Grillen So bleibt das Steak frei von gefährlichen Keimen

Mariniertes Grillfleisch enthält zum Teil multiresistente Keime, zu diesem Ergebnis kommt ein aktueller Test. Wer ein paar Tipps beachtet, kann es sich trotzdem unbesorgt schmecken lassen.

Spareribs und Hühnchen: Um sich vor Keimen zu schützen, sollte für rohes und gegartes Fleisch unterschiedliche Zangen verwendet werden.
DPA

Spareribs und Hühnchen: Um sich vor Keimen zu schützen, sollte für rohes und gegartes Fleisch unterschiedliche Zangen verwendet werden.


Die meisten gängigen Antibiotika können gegen sie nichts ausrichten: Wie der SPIEGEL berichtet, enthält abgepacktes, mariniertes Grillfleisch oft multiresistente Erreger. Eine gute Hygiene in der Küche kann davor schützen, sich mit den gefürchteten MRSA-Keimen zu infizieren.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 33/2014
Ewig frisch verliebt: Wie neue Medikamente unsere Gefühle steuern

Die Hitze beim Grillen tötet die Krankheitserreger in der Regel ab. Die größte Gefahr besteht deshalb beim Hantieren mit dem rohen Fleisch. Anschließend ist es wichtig, sich gründlich die Hände zu waschen - mit warmem Wasser und Seife. Außerdem sollte man nie dieselben Küchenutensilien für rohe und gegarte Lebensmittel benutzen.

Dazu zählt auch, für das Grillen zwei Zangen bereitzulegen - eine für das rohe Fleisch, die andere für das duftende fertige. Sonst bestehe die Gefahr, dass die Erreger durch eine sogenannte Kreuzkontamination von einer Speise auf die andere übertragen werden, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Abgesehen davon empfiehlt das BfR, in der Küche vorzugsweise Schneidebretter aus Kunststoff zu verwenden. Diese können anders als Holzbretter bei Temperaturen von mehr als 60 Grad in der Spülmaschine gereinigt werden, wobei krankmachende Keime absterben. Die Bretter sollten möglichst keine Furchen, sondern eine glatte Oberfläche besitzen, weil sich sonst in den Rillen Bakterien absetzen und vermehren können.

Fotostrecke

14  Bilder
Lebensmittelhygiene: So verbannen Sie Bakterien aus Ihrer Küche
Auch in Lebensmitteln lassen sich die meisten Erreger abtöten, wenn das Essen gleichmäßig und vollständig auf 70 bis 100 Grad durcherhitzt wird. Im Inneren sollte die Speise zwei Minuten lang eine Temperatur von mindestens 70 Grad erreichen. Bei Geflügel sollte man laut BfR außerdem darauf achten, dass das fertige Fleisch auch am Knochen eine weiße bis graue Farbe hat.

Für den aktuellen Test hatte die Bundestagsfraktion der Grünen in 13 Städten abgepacktes mariniertes Grillfleisch untersuchen lassen. Eingekauft wurde in allen gängigen Supermärkten und Discountern, fündig wurden die Tester etwa bei Schweinenackensteaks in Pfeffermarinade oder marinierten Putenhacksteaks.

14 Prozent aller Proben waren mit MRSA-Keimen befallen, die Wundinfektionen und Atemwegsentzündungen auslösen können. Die meisten der herkömmlichen Antibiotika sind gegen die multiresistenten Bakterien wirkungslos. Nicht jeder, der sich mit ihnen infiziert, muss das aber auch merken: Die Bakterien besiedeln bei vielen gesunden Menschen die Haut, ohne sie krank zu machen. Erst wenn sie etwa über Wunden in den Körper gelangen, können sie zu Beschwerden führen.

Daneben sind bei Fleisch vor allem Keime wie Salmonellen ein Problem, die Magen-Darm-Infektionen auslösen können. Salmonellen können sich oberhalb von 7 Grad Celsius in Lebensmitteln vermehren. Deshalb sollten Grillgut und Salate so lange wie möglich gekühlt bleiben - vor allem bei hochsommerlich warmen Temperaturen. Außerdem sollte fürs Grillen am besten auf echte Mayonnaise und andere Lebensmittel mit rohen Eiern verzichtet werden.

irb/dpa

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 94 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
lari-fari-i 11.08.2014
1. Danke aber...
ich möchte gar nicht wissen, wie ich ein potenziell gefährliches Lebensmittel "richtig handhabe" (2 Grillzangen? ich dreh durch!!) Sowas kommt bei mir gar nicht in Frage. Selber mariniert ist eh am besten. Das gehört bei mir genauso wie die Soßenproduktion zu den Grillvorbereitungen dazu! Dass die Leute zu faul sind, um sich vernünftiges Grillgut usw. zuzubereiten kann ich nicht verstehen.....
alois.hingerl 11.08.2014
2.
Zitat von lari-fari-iich möchte gar nicht wissen, wie ich ein potenziell gefährliches Lebensmittel "richtig handhabe" (2 Grillzangen? ich dreh durch!!) Sowas kommt bei mir gar nicht in Frage. Selber mariniert ist eh am besten. Das gehört bei mir genauso wie die Soßenproduktion zu den Grillvorbereitungen dazu! Dass die Leute zu faul sind, um sich vernünftiges Grillgut usw. zuzubereiten kann ich nicht verstehen.....
ein gut sortiertes Grillbesteck umfasst doch sowieso 10 Zangen, je 2 für Rind, Schwein, Geflügel, Wild und Fisch, ebenso viele Gabeln ... Gesundheit geht doch vor ;-)
hador2 11.08.2014
3.
LOL...was für Tipps... Plastikbrettchen besser als Holz? Vor ein paar Jahren lautete die Empfehlung noch genau umgekehrt (http://www.welt.de/wissenschaft/article1208273/Schneidebrett-aus-Holz-besser-als-aus-Plastik.html) Und zu den zwei Grillzangen sag ich lieber gar nix...
merleko 11.08.2014
4. dann lieber selbst zubereiten
Ich habe jahrelang in diversen Küchen gearbeitet. Den im Artikel empfohlenen Umgang mit Fleisch konnte ich leider nirgends beobachten. Auch die Kontrolleure vom Gesundheitsamt achten meiner Erfahrung nach nicht auf eine WIRKLICH saubere Zubereitung von Fleisch. Daher lieber selbst zubereiten!
schmusel 11.08.2014
5.
Zitat von hador2LOL...was für Tipps... Plastikbrettchen besser als Holz? Vor ein paar Jahren lautete die Empfehlung noch genau umgekehrt (http://www.welt.de/wissenschaft/article1208273/Schneidebrett-aus-Holz-besser-als-aus-Plastik.html) Und zu den zwei Grillzangen sag ich lieber gar nix...
Nein, die Empfehlung lautete immer für Kunststoff. Der gesunde Menschenverstand gebietet es. Wenn irgendwelche Holzfanatiker glauben, dass bestimmte Holzsorten Keimabtötend wirken, ist das nur deren unfundiertre Meinung, keine mikrobiologische Tatsache. Das mit den zwei Zangen leuchtet auch ein. Wer dazu zu faul ist und mit einer Zange verseuchtes, ranziges vormariniertes Fleisch handhabt, ist halt selbst schuld. Aber auch das schlachtfrische Steak vom Metzger kann und ist zuweilen mit Darmbakterien und anderen unappetitlichkeiten belastet - im Idealfall nur gering wenns frisch ist und die Kühlkette nicht unterbrochen wurde. Wer seine rohen Steaks aber mit dem gleichen Messer schneidet wie später den Salat (die richtige Reihenfolge ist natürlich umgekehrt), der wird ohnehin öfters mal lange Toilettensessions einlegen. Wem zwei Zangen also zu viel sind, der kann sich gerne weiter auf sein Glück verlassen und sich einreden der gelegentliche Durchfall sei normal...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.