Fitness Sport stärkt die Knochen nachhaltig

Wer in jungen Jahren Sport treibt, stärkt damit seine Knochen - und zwar laut einer Studie für sehr lange Zeit. Um den Trainingseffekt zu messen, untersuchten US-Wissenschaftler aktive und ehemalige Baseball-Profis.

Baseball-Pitcher Gio Gonzalez von den Washington Nationals: Extrem gut trainierter Wurfarm
AP/dpa

Baseball-Pitcher Gio Gonzalez von den Washington Nationals: Extrem gut trainierter Wurfarm


Wer in seiner Jugend Sport treibt, profitiert noch im Alter davon: Bei ehemaligen Baseball-Spielern ist der Oberarm-Knochen ihres Wurfarmes selbst Jahrzehnte nach dem Ende ihrer Sportkarriere deutlich größer und stärker als der des weniger genutzten Armes, berichten US-Forscher. Ob dies auch an besonders Osteoporose-gefährdeten Knochenstellen die Gefahr von Brüchen im Alter senke, müsse noch untersucht werden, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" .

Das Team um Stuart Warden von der Indiana University in Indianapolis hatte 103 professionelle Baseballspieler zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Karriere untersucht. Darunter waren aktive Spieler, ehemalige Spieler und solche, die nach dem Ende der Profi-Karriere weiter Bälle geworfen hatten. Die Wissenschaftler vermaßen den Oberarm-Knochen des Wurfarmes und den des anderen Armes und bestimmten Faktoren wie Knochenstärke, -dichte und -masse. Sie verglichen die Messwerte zudem mit Probanden, die keine Werfer waren.

Der Knochen wird größer und stärker

Hintergrund der Untersuchung ist, dass sich Knochen durch Belastung verfestigt. Er wird größer und stärker. Dies zeigte sich erwartungsgemäß bei den Baseball-Spielern: Der Oberarmknochen ihres Wurfarmes war fast doppelt so stark wie der ihres anderen Armes. Er war auch größer und er hatte eine größere Masse.

Selbst 50 Jahre nach dem Ende der Karriere war etwa die Hälfte der durch den Sport hinzugewonnen Knochengröße und ein Drittel der Stärke im Wurfarm noch erhalten. Der Gewinn an Knochenmasse hingegen war nicht mehr messbar. Bei den Sportlern, die nach Karriereende weiter aktiv geblieben waren, etwa als Trainer, war der Verlust an Knochenmasse etwas geringer und der Erhalt an Knochenstärke etwas größer.

"Letztlich zeigen die Daten, dass körperliche Aktivität während der Jugend lebenslangen Nutzen für Knochengröße und Knochenstärke bringt", betonen die Forscher.

wbr/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
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lollopa1 25.03.2014
1. klasse Meldung
das hat bmir mein Opa schon gesagt: Junge, mache mal viel Sport, dann bleibste gesund. Der war leider nicht an Indiana University in Indianapolis beschäftigt, schade, das wäre sonst seine Meldung gewesen
Helene Alexandra 25.03.2014
2. Bewegung
sportliche Bewegung hält die Knochen fit und hält jung. wichtig noch soviel wie möglich im freien um noch die Kraft der Sonne zu tanken. Vitamin D.
susiwolf 26.03.2014
3. Hingefallen ...
Nun, man stelle sich vor: Jemand frönt seit seiner Kindheit dem Geräteturnen: Da wird ja wohl 'jeder Muskel' - 'jede Sehne' - 'jeder Knochen' gestärkt. Da Gleiche gilt für z.B. Judo: Es wird gelehrt und gelernt - hinzufallen, abzurollen und angestrengt zu trainieren ... Im Alter nun: Viele ältere Menschen stolpern, rutschen aus und fallen manchmal sogar vom Fahrrad. Ob daher den Schenkeloberhalsbrüchen etwas Training in frühester Jugend entgegen zu setzen hat ? Es ist nicht nur der 'gestärkte Knochen' - es ist auch das umgebende Gewebe, Geschicklichkeit und ... Situations-Erkennungs-Vermögen. Schon fast intuitiv ... Weder beim Autofahren noch bei sitzenden Tätigkeiten trainiert man so etwas leider nicht.
mm71 26.03.2014
4.
Zitat von susiwolfNun, man stelle sich vor: Jemand frönt seit seiner Kindheit dem Geräteturnen: Da wird ja wohl 'jeder Muskel' - 'jede Sehne' - 'jeder Knochen' gestärkt. Da Gleiche gilt für z.B. Judo: Es wird gelehrt und gelernt - hinzufallen, abzurollen und angestrengt zu trainieren ... Im Alter nun: Viele ältere Menschen stolpern, rutschen aus und fallen manchmal sogar vom Fahrrad. Ob daher den Schenkeloberhalsbrüchen etwas Training in frühester Jugend entgegen zu setzen hat ? Es ist nicht nur der 'gestärkte Knochen' - es ist auch das umgebende Gewebe, Geschicklichkeit und ... Situations-Erkennungs-Vermögen. Schon fast intuitiv ... Weder beim Autofahren noch bei sitzenden Tätigkeiten trainiert man so etwas leider nicht.
Es ist allgemein so, dass Versäumnisse in der Ausbildung von Muskulatur und Bewegungsapparat im Kindesalter später nur noch schwer aufzuholen sind. Selbst auf den ersten Blick sportliche junge Menschen haben vielleicht einen aufgepumpten Bizeps oder Brustmuskeln, sind aber so steif und unbeweglich, dass es nicht mal zur Rolle vorwärts reicht oder haben so eine schwache Rücken- und Rumpfmuskulatur, dass sie keine Kerze hinkriegen. Später gelernte Bewegungsabläufe sind auch niemals so flüssig und natürlich wie die als Kind gelernten. Trotzdem ist auch später Sport immer noch besser als gar nichts...
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