaren. Durch die dünnen Wände gelangt Sauerstoff in den Muskel.

Lichtmikroskopische Aufnahme der Kapillaren einer Muskelfaser.
Corbis

Lichtmikroskopische Aufnahme der Kapillaren einer Muskelfaser.

Mit jedem Sprint steigt der Druck in den kleinen Gefäßen an, mit einer fatalen Nebenwirkung: Während des Spiels wird die Flüssigkeit des Bluts zunehmend in den Muskel gedrückt. Abfallprodukte des Energiestoffwechsels, die sich mit der Zeit im Muskel sammeln, ziehen das Blut zusätzlich aus den Gefäßen. Dadurch können die Sportler während der Anstrengung zwischen fünf und zehn Prozent ihres Blutvolumens verlieren. Auch deshalb ist ihr Blutvolumen-Bonus so wichtig.


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Nach dem Spiel

Fragmente des Stresses

Kommt der Muskel zur Ruhe, strömt die Flüssigkeit in die Blutbahn zurück. Nach ein bis zwei Stunden herrscht wieder der Normalzustand - zumindest beim Blutvolumen. Verschiedene Fragmente im Blut verraten allerdings, wie sehr sich der Fußballer verausgabt hat.

Die Milchsäure, beziehungsweise ihre Salze, die sogenannten Laktate, entstehen im Muskel, wenn es an Sauerstoff für die Energiegewinnung mangelt. Ein ungünstiger Zustand: Ohne Sauerstoff kann der Muskel beim Zersetzen von Zucker deutlich weniger Energie gewinnen als mit. Je mehr Laktat im Blut zirkuliert, desto schlechter war also die Energieausbeute.

Ein zweiter Wert, an dem sich die Anstrengung ablesen lässt, ist der Harnstoff. Er entsteht, wenn die Kohlenhydratspeicher geleert wurden. Dann muss der Körper statt seinem Lieblingsenergielieferanten unter anderem Eiweiß verbrennen - und Harnstoff bleibt als Abfallprodukt.

Auch der Spiegel der Kreatinkinase im Blut zeugt von der Anstregung. Eigentlich sorgt das Enzym im Muskel für einen schnellen Energienachschub. Verausgabt sich ein Sportler extrem, können jedoch kleine Risse in den Muskelfasern entstehen und es gelangt unter anderem die Kreatinkinase ins Blut.



Hauptquellen: "Sportphysiologie" von Horst de Merées, erschienen im Sportverlag Strauß; "Sportmedizin" von Peter Markworth, erschienen bei der Nikol Verlagsgemeinschaft und "Anatomie und Physiologie" von Gerald Tortora und Bryan Derrickson, erschienen bei Wiley-VCH.




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