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Herzinfarkt-Studie: Fitte Dicke sind gefährdeter als unsportliche Dünne

Herzinfarkt (Illustration): Wie lassen sich die Gefäße am besten schützen? Zur Großansicht
Corbis

Herzinfarkt (Illustration): Wie lassen sich die Gefäße am besten schützen?

Wie schützt man sich am besten vor einem Herzinfarkt? Eine schwedische Langzeitstudie legt jetzt nah: Wer regelmäßig Sport treibt, senkt zwar sein Risiko. Übergewicht ist jedoch ein viel größeres Problem als mangelnde Fitness.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland die häufigste Todesursache, 2012 verstarben mehr als 55.000 in Deutschland an einem Infarkt. Zwar ist bereits bekannt, dass mangelnde Fitness und Übergewicht Herz und Gefäßen schaden, doch eine Gruppe schwedischer Forscher wollte es noch etwas genauer wissen.

Das Team um Peter Nordström von der Universität in Umea analysierte die medizinischen Daten von knapp 743.500 schwedischen Männern, die zwischen 1969 und 1984 als 17- bis 19-Jährige im Rahmen der Wehrdienstmusterung untersucht worden waren. Durchschnittlich 34 Jahre lang konnten sie den gesundheitlichen Werdegang der Männer nachvollziehen; 11.526 erlitten in dieser Zeit einen Herzinfarkt.

Im "European Heart Journal" berichten Nordström und Kollegen, wie die Fitness sowie der Body-Mass-Index (BMI) zum Zeitpunkt der Musterung und das Herzinfarktrisiko im späteren Leben zusammenhingen. In Sachen Fitness teilten sie die Männer in vier gleichgroße Gruppen: von den besten beim Fitnesstest bis hin zu den schlechtesten. Beim Gewicht erfolgte die Aufteilung nach dem BMI: untergewichtig (BMI kleiner 18), normalgewichtig (18 bis kleiner als 25), übergewichtig (25 bis 30) oder fettleibig (größer 30).

Alles schon veranlagt?

Je besser die Fitness war, desto geringer war das Risiko für einen Herzinfarkt - und je größer der BMI, desto höher war es. Im Schnitt hatten unter- und normalgewichtige Männer später ein 35 Prozent geringeres Infarktrisiko, berichten die Forscher. Je 15 Prozent besserer Fitness sank die Gefahr eines Infarkts um etwa 18 Prozent - andere Risikofaktoren hatten die Forscher dabei herausgerechnet.

Ein Aspekt überraschte die Forscher: Selbst die fittesten Übergewichtigen und Fettleibigen hatten ein höheres Infarktrisiko als die am wenigsten fitten Normalgewichtigen.

"Obwohl Sportlichkeit am Ende des Teenager-Alters das Infarktrisiko anscheinend senkt, kann sie ein durch Übergewicht erhöhtes Risiko nicht ausgleichen", sagt Peter Nordström. "Anders formuliert: Normalgewicht ist noch wichtiger als gute Fitness - aber es ist natürlich noch besser, fit zu sein und nicht übergewichtig."

Die Wissenschaftler geben jedoch selbst an, dass die beobachteten Zusammenhänge nicht einfach zu deuten sind, weil viele andere Faktoren hineinspielen können. Möglich sei etwa, dass schlicht eine genetische Veranlagung gleichzeitig die Fitness fördert und für ein robustes Herz sorgt. Zudem lässt sich über den Body-Mass-Index als Messlatte für Unter-, Normal- oder Übergewicht streiten.

wbr

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insgesamt 101 Beiträge
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1. Nanu?
tuffgong 10.01.2014
Ich hab vor einiger Zeit von einer Studie gehört, die genau das Gegenteil behauptete: Dicke Fitte sind weniger Herzinfarkt-gefährdet als normalgewichtige Untrainierte. Und jetzt?
2. Statistik
holgere 10.01.2014
Ist beides richtig. Eine weitere nutzlose Studie zum gleichen Thema.
3. Abnehmen ist sowieso utopisch
michibln 10.01.2014
Fettleibigkeit ist Veranlagung und man kann praktisch nichts dagegen tun. Statistiken sagen dass Diäten praktisch nie langfristigen Erfolg bringen. Also was nutzen nun diese Einsichten?
4. optional
GrinderFX 10.01.2014
Natürlich gibts keine erfolgreichen Diäten. Entweder stellt man auf Lebenszeit seine Ernährung um oder es wird nichts bringen. Und dieser Veranlagungsmüll stimmt doch auch vorne und hinten nicht. Jedes Pfund muss durch den Mund. Es gibt keine mystische Energiegewinnung, die muss irgendwo herkommen.
5. Warum immer das ewige Leben?
ops123 10.01.2014
Fitness steigert die Lebensqualität sofort. Wer fit ist, der ist auch aktiver und kann mehr erleben. Jede Bewegung fällt einem leichter. Man fühlt sich viel jünger und ich könnte noch ewig so weiter schreiben ...
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