"Öko-Test" 14 von 16 Gummistiefeln sind "mangelhaft" oder "ungenügend"

Schlechte Nachrichten für Herbst und Winter: Fast alle Gummistiefel für Kinder sind schadstoffbelastet. Die Zeitschrift "Öko-Test" hat nur einem Paar die Note "befriedigend" gegeben.

Gummistiefel
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Gute oder sehr gute Gummistiefel gibt es nicht. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift "Öko-Test" (Ausgabe 9/18), nachdem Tester 16 Paare unterschiedlicher Anbieter untersucht haben. Alle Schuhe hatten Größe 27 bis 29, richteten sich laut den Testern also an Kindergartenkinder. Für den Tragekomfort "setzen Hersteller teils besonders problematische Phthalate oder nicht hinreichend erforschte Ersatzweichmacher ein", heißt es in der Auswertung.

Die hormonell wirkenden Phthalate stehen in Verdacht, Leber, Nieren und Fortpflanzungsorgane zu schädigen. Zudem kämen polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) zum Einsatz, "von denen einige als krebserregend oder krebsverdächtig eingestuft sind".

Nur eins der getesteten Paare wurde als "befriedigend" bewertet, ein weiteres als "ausreichend". Zwei Paare waren "mangelhaft", zwölfmal vergaben die Tester die schlechteste Note "ungenügend". Als Alternative empfiehlt "Öko-Test" Wasser abweisende Funktionsschuhe, die allerdings auch schädliche Inhaltsstoffe enthalten können.

Dichte Kniestrümpfe oder dichte Strumpfhose in die Schuhe

"Die analysierten Verbindungen sind in Babyartikeln und Spielzeugen, die Kinder in den Mund nehmen können, EU-weit stark reglementiert", heißt es in dem Testbericht. Auf Bekleidungsgegenstände wie Gummistiefel, die selten den Weg in den Mund finden, treffen diese strengen Regelungen nicht zu. "Öko-Test" erwähnt in seinem Bericht nicht, ob die gemessenen Schadstoffmengen gesetzliche Grenzwerte überschreiten.

Kinder und Erwachsene, die nicht auf Gummistiefel verzichten wollen, sollten "dichte Kniestrümpfe oder eine dichte Strumpfhose tragen", empfiehlt Julia Welzel, Chefärztin der Klinik für Dermatologie und Allergologie in Augsburg. Wenn die Strümpfe trocken blieben, "dürften Schadstoffe praktisch nicht durch die intakte Haut hindurchgelangen".

irb/mmm/dpa

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insgesamt 10 Beiträge
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hwdtrier 30.08.2018
1. Yep
Wenn Kinder diese Stiefel 100000 Jahre Tag und Nacht tragen kann es gefaehrlich werden. Ohne diese Stoffe sind die Stiefel herrlich hart und verschaffen den Kindern die heiß ersehnten Blasen.
ardbeg17 gestern, 17:13 Uhr
2.
nicht zu vergessen die beliebten Plastik-Schlappen. Bei uns ist inzwischen aus den oben beschriebenen Gründen die Notwendigkeit von Socken akzeptiert. Allgemein finde ich immer wieder unbegreiflich, wie üblicherweise im Alltag derartige Chemie-Belastung ignoriert wird, um dann bei Diskussionen um Umweltschadstoffe umso hysterischer zu reagieren.
ash26e 30.08.2018
3. Außer unserer Qualitätsjournaille
Nimmt doch keiner mehr diese Kaper ernst! 600 Liter Jever pro Tag trinken um in die Menge Glyphosfat zu gelangen die möglicherweise karzinogen ist! Der Beispiele noch mehr soll doch jeder selbst nachsuchen
grabenkaempfer 30.08.2018
4.
""Öko-Test" erwähnt in seinem Bericht nicht, ob die gemessenen Schadstoffmengen gesetzliche Grenzwerte überschreiten." also: Nein diese Mengen überschreiten keine Grenzwerte, ansonsten hätte man das groß und breit erwähnt..
.freedom. 31.08.2018
5. Richtige Gummistiefel sind schwer zu finden. ...
Zum grössten Teil bestehen die Gummistiefel aus Synthetik. Bei E-bay wird in der Überschrift mit Gummistiefeln geworben, aber in der Materialbeschreibung steht dann Synthetik. Hier gehört kräftig abgemahnt. Bei Gummi wird gelogen was das Zeug hält. Schuhsohlen bestehen fasst alle aus Synthetik. Schon nach kurzer Zeit bricht die Sohle und die Füsse werden nass. Ich habe Probleme mit Mundstücke beim Schnorcheln. Auch diese Mundstücke sind aus Synthetik, was bei mir immer ein starkes Brennen hinterlässt. Leider sind keine Mundstücke aus echtem Gummi zu bekommen. Hier haben die Hersteller gelogen, indem sie sagten, dass der Verbraucher das so möchte. Das stimmt nicht. Mit echtem Gummie ist nicht so viel zu verdienen, da es doch teurer als Synthetik ist.
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