Ernährung: Psychologe präsentiert Tricks zum Abnehmen

Satt oder noch hungrig? Der Magen gibt darauf leicht die falsche Antwort, meint ein US-Psychologe. Auf der Basis mehrerer Studien warnt er vor versteckten Essfallen - und erklärt, wie die Geschirr-Auswahl beim Abnehmen helfen kann.

Nudelesserin in Peking (März 2006): "Man sollte nicht auf seinen Magen hören" Zur Großansicht
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Nudelesserin in Peking (März 2006): "Man sollte nicht auf seinen Magen hören"

Washington - Wer abnehmen will, kann auch psychologische Tricks nutzen, um weniger zu essen. Auf einem Kongress in den USA erklärte der Verbraucherpsychologe Brian Wansink, wie die Umgebung einen Menschen dazu bringen kann, mehr zu essen - oder eben weniger.

Der Forscher von der Cornell Universität in Ithaca (US-Bundesstaat New York) beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit diesem Themengebiet. Beispielsweise ermittelte er, dass die dargestellten Portionen auf Gemälden des letzten Abendmahls von Jesus Christus mit den Jahren immer üppiger wurden.

Wie lässt sich also die eigene Psyche beim Abnehmen austricksen? Eine Möglichkeit bestehe darin, die Hauptmahlzeit von einem kleineren Salatteller einzunehmen statt vom üblichen großen Teller, sagte Wansink auf der Jahrestagung der American Psychological Association in Washington. Ein weiterer Tipp: Den Fernseher sollte man beim Abendbrot meiden. Also zurück an den Esstisch oder in die Küche, meint Wansink.

"Das Geheimnis ist, die Gewohnheiten zu ändern und ohne großes Nachdenken gesünder zu essen, statt das Essen nur gedankenlos in uns reinzustopfen", sagte der Psychologe. Dazu gehöre auch, verführerische, aber ungesunde Speisen außer Sichthöhe im Kühlschrank oder Regal zu verstauen.

Wer weniger gesüßte Getränke trinken wolle, könne ein schmales hohes Glas nutzen, sagte Wansink. Denn kurze dickbauchige Gläser, die eigentlich dasselbe Volumen aufnehmen, verleiteten dazu, über den Strich einzuschenken.

Löffeln aus bodenlosen Schüsseln

"Diese simplen Strategien führen eher zum Erfolg als der Wille allein", meinte Wansink. "Es ist einfacher, die Umgebung zu ändern, als das Hirn umzupolen." Das Zuhause sei gefüllt mit versteckten Essfallen.

Seine Aussagen basieren unter anderem auf einer Untersuchung mit 168 Kinobesuchern. Der Experte verglich die Popcorn-Portionen, die sich Studienteilnehmer während der Vorführung in den Mund stopften. Demnach verschlangen Besucher, die eine extragroße Portion bestellt hatten, 45 Prozent Popcorn mehr als die anderen, die sich mit einer großen Portion begnügt hatten. Bei Getränken machte der Unterschied zwischen den schmalen und dickbauchigen Gefäßen 37 Prozent aus.

Nach Angaben des Forschers essen laut einer anderen Studie Kinder mehr Cornflakes und ähnliche Frühstücksflocken, wenn man ihnen das Frühstück in großen statt kleineren Schüsseln serviert.

Bei Experimenten mit Erwachsenen stellte sich heraus, dass sie besonders viel Suppe aus "bodenlosen" Schüsseln löffelten. 54 Menschen bekamen für diese Studie umsonst Essen serviert. Die eine Hälfte der Gruppe aß aus normalen Tellern, bei der anderen Hälfte füllte sich durch einen versteckten Mechanismus die Suppe ständig langsam nach. Das Ergebnis: Aus den "bodenlosen" Tellern wurden 73 Prozent mehr gegessen als aus den normalen - und die Betroffenen waren anschließend erstaunt, welche Mengen sie verzehrt hatten.

"Die Lehre ist, dass man nicht auf seinen Magen hören sollte, ob man schon satt ist. Er kann lügen", sagte der Psychologe. Trotz aller Psychotricks wird eine Diät am Ende aber eben auch nur dann Erfolg haben, wenn man die beiden alten Ratschläge befolgt: weniger Essen und mehr Bewegung.

wbr/dpa

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