Ernährung Fett beeinflusst Spermaqualität

Die Qualität der Männer sinkt - bezogen auf ihre Spermien. Zuletzt hatten Forscher berichtet, französische Männer produzierten weniger Samenzellen als in den achtziger Jahren. Jetzt melden Wissenschaftler: Gesättigte Fettsäuren in der Nahrung könnten daran schuld sein.

Spermien: Weniger gute Kinderchancen durch zu viel fettigen Käse?
Corbis

Spermien: Weniger gute Kinderchancen durch zu viel fettigen Käse?


Lange Zeit zweifelten Wissenschaftler, ob die Spermaqualität beim Mann wirklich sinkt. Doch im Dezember legten Forscher neue Daten vor: Tatsächlich ist die Samenzellzahl französischer Männer über Jahre gesunken. Doch den Grund für die sinkende Qualität konnten die Wissenschaftler noch nicht ausmachen, sie vermuteten Chemikalien als Auslöser.

Jetzt berichten dänische Mediziner von einem neuen Verdacht: Gesättigte Fettsäuren aus der Nahrung könnten unter anderem schuld sein, wenn die Spermaqualität abnimmt.

Demnach hatten junge Dänen, die im Vergleich mit anderen Männern die meisten gesättigten Fettsäuren zu sich nahmen, 41 Prozent weniger Samenzellen im Sperma. Für ihre jetzt im Fachmagazin "American Journal of Clinical Nutrition" veröffentlichte Studie hatten die Wissenschaftler die Samenqualität von 701 zur Musterung geladenen Männern untersucht.

"Wir können nicht sagen, dass es einen ursächlichen Zusammenhang gibt, aber ich denke andere Studien haben einen Zusammenhang zwischen der Aufnahme gesättigter Fettsäuren und anderen Problemen gezeigt, und wir jetzt für die Spermienzahl", sagt Studienautoren Tina Jensen von der Kopenhagener Universitätsklinik.

Immer wieder Kritik an Studien zur Spermaqualität

Die Studie ist nicht die erste, die einen Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Spermaqualität herstellt. 2011 hatten brasilianische Forscher einen Zusammenhang zwischen einer besseren Samenzellqualität und verschiedenen Getreidearten sowie Obst festgestellt. Allerdings gibt es seit Jahren immer wieder Kritik an verschiedenen Studien zur Spermaqualität. Es gilt auch immer noch nicht als gesichert, dass die Qualität der Samenzellen tatsächlich weltweit sinkt.

Ein mögliches Problem vieler Studien ist, dass häufig die Daten von Männern verglichen werden, die in Fruchtbarkeitskliniken behandelt werden, weil ihre Partnerinnen nicht schwanger werden. Das kann allerdings die Ergebnisse deutlich verzerren. Die dänischen Wissenschaftler dagegen untersuchten 701 junge Männer, die um die zwanzig Jahre alt waren und auf die gesundheitliche Eignung für den Militärdienst hin untersucht wurden. Die Forscher fragten die Studienteilnehmer, wie sie sich in den drei Monaten vor der Musterung ernährt hatten, und untersuchten Spermaproben der Männer.

Für ihre Ergebnisse fassten die Wissenschaftler die jungen Dänen in Gruppen zusammen, abhängig davon wie hoch der Anteil gesättigter Fettsäuren in ihrer Ernährung war. Anschließend verglichen sie, wie viel Spermien jeder Mann in jeder Gruppe produzierte: Männer, die weniger als 11,2 Prozent ihrer Energie aus gesättigten Fettsäuren bezogen, hatten durchschnittlich 50 Millionen Spermien pro Milliliter Sperma und eine absolute Spermienzahl von ungefähr 163 Millionen. Verglichen damit fanden die Wissenschaftler bei Männern, die 15 Prozent ihrer Nahrungsenergie aus gesättigten Fettsäuren gewinnen, nur 45 Millionen Samenzellen pro Milliliter Sperma (absolut 128 Millionen).

Nach den Grenzen der Weltgesundheitsorganisation WHO gilt jeder Wert über 15 Millionen Samenzellen pro Milliliter Sperma als normal. In der dänischen Studie liegen 13 Prozent jener Studienteilnehmer unter dieser Grenze, die nur sehr wenig gesättigte Fettsäuren zu sich nehmen - dagegen 18 Prozent der Männer, die sehr viel Energie aus Fett beziehen.

Eine große Schwäche der Studie ist, dass die Forscher nicht wissen, welche Rolle andere Faktoren neben der Ernährung spielen könnten.

Studienautorin Jensen hält neben den gesättigten Fettsäuren auch Übergewicht für eine mögliche Ursache schlechter Spermaqualität. Als nächstes gelte es, den Mechanismus zu klären, durch den gesättigte Fettsäuren aus der Nahrung die Samenzellzahl beeinflussen könnten - und auszuprobieren, ob sich die Spermienzahl verbessere, wenn Männer auf gesättigte Fettsäuren verzichteten.

Tricks und Kniffe für die Spermaqualität
Lesen Sie hier, wie Sie durch einfache Tricks und Kniffe die Spermaqualität erhöhen können.

dba/Reuters

insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
westerwäller 07.01.2013
1. Wo "Studie" draufsteht ...
Zitat von sysopCorbisDie Qualität der Männer sinkt - bezogen auf ihre Spermien. Zuletzt hatten Forscher berichtet, französische Männer produzierten weniger Samenzellen als in den achtziger Jahren. Jetzt melden Wissenschaftler: Gesättigte Fettsäuren in der Nahrung könnten daran schuld sein. http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/ernaehrung-fett-beeinflusst-spermaqualitaet-bei-maennern-a-876085.html
... ist Mist drin .... Wieder einmal ein Ergebnis von Data-Mining mit nachfolgendem Statistik-Voodoo ... Natürlich kann kein Wirkungszusammenhang angegeben werden (erst dann würde sich so etwas als "wissenschaftlich" qualifizieren), weil es weit und breit keinen gibt ... Die Jungs hätten auch z.B. nachweisen können, dass Pepsi-Trinker eine bessere Samenqualität als Coca-Cola-Trinker haben ... Wer bezahlt eigentlich für so einen Unfug die "Forscher" ?
gogan 07.01.2013
2. Wieso..
ist das jetzt nicht das "verfluchte" Rauchen, was die Männer impotent macht. Bis zu den 80'ern ist immer und überall geraucht worden, die Gesundheitsindustrie hat den Tabakgenuss als DEN Grund für verminderte Spermienanzahl und "schlechtes" Sperma verteufelt. Und jetzt ist's auf einmal das Fett ? Dann bin ich aber dafür wieder immer und überall rauchen zu dürfen, damit das Sperma wieder besser wird. Oh Gott, lasst die Leute leben wie es ihnen Spass macht !
Wheredoyouwanttogotoday? 07.01.2013
3. Wie schön
zu sehen, wie sich die Natur immer wieder selbst hilft. Alles, was die explosionsartige Vermeherung der Menschen eindämmen hilft, gibt uns die Chance, die damit einhergehende Ressourcenkonflikte einzudämmen.
agua 07.01.2013
4.
Zitat von sysopCorbisDie Qualität der Männer sinkt - bezogen auf ihre Spermien. Zuletzt hatten Forscher berichtet, französische Männer produzierten weniger Samenzellen als in den achtziger Jahren. Jetzt melden Wissenschaftler: Gesättigte Fettsäuren in der Nahrung könnten daran schuld sein. http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/ernaehrung-fett-beeinflusst-spermaqualitaet-bei-maennern-a-876085.html
Und immer wieder Statistiken,die den Menschen irgendwelche Weissheiten offenbaren.Fuer mich ist es der Dichtestress,der auch nachweislich in Rattenversuchen zu einer verminderten Reproduktion fuehrt.
nervmann 07.01.2013
5. Danish soldiers
Die werden auf Spermienqualität bei der Musterung getestet? Da haben die Dänen beim Krieg machen wohl ganz andere Ziele als der Rest der Welt :-)
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