Im Körper eines Fußballers Energie

Kohlenhydrate, das ist das Zauberwort in der Fußballer-Ernährung. Die deutschen Spieler bekommen vor allem Vollkornprodukte auf den Teller - zubereitet vom eigens eingeflogenen Koch Holger Stromberg.

Der tägliche Kalorienbedarf eines Profifußballers, verglichen mit nicht mäßig sportlichen Männern und Frauen mit Bürojob.
SPIEGEL ONLINE, Corbis

Der tägliche Kalorienbedarf eines Profifußballers, verglichen mit nicht mäßig sportlichen Männern und Frauen mit Bürojob.

Von und (Grafiken)




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Gut zu wissen

Kohlenhydrate bitte, und zwar viel!

Rund 3500 Kilokalorien braucht ein Profifußballer täglich, so viel wie in fast sechs Tafeln Schokolade stecken oder in etwa 35 Bananen. Die optimale Ernährung würden beide freilich nicht darstellen: Etwa 60 Prozent der Energie sollten Fußballer in Form von Kohlenhydraten zu sich nehmen, zu denen Zucker und Stärke gehören. Die Stoffe sind die idealen Energielieferanten für Muskeln und Gehirn und deshalb das Wichtigste auf dem Speiseplan von Ausdauersportlern.

Allerdings dürfen es nicht irgendwelche Kohlenhydrate sein. Zucker etwa treibt den Blutzuckerspiegel zu schnell in die Höhe und hält nur kurz fit. Besser sind komplexe Kohlenhydrate aus Vollkornprodukten, die der Körper nur langsam aufspalten kann und die nach und nach ins Blut gelangen. So verleihen sie lange Zeit Energie und machen nachhaltig satt.


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Im Spiel

Nudeln, Energieriegel, Nudeln

"Eine gute Ernährung erhöht die Zweikampfstärke sowie die mentale Wachheit und schützt vor Verletzungen", schreibt der DFB auf einer Homepage mit Trainingswissen .

Am Abend vorm Spiel müssen die Profis ihre Kohlenhydratspeicher mit Nudeln oder Kartoffeln füllen - Reis ist tabu, da er den Körper entwässern kann. Als Beilagen stehen oft Meeresfrüchte oder mageres Fleisch auf dem Speiseplan, da sie dem Körper wertvolle Eiweißbausteine liefern. Spätestens 3,5 Stunden vor dem Spiel gibt es nur noch eine leichte Mahlzeit, besonders beliebt sind Nudeln mit Tomatensoße.

Trotzdem reicht die gespeicherte Energie nicht aus, um die Spieler über 90 oder gar 120 Minuten zu versorgen. Ohne Nachschub leeren sich die Kohlenhydrat-Depots beim Spiel nach etwa 60 bis 70 Minuten. Dann kann die Versorgung des Gehirns stocken, die Aufmerksamkeit schwinden, das Verletzungsrisiko steigen. Um das zu verhindern, gibt es in der Halbzeitpause - na was wohl? Kohlenhydrate! Und zwar meist in Form von Energieriegeln oder speziellen Sportgetränken.


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Nach dem Spiel

Noch mehr Nudeln

Und schon wieder: Kohlenhydrate. Rund 1500 Kilokalorien verbrennt ein Profifußballer im Schnitt in einem Spiel. Am besten sollten die Fußballer anschließend sofort wieder essen, um die Speicher zu füllen. In der ersten Stunde nach dem Training bildet der Muskel am schnellsten den Speicherstoff Glykogen, wer dann isst, unterstützt seinen Körper bei der Erholung. Manche Mannschaften sollen schon in der Kabine wieder die ersten Portionen Nudeln verspeisen.



Hauptquellen: "Sportphysiologie" von Horst de Merées, erschienen im Sportverlag Strauß; "Sportmedizin" von Peter Markworth, erschienen bei der Nikol Verlagsgemeinschaft und "Anatomie und Physiologie" von Gerald Tortora und Bryan Derrickson, erschienen bei Wiley-VCH.




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