Omnivor, Ovo-Lacto und co.: Die wichtigsten Ernährungsstile
Ob Fleisch oder Frucht: Manche Menschen möchten auf gar nichts verzichten. Andere wollen nur das essen, was die Natur freiwillig hergibt - ein Überlick über die unterschiedlichen Arten sich zu ernähren.
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Omnivore Esser lassen sich alle tierischen und pflanzlichen Lebensmittel schmecken. Der Mensch gilt neben Ratten und Schweinen als echter bio- logischer "Allesfresser". In der Wohlstandsgesellschaft neigen jedoch viele leider dazu, sich ungesund zu ernähren, das heißt, mit zu vielen Einfachzuckern und tierischen Fetten sowie zu wenigen Ballaststoffen. Damit erhöhen sie erwiesenermaßen ihr Risiko für viele Krankheiten, von Stoffwechselstörungen und Übergewicht bis zu bestimmten Formen von Krebs und Rheuma.
Ovo-Lacto-Vegetarier verzichten auf Fleisch und Geflügel. Eier- und Milchspeisen sowie Honig sind jedoch erlaubt. Bei dieser Ernährungsform kommt es in der Regel nicht zu Nährstoffmängeln. In einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums zeigten Ovo-Lacto-Vegetarier eine deutlich längere Lebenserwartung als Allesesser. Sie war allerdings nicht länger als die der Probanden, die sich hin und wieder ein Stück Fleisch gönnten. Lacto-Vegetarier verzichten zusätzlich auf Eier und Eierspeisen.
Veganer essen grundsätzlich nichts Tierisches, also auch keinen Honig, keine Eier- und Milchspeisen. Manche von ihnen lehnen zudem sämtliche tierischen Kleidungsstücke und sonstige Produkte mit tierischen Anteilen ab (etwa bestimmte Medikamente). In einer Studie der Universität Wien zeigten Veganer zwar eine Unterversorgung mit Calcium sowie Vitamin D und B12, doch man fand bei ihnen keine entsprechenden Mangelerkrankungen wie Osteoporose. Dies könnte, wie bei den Rohköstlern, an ihrem ansonsten gesunden Lebensstil liegen.
Rohköstler sind Vegetarier, die alle Lebensmittel im rohen Naturzustand essen. Bei einigen hitzeempfindlichen Vitaminen ist das ein Vorteil, doch andere Stoffe wie etwa die Carotinoide kommen zu kurz, weil sie erst gegart in nennenswerter Menge für uns verwertbar werden. In einer Studie der Washington University in St. Louis zeigten Rohköstler höhere Vitamin-D-Werte als die Konsumenten einer fleischlastigen Kost, die ja eigentlich große Mengen dieses Vitamins enthält, und ihre Knochen waren zwar leichter, aber keinesfalls weniger stabil. Das könnte daran liegen, dass Rohköstler in der Regel einen gesünderen Lebensstil pflegen, sich also mit entsprechendem Ersatz versorgen, viel an der frischen Luft sind (Tageslicht regt die körpereigene Vitamin-D-Bildung an) und nicht rauchen (Rauchen steigert den Bedarf an Vitaminen).
Frutarier essen ebenfalls ausschließlich pflanzliche Produkte, achten dabei allerdings zusätzlich darauf, dass die Pflanzen nicht beschädigt werden. Sie ernähren sich daher von Pflückbarem, also Obst, Samen und Nüssen. Der menschliche Verdauungsapparat ist auf diese klassische Sammler-Diät sehr gut eingestellt, weil er sich in seiner Evolution wohl vom Obst- zum gelegentlichen Fleischesser entwickelt hat. Kritiker bemängeln, dass Fruganismus einen Mangel an Vitamin B12 und D sowie an Calcium und Eisen zur Folge hat. Die Eiweißversorgung lässt sich dagegen aufrecht erhalten: Täglich mindestens 50 Gramm Nüsse decken unseren Bedarf.
Jörg Zittlau
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