Ernährung "Friss die Hälfte" ist die beste Diät

Ratschläge zum Abnehmen gibt es viele: Weniger Fett! Weniger Eiweiß! Weniger Kohlenhydrate! Alles egal, wie ein Langzeit-Vergleichstest jetzt ergab. Das Ergebnis: Alle Diäten wirken ähnlich, solange man sie nur befolgt.

Schmale Kost: Weniger essen wirkt
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Schmale Kost: Weniger essen wirkt


Es ist ein riesiges Geschäft: Zahlreiche Diätkonzepte mit schillernden, meist amerikanischen Namen werben um Anhänger. Die einen schwören auf wenig Kohlenhydrate, die anderen auf eiweißreiche Nahrung, wieder andere halten Fett für Teufelszeug. Laut einer neuen Studie zählt beim Abnehmen nur eines: weniger essen - egal, wovon.

Wichtig sei nicht, welche Art von Nahrung reduziert würde, berichtet eine Gruppe um George Bray vom Pennington Biomedical Research Center in Baton Rouge (US-Bundesstaat Louisiana) im Fachmagazin "American Journal of Clinical Nutrition". Entscheidend sei einzig, weniger Kalorien zu sich zu nehmen, und das diszipliniert. Das Einhalten einer Diät sei wichtig, nicht die Art der Diät, sagt Bray.

Er und seine Kollegen haben vier Diäten verglichen, die jeweils von Hunderten Teilnehmern ausprobiert wurden. Alle Diäten sollten die Nahrungsaufahme um 750 Kalorien reduzieren. Sechs Monate nach Beginn der Studie überprüften die Forscher erstmals die Ergebnisse - und die waren durchaus beeindruckend: Die Teilnehmer hatten im Durchschnitt 4,1 Kilogramm Fett und 2,3 Kilogramm an übriger Körpermasse verloren. Zwei Jahre nach Studienstart waren zwar einige Pfunde wieder auf den Rippen, doch unter dem Strich blieb ein durchschnittlicher Gewichtsverlust von 3,6 Kilo, davon 1,4 Kilo Bauchfett - ein Rückgang von sieben Prozent.

Trotz des Erfolgs gab es unter den Diäten keine Siegerin: Alle wirkten ähnlich, solange sie befolgt wurden. Die Unterschiede zu ermitteln, wurde allerdings dadurch erschwert, dass Teilnehmer aller Gruppen unwillkürlich dazu tendierten, ihre Ernährung mit der Zeit anzugleichen. So sollte eine Gruppe 15 Prozent ihrer Kalorien in Form von Eiweiß zu sich nehmen, eine andere 25 Prozent. Zwei Jahre nach Beginn des Experiments waren beide bei 20 Prozent angelangt.

Es sei Geschmackssache, zu welchem Konzept man greife, sagt Bray: "Wenn man sich mit weniger Fett besser fühlt, soll man es auf diese Weise machen, die Diät funktioniert aber ebenso mit weniger Kohlenhydraten." Hauptsache sei, man halte seinen Plan ein - und esse weniger.

Wie segensreich das wirken kann, hat 2009 auch ein spektakuläres Experiment mit Affen gezeigt, das über 20 Jahre lief. Das Ergebnis: Wer weniger isst, bleibt länger geistig fit und leidet viel seltener an Krebs, Altersdiabetes oder Herz- Kreislauf-Krankheiten. Die All-you-can-eat-Affen sahen dagegen alt aus.

boj/Reuters

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abby_thur 06.06.2012
1. Anmerkung zum Thema Diät
Die beste Diät ist keine Diät zu halten, sondern sich bedarfsgerecht zu ernähren, d.h. seinen Tagesumsatz an Kalorien zu berechen/ berechnen zu lassen. Wenn man abnehmen will, isst man vom Tagesumsatz 80%, dann purzeln die Pfunde bei Übergewicht kontinuierlich, wenn auch nicht schnell.
henriette.starke 29.06.2017
2.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Kohlenhydrat-freie Diät genau so wirkt wie beispielsweise eine Entschlackungsdiät wirkt. Am besten wäre es doch, abzunehmen und sich so gut wie es nur geht gesund zu ernähren, damit neben den purzelnden Pfunden, auch Gifte aus dem Körper gespült werden und der Körper gleichzeitig wertvolle Mineralstoffe zugeführt bekommt. Und dafür gibt es tausend Varianten dies anzugehen, jedoch denke ich nicht dass man alle Diäten in einen Topf stecken kann.
susannewb323 12.07.2017
3.
Ich denke es ging nur darum, dass alle Diäten gleich wirken. Also dass der Gewichtsverlust bei jeder Diät gleich sein kann, wenn man sich daran hält, einfach weniger Kalorien zu sich zu nehmen. Ob das nun gesund ist, ist ja eine andere Frage. Ich halte es nicht für gesund, viel zu viel Eiweiß zu essen oder Fleisch und andere wichtige Lebensmittel weg zu lassen. Auf eine ausgewogene Ernährung sollte schon geachtet werden, weil man sonst einfach krank wird. Dann hat man zwar weniger Pfunde, dafür aber Mangelerscheinungen - auch nicht toll. Von Entschlackungen halte ich persönlich viel und auch von einer gesunden Darmflora.Das mache ich 2 mal im Jahr und dabei geht es mir sehr gut, auch meine Waage kann dabei eine Gewichtsabnahme feststellen. ;) Wenn die Verdauung gut ist, dann funktioniert es mit dem abnehmen gleich viel besser. Und was ist mit Sport und Bewegung?! Das kommt meiner Meinung nach viel zu knapp. Lieber gesund ernähren, mal entschlacken, um die Giftstoffe loszuwerden und mehr bewegen.
sammilch 12.07.2017
4.
Zitat von susannewb323Ich denke es ging nur darum, dass alle Diäten gleich wirken. Also dass der Gewichtsverlust bei jeder Diät gleich sein kann, wenn man sich daran hält, einfach weniger Kalorien zu sich zu nehmen. Ob das nun gesund ist, ist ja eine andere Frage. Ich halte es nicht für gesund, viel zu viel Eiweiß zu essen oder Fleisch und andere wichtige Lebensmittel weg zu lassen. Auf eine ausgewogene Ernährung sollte schon geachtet werden, weil man sonst einfach krank wird. Dann hat man zwar weniger Pfunde, dafür aber Mangelerscheinungen - auch nicht toll. Von Entschlackungen halte ich persönlich viel und auch von einer gesunden Darmflora.Das mache ich 2 mal im Jahr und dabei geht es mir sehr gut, auch meine Waage kann dabei eine Gewichtsabnahme feststellen. ;) Wenn die Verdauung gut ist, dann funktioniert es mit dem abnehmen gleich viel besser. Und was ist mit Sport und Bewegung?! Das kommt meiner Meinung nach viel zu knapp. Lieber gesund ernähren, mal entschlacken, um die Giftstoffe loszuwerden und mehr bewegen.
Ich möchte Sie nicht enttäuschen, aber in Ihrem Darm gibt es keinen Schlack. Was Sie dort verlieren, während einer "Entschlackung" ist, je nach Länge dieser "Kur", Wasser. Aber wenn Sie sich besser fühlen ist es ok. Nur haben Sie trotzdem keinen Schlack im Darm.
henriette.starke 17.07.2017
5.
Ich hatte es immer so verstanden, dass die Schlacken die Abfallstoffe sind, die aus dem Körper ausgeschieden werden sollen, sich aber leider bei einem Überfluss im Gewebe anlagern. Genaue Informationen kann ja auch ein Arzt mitteilen. Wie machen Sie denn diese Entschlackungskur? Wird sie bei Ihnen auch von einem Arzt begleitet?
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