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Softdrinks: Großbritannien will Zuckersteuer einführen

Cola enthält in Deutschland 10,6 Gramm Zucker pro 100 Milliliter Zur Großansicht
REUTERS

Cola enthält in Deutschland 10,6 Gramm Zucker pro 100 Milliliter

Bei fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter geht's los, ab acht Gramm wird es noch teurer: Großbritannien plant eine Zuckersteuer auf Softdrinks. Das Geld soll in den Grundschulsport fließen.

Erst einmal trifft es nur die Limonaden-Industrie: Großbritanniens Regierung hat im Kampf gegen Übergewicht und Diabetes eine Steuer für Unternehmen angekündigt, die zuckerhaltige Softdrinks herstellen oder importieren. Die Abgabe soll umgerechnet rund 660 Millionen Euro einbringen, die wiederum in die Förderung von Grundschulsport fließen sollen.

Er wolle nicht eines Tages zurückschauen und sagen müssen, man habe das Problem zuckriger Getränke zwar gekannt, aber schwierige Entscheidungen gescheut, sagte Finanzminister George Osborne am Mittwoch in London.

"Fünfjährige Kinder konsumieren jedes Jahr ihr Körpergewicht in Form von Zucker", sagte Osborne. "Experten gehen davon aus, dass in einer Generation mehr als die Hälfte der Jungen und 70 Prozent der Mädchen übergewichtig oder fettleibig sein könnten."

Schonzeit für zwei Jahre

Die neue Steuer soll auf zwei Stufen basieren: Eine für Getränke ab fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter, eine für mehr als acht Gramm. Reine Fruchtsäfte, Getränke auf Milchbasis und sehr kleine Unternehmen sind ausgenommen. Eine Frist von zwei Jahren bis zum Inkrafttreten der Regelung gibt Unternehmen Zeit, den Zuckergehalt von Produkten zu senken.

Starkoch Jamie Oliver, der sich für Ernährungsunterricht und gesundes Schulessen stark macht, lobte den Vorstoß der Regierung als "großartige Neuigkeiten" und schrieb auf Instagram: "Ein bedeutender Schritt, der um die ganze Welt gehen wird." Oliver hatte im Parlament vor Abgeordneten für die Steuer geworben.

Die britische Food und Drink Federation hingegen erklärte Osbornes Steuer zu einem "Stück politischen Theaters", das mit Blick auf das Übergewichtsproblem nichts bewirken, aber Jobs kosten wird.

In skandinavischen Ländern gibt es seit vielen Jahren Zuckersteuern, die dem jetzt in Großbritannien angedachten System sehr ähneln. Auch in Frankreich, Belgien, Ungarn und Mexiko verteuern Steuern bereits Getränke mit zugesetztem Zucker.

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irb/dpa/Reuters

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insgesamt 103 Beiträge
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    Seite 1    
1.
Moewi 17.03.2016
Sehr vernünftiger Ansatz
2. was ist mit chemischen Zuckerersatzstoffen?
sok1950 17.03.2016
Die sind nicht wirklich gesünder? Was ist mit Fruktose, gilt dieser Stoff als Zucker? Was ist mit Süßkram? Auch hier sollten Produkte von Industriebetriebe besteuert und Handwerksbetriebe (z.B. der Handwerksbäcker, nicht der Tiefkühlbrotaufbacker) befreit werden. Ein Artikel, der mal wieder mehr Fragen als Antworten liefert.
3. Endlich!
bohrendeworte 17.03.2016
Hervorragend! Schon jetzt erkranken viele Kinder und Jugendliche an einer Fettleber. Die Entwicklung des Diabetes wird die Krankenversicherungen an den Rand des Ruins bringen. Derweil spielt die Zuckerindustrie die Gefahr herunter: http://www.zm-online.de/home/zahnmedizin/So-spielt-die-Industrie-die-Zuckergefahr-herunter_287501.html/alles.html
4.
Gilia 17.03.2016
"reine Fruchtsäfte sind ausgenommen". Na, ein Glück - die meisten Fruchtsäfte enthalten schließlich ähnlich viel oder sogar mehr Zucker als beispielsweise Cola...
5. Das sollte ein Vorbild sein
anders_denker 17.03.2016
und natürlich Austauschstoffe beinhalten. Aber DE ist ja in solchen Fragen eher Lobbyistengesteuert bis zum bitteren Ende.
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