Hämatome So verschwinden Blutergüsse am schnellsten

Ein kräftiger Stoß an der Tischkante - schon ist ein blauer Fleck im Anmarsch. Mit den richtigen Sofortmaßnahmen lässt sich ein Bluterguss vermeiden. In manchen Fällen sollte aber der Arzt eingreifen.

Kühlkissen: So vermeidet man blaue Flecken
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Kühlkissen: So vermeidet man blaue Flecken


Beim Sport, bei der Hausarbeit oder beim Werkeln im Garten - ein kräftiger Stoß reicht oft aus, und wenige Stunden später prangt ein dicker blauer Fleck auf dem Schienbein oder an einer anderen Stelle des Körpers. Auch Schläge, Schnitte, Quetschungen, Knochenbrüche oder Stiche können Hämatome verursachen.

Dabei wird ein Blutgefäß im Gewebe verletzt, und Blut tritt aus, entweder ins Unterhautgewebe oder in eine Körperhöhle wie beispielsweise ein Gelenk. "Ein Hämatom kann unterschiedlich tief sein und auch mit einer äußeren Verletzung wie einem Hautriss einhergehen", sagt Thomas Hilberg von der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention.

Je schneller man nach der Verletzung reagiert, umso besser. "Erste Hilfe bei Hämatomen nach Stößen wird nach der PECH-Regel geleistet: Pause - Eis - Kompression - Hochlagern", sagt Hilberg. Durch rasche Kühlung lassen sich der Blutaustritt ins Gewebe und damit auch die Schwellung begrenzen.

Wird zum Kühlen Eis verwendet, muss zwischen Haut und Eis immer ein dünnes Tuch liegen, um Verkühlungen und Hautschäden zu vermeiden. "Ergänzend können im weiteren Verlauf analgetische Salben den Schmerz lindern und antiphlogistische Salben die Entzündung hemmen. Auch Arnika wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend."

Von Dunkelrot-Blau über Dunkelgrün und Gelb bis hin zu Braun

Das deutlichste Symptom ist meist die Verfärbung der Haut. Je nach Tiefe der Gefäßverletzung zeigt sie sich kurze Zeit nach der Verletzung, manchmal jedoch auch erst nach einigen Tagen. Von Dunkelrot-Blau über Dunkelgrün und Gelb bis hin zu Braun verändern sich die Farben. "Im Allgemeinen dauert es zwei bis drei Wochen, bis die Blutzellen abgebaut sind. Die Farbveränderungen zeigen die Stadien dieses Abbauprozesses", erklärt Reiner Hartenstein vom Berufsverband Deutscher Internisten. Je tiefer die Einblutung im Gewebe liegt, desto weniger ausgeprägt sind diese äußerlich erkennbaren Anzeichen.

Charakteristisch für ein Hämatom sind auch unterschiedlich starke Schmerzen. "Sie werden durch Volumenveränderungen ausgelöst", sagt Hartenstein. "Das verletzte Gewebe und seine direkte Umgebung schwillt an und drückt auf die benachbarte Sehne, einen Muskel oder eine Knochenhaut und auf deren Schmerzrezeptoren."

Die Ausprägung eines Hämatoms ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. "Das liegt daran, dass die Gewebestruktur, aber auch Fließ- und Gerinnungseigenschaften des Blutes individuell verschieden sind", sagt Hartenstein. Ältere Menschen neigen stärker zu Blutergüssen als jüngere: Das unter der Haut gelegene Fettgewebe verringert sich, gleichzeitig nimmt die Gefäßbrüchigkeit zu.

Zudem gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede: "Man sagt, dass Frauen aufgrund ihres besonderen Fett- und Bindegewebes eher zu Hämatomen neigen als Männer", so Hilberg. In der Regel heilen Hämatome bei gesunden Menschen unproblematisch ab. Und sie lassen sich zumindest manchmal vermeiden, etwa durch Schutzausrüstungen wie Schienbeinschoner.

Bei Bluterguss und Kreislaufbeschwerden zum Arzt gehen

Manche Medikamente können das Zusammenspiel von Haut, Gewebe und Blut beeinträchtigen und Hämatome dadurch begünstigen. Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure oder Cumarinderivate können Gerinnungsstörungen auslösen. Kortison kann zu einem Abbau der Hautstruktur führen. Außerdem gehen einige Krankheiten mit gehäuften Hämatomen einher. "Das sind seltene Erkrankungen des Gefäßsystems, häufiger jedoch Erkrankungen des Gerinnungssystems", so Hilberg. Diese können entweder die Blutplättchen betreffen oder die plasmatische Gerinnung, also den Kleber, mit dem die Blutplättchen zusammen gehalten werden.

Zu den angeborenen Störungen des Gerinnungssystems gehören die Hämophilie - im Volksmund Bluterkrankheit - und das von-Willebrand-Jürgens-Syndrom. Letzteres betrifft nach Angaben des Sportmediziners etwa jeden 100. bis 1000. Bundesbürger. "Vor allem wenn ich viele Blutergüsse bei mir bemerke, für die ich keine Erklärung habe, sollte ich das vielleicht beim Arzt abklären lassen", sagt Petra Rudnick, Allgemeinmedizinerin bei der Techniker Krankenkasse.

Außerdem ist der Arzt gefragt, wenn im Zusammenhang mit einem Bluterguss starke Schwellungen oder Schmerzen auftreten, wenn Körperfunktionen eingeschränkt oder Kreislaufbeschwerden erkennbar sind. Das gilt vor allem, wenn Bauch, Brustkorb oder Kopf betroffen sind. Gerade in diesen Bereichen sind Hämatome durchaus nicht immer äußerlich sichtbar, da die Blutung nach innen in den Körper geht.

"Bei inneren Verletzungen sind die Symptome häufig sehr unterschiedlich, je nachdem, welcher Körperteil betroffen ist", sagt Rudnick. Zum Beispiel könne eine Blutung in den Bauchraum - je nach Blutungsquelle - zu Bauchschmerzen und Kreislaufproblemen, manchmal jedoch auch zum Tode führen. Hirnblutungen verursachten Kopfschmerzen, neurologischen Störungen wie Lähmungserscheinungen oder Bewusstseinstrübungen, könnten jedoch ebenfalls lebensbedrohlich sein. Im Verdachtsfall muss umgehend der Notarzt gerufen werden.

Eva Neumann, dpa

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insgesamt 18 Beiträge
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Seite 1
Ze4 05.06.2013
1. Heparin!
Heparinhaltiges Gel ist das Mittel der Wahl, damit verschwinden Blutergüsse am schnellsten bzw. entstehen gar nicht erst. Ist rezeptfrei und bei lokaler äußerer Anwendung gibt`s auch keine Nebenwirkungen. Wundert mich etwas, dass dieses uralte Wundermittel nicht erwähnt wurde.
CancunMM 05.06.2013
2.
Zitat von Ze4Heparinhaltiges Gel ist das Mittel der Wahl, damit verschwinden Blutergüsse am schnellsten bzw. entstehen gar nicht erst. Ist rezeptfrei und bei lokaler äußerer Anwendung gibt`s auch keine Nebenwirkungen. Wundert mich etwas, dass dieses uralte Wundermittel nicht erwähnt wurde.
? Sie können auch jede andere Salbe benutzen, denn das Heparin in der Salbe wird, glaube ich mich zu erinnern, zu 0,00007 % resorbiert. Die Wirkung erfolgt durch die Verdunstungskälte und die Massagewirkung des Einreibens. Also lieber Geldsparen und PECH-Regel beachten.
Ze4 05.06.2013
3. Nö
Zitat von CancunMM? Sie können auch jede andere Salbe benutzen, denn das Heparin in der Salbe wird, glaube ich mich zu erinnern, zu 0,00007 % resorbiert. Die Wirkung erfolgt durch die Verdunstungskälte und die Massagewirkung des Einreibens. Also lieber Geldsparen und PECH-Regel beachten.
Das stimmt einfach nicht, wie jeder Versuch sofort zeigen würde. Ich spreche aus Erfahrung, nicht weil ich etwas glaube. Einfach mal Heparin und blauer Fleck googeln, da werden Sie geholfen.
irgendeinleser 05.06.2013
4.
Zitat von CancunMM? Sie können auch jede andere Salbe benutzen, denn das Heparin in der Salbe wird, glaube ich mich zu erinnern, zu 0,00007 % resorbiert. Die Wirkung erfolgt durch die Verdunstungskälte und die Massagewirkung des Einreibens. Also lieber Geldsparen und PECH-Regel beachten.
Seltsam, die Mediziner in meiner Umgebung empfehlen alle Heparinsalbe ...
Oberleerer 05.06.2013
5.
Was soll eine Salbe bewirken? Meine Erfahrung ist starker Druck für mehrere Minuten auf die Stelle ausüben, damit kein weiteres Blut aus den beschädigten Gefäßen rinnen kann, bis die Selbstabdichtung einsetzt. Hilf z.B. auch beim Blutspenden, wenn man sonst oft hinterher einen riesigen Fleck hat. So ähnlich steht es ja auch im Artikel.
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