Tipps für Läufer: Hören Sie auf Ihre Heuschnupfen-Nase

Fiese Natur. Selbst Wunderläufer Achim Achilles leidet unter Heuschnupfen. Jahrelang verleugnete er die Schwäche, mittlerweile hat er wirkungsvolle Anti-Allergie-Tricks entwickelt. Sachter Sport trotz Schnupfennase ist seine Devise. Die besten Ratschläge im Überblick.

Blühendes Grün: Laufen in der Natur kann für Allergiker zur Tortur werden Zur Großansicht
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Blühendes Grün: Laufen in der Natur kann für Allergiker zur Tortur werden

Pfnnü. Ach du Schreck. Was war das? Ein Nieser? Klang fast so. Aber nur ein kleiner. Wahrscheinlich Hausstaub. Oder Trainingsallergie. Einmal niesen ist völlig okay, das bedeutet noch gar nichts. Aber zweimal Niesen ist kurz vor krank. Und dreimal ist praktisch Tuberkulose. Oder noch schlimmer: Heuschnupfen. Damit hatte ich nie Probleme. Pollenallergie ist was für Weicheier, aber nicht für den stählernen Achim. Warum nur tränen die Augen dann? Wieso hechele ich die halbe Nacht lang, als läge ich im Sanatorium auf dem Zauberberg? Na gut, dann eben Allergiker. Was kann man tun? Wie kann man sich helfen? Hier die wichtigsten Antworten auf die drängendsten Fragen.

Laufen mit Heuschnupfen - ist das gesund?

Extremallergiker, die sich zur heftigsten Pollenflugzeit ein Tempotraining verordnen, tun sich definitiv nichts Gutes. Aber ein Komplettverzicht ist auch nicht nötig. Generell empfehlen Mediziner dosierten Ausdauersport, da dabei das Abwehrsystem des Körpers gekräftigt und die Lungenfunktion verbessert wird. Zur Not muss die Trainingseinheit aufs Laufband oder in die Leichtathletikhalle verlegt werden.

Bekommt man vom Laufen Heuschnupfen?

Natürlich nicht. Aber: Schon 20 der winzigen Pollen können allergische Reaktionen auslösen. Die Blütenstände von Gräsern setzen bis zu fünf Millionen Pollen frei - das ist eine ordentliche Dröhnung, die einem Heuschnupfengefährdeten durchaus den entscheidenden Schub geben kann, wenn er bei starkem Pollenflug stundenlang am Limit trainiert und hechelt. Auch wenn die positiven Wirkungen regelmäßigen Ausdauersports stets betont werden, so dürfte auch für Nichtallergiker gelten: Lieber laufen, biken, radeln, wenn die Luft etwas reiner ist. Die Pollenflugzeit bedeutet auch für gesunde Körper einen starken Reiz.

Kann ich auch als Asthmatiker weiter trainieren?

Generell ja. Sogar auf die Gesundheit von Asthmatikern kann sich Ausdauersport positiv auswirken. Leichtes Laufen verbessert die Durchblutung und das Abhusten. Da der Körper mehr Sauerstoff aufnehmen kann, kommt es bei Belastung seltener zu Atemnot. Wichtig: Rücksprache mit dem Arzt, langsam und lange aufwärmen und Asthmaspray für den Notfall einpacken.

Kann ich mit Medikamenten trainieren?

Im Prinzip gibt es keine Einwände. Gut verträgliche Medikamente können den Sport erleichtern, da weniger Symptome auftreten. Auch hier gilt: auf den Körper hören, im Zweifelsfall einen Gang zurückschalten.

Empfiehlt sich mehr Medizin vorm Training?

Wer morgens eine Pille mit Antihistaminen nimmt, wird beim abendlichen Training kaum noch etwas von der Wirkung spüren. Timing ist, wie so oft im Leben, auch hier gefragt. Aber Achtung: Manche Mittel machen müde. Dies gilt insbesondere für Wirkstoffe der Antihistaminika der "ersten Generation". Neuere Antihistaminika ("zweite Generation") knocken in der Regel nicht mehr so heftig aus.

Woher weiß ich, wann ich loslaufen kann - und wann besser nicht?

Die Wetterdienste im Internet, im Radio, TV und in der Tageszeitung verkünden täglich die Pollenbelastung. Tipps dazu, wann die Pollenkonzentration am geringsten ist, gibt es in Läufer-Internetforen, auf Allergie-Seiten und natürlich beim Allergologen.

Warum einen Gang zurückschalten?

Weniger intensive Belastung ist sinnvoll, um die Lunge zu schonen und das Immunsystem zu stärken. Wer heftiger trainiert, saugt mehr Pollen tiefer in die Atemwege. Der Stress steigt zudem, wenn der Körper in einem anstrengenden Bereich läuft. Auch die Abwehr wird bei intensivem Training eher geschwächt. Überlastung kann zu Atemnot und im schlimmsten Fall zu Hyperventilation und Ohnmacht führen. Also lieber Ausdauertraining im niedrigpulsigen Bereich. Und: Hört auf Euren Körper. Walking ist für Allergiker ausnahmsweise erlaubt.

Was tun im Notfall?

Tempo runter, entspannen, Atemnot konzentriert reduzieren. Beim Apotheker ein Notfallmedikament besorgen, das Asthmatiker ohnehin immer bei sich tragen sollten.


Dies ist ein Auszug aus dem neuen E-Book von Achim Achilles. Mehr Tipps in: "Laufen und Heuschnupfen - Wissenswertes über Sport & Pollenallergie"

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1.
kantaki 23.05.2013
Walken? Niemals!
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ZUR PERSON
  • Beatrice Behrens
    Achim Achilles

    Jahrgang 1964. Lebt verheiratet mit einer verständnisvollen Frau in Berlin, läuft aber überall, wo es wehtut. Motto des Wunderathleten und Kolumnisten: "Qualität kommt von Qual." Dabei ist es dem Vater eines lauffaulen Jungen egal, dass er trotz intensiven Trainings kaum von der Stelle kommt. Für ihn ist der Weg das Ziel. Seine Lieblingsfeinde auf dem Weg zum Ziel sind Walker und andere Pseudosportler.