Im Körper eines Fußballers Die Lunge

Atmen kann Teamwork sein. Damit bei Anstrengung möglichst viel Luft in die Lunge gelangt, müssen die Muskeln gemeinsam an den Rippen ziehen. Sie wirken ähnlich wie ein Blasebalg

In Ruhe erschlafft die Lungenmuskulatur beim Ausatmen einfach, bei Anstrengung drückt sie die Luft aktiv aus der Lunge.
SPIEGEL ONLINE

In Ruhe erschlafft die Lungenmuskulatur beim Ausatmen einfach, bei Anstrengung drückt sie die Luft aktiv aus der Lunge.

Von und (Grafiken)




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Gut zu wissen

Erschlaffen auf dem Sofa

Atmen gehört zu den Selbstverständlichkeiten, die unser Körper ohne Befehle des Gehirns ausführt. Zug um Zug saugen wir Luft in die Lunge, um jede Zelle von Hirn bis Fuß mit Sauerstoff zu versorgen. Beim Einatmen zieht die Atemmuskulatur mit ihrem wichtigsten Muskel, dem Zwerchfell, die Rippen nach oben und vergrößert den Innenraum des Brustkorbs. Beim Ausatmen kann sie einfach erschlaffen - zumindest, solange der Spieler noch am Strand liegt und sich entspannt. Dann beansprucht das Atmen gerade einmal etwa einen Prozent des gesamten Energieaufwands des Körpers.


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Im Spiel

Pumpen wie ein Blasebalg

Damit die Muskeln genug Sauerstoff erhalten, muss die Lunge pumpen. Um sich möglichst schnell mit Luft zu füllen und diese wieder aus dem Körper zu pressen, ist Teamarbeit gefragt: Alle Muskeln, die am Schultergürtel, am Kopf oder an den Halswirbeln ansetzen und die Rippen heben können, helfen mit. Beim Ausatmen senken Muskeln, die zwischen den Rippen liegen, die Knochen wieder und verkleinern den Raum im Brustkorb. Einatmen und Ausatmen funktionieren dabei ähnlich wie bei einem Blasebalg.

Bei normaltrainierten Menschen vergrößert sich das Volumen pro Atemzug von etwa einem halben Liter auf 2,5 Liter, wenn sie sich anstrengen. Hochausdauertrainierte Sportler schaffen mehr als vier Liter pro Atemzug. Der Anteil der Atmung am gesamten Energieaufwand des Körpers kann dann auf bis zu zehn Prozent steigen.


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Nach dem Spiel

Die Arme in der Seite

Der Sprint ist vorbei, doch das Ringen um Luft lässt noch nicht nach? Dann nehmen Fußballer wie Durchschnittssportler instinktiv eine Pose ein, die wohl jeder kennt: Die Arme in die Seite gestemmt mit nach hinten gestreckten Kopf ringen sie um Luft. Klug, denn in dieser Position können die Rippenhebenden Muskeln am besten arbeiten und die Luft gelangt am einfachsten in den Körper.



Hauptquellen: "Sportphysiologie" von Horst de Merées, erschienen im Sportverlag Strauß; "Sportmedizin" von Peter Markworth, erschienen bei der Nikol Verlagsgemeinschaft und "Anatomie und Physiologie" von Gerald Tortora und Bryan Derrickson, erschienen bei Wiley-VCH.




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