Krankenkassen-Report Die meisten Fitnessarmbänder liegen nur rum

Sie messen Schrittzahl, Puls sowie vieles mehr - und sollen so zu mehr Bewegung animieren. Doch laut einer Umfrage verlieren Fitnessarmbänder wohl schnell ihren Reiz.

Fitnessarmbänder
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Fitnessarmbänder


Fitnessarmbänder liegen einer Befragung zufolge bei vielen Deutschen nur in der Ecke. Etwa die Hälfte derjenigen, die ein digitales Gerät zur Messung von Herzfrequenz oder Kalorienverbrauch besitzen, nutzen es auch tatsächlich, berichtet die Krankenversicherung DKV. Zudem bestätigt der Report einmal mehr, dass die Bundesbürger viel zu lange sitzen: durchschnittlich sieben Stunden am Tag.

Für den zum vierten Mal erhobenen DKV-Report "Wie gesund lebt Deutschland?" befragte das Marktforschungsinstitut GfK mehr als 2800 Menschen. Erfasst wurde unter anderem die Nutzung sogenannter Wearables wie Fitnessarmbänder und intelligente Uhren, die am Körper getragen werden und Daten wie die Herzfrequenz während des Joggens oder die Schrittzahl messen und auf das Smartphone oder den Computer übertragen.

Rund sechs Prozent der Befragten besitzen demnach ein Fitnessarmband. Die Hälfte benutzt es aber nicht mehr, 16 Prozent der Besitzer haben es nie verwendet.

Die am häufigsten genannten Gründe dafür: 19 Prozent gaben an, die Nutzung sei ihnen zu anstrengend, 18 Prozent meinten, das Gerät gehe ihnen auf die Nerven. 15 Prozent fühlen sich von dem Armband nicht motiviert, ebenfalls 15 Prozent empfinden es als überflüssig.

"Für gesunde Menschen mit nur durchschnittlichem sportlichen Ehrgeiz sind die heutigen Wearables aus Sicht der DKV auf Dauer nicht sehr spannend", sagte DKV-Vorstand Clemens Muth. Wer etwa unter Übergewicht oder zu hohem Blutdruck leidet, dem könne ein Wearable im Rahmen einer Lebensstilumstellung aber sehr helfen.

Elf Stunden sitzen

Der Report beschäftigt sich außerdem mit dem Sitzverhalten der Deutschen. Im Schnitt verbringen die Menschen sieben Stunden pro Tag im Sitzen, das ist etwa eine halbe Stunde weniger als vor zwei Jahren. Nach wie vor hocken die meisten vor allem zu lange vor dem Fernseher und am Schreibtisch.

Über den ganzen Tag betrachtet, sitzt der typische Schreibtischarbeiter inklusive Freizeit sogar etwa elf Stunden lang. "Bei vielen gehört das Sitzen einfach zum Arbeitsalltag dazu, es ist Routine und man macht sich kaum Gedanken darüber", sagt Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln, wissenschaftlicher Leiter des Reports.

Der Experte empfiehlt, zum Beispiel im Stehen zu telefonieren oder Besprechungen zum Spaziergang umzufunktionieren.

wbr/AFP



insgesamt 32 Beiträge
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Bueckstueck 08.08.2016
1. klar
Man hat so ein Spielzeug und dann bestätigt es einem noch wie faul man ist.
ludiol 08.08.2016
2. unnötiges Zeug
Als Sporthilfsmittel sind sie sowieso nicht zu gebrauchen, die meisten funktionnieren nur beim gehen/laufen, aber wenn man schwimmt wird nichts aufgezeichnet und beim radfahren meistens auch nicht. Es gibt einige Modelle die sehr polyvalent sind aber auch sehr teuer. Bei Ballsportarten oder Kontaktsportarten darf man sowieso keine Uhren/Bänder tragen.
Bernie59 08.08.2016
3.
Nur das Ding anzuziehen um abzunehmen reicht nicht. Das haben wohl einige nicht bedacht.
alter_verwalter 08.08.2016
4. Kommt auf den Fitness-Tracker an
Meine Apple-Watch trage ich jeden Tag, die kann unter anderem auch ein Fitness-Tracker sein.
sachfahnder 08.08.2016
5. Stimmt...
... 2-3 Wochen getragen und sklavisch mit der App kontrolliert ! Dann kam die Hitze und damit auch der Schweiß unter dem Kunststoffband. Fazit: liegt, wie oben beschrieben, in der Schublade !
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