Gesund durch HipHop: Yeah, Brokkoli

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"Kind, iss ein bisschen vom Gemüse": Wie oft flehen Eltern das vergeblich? In den USA hat jetzt eine Kampagne Erfolg, die Kids den Brokkoli-Verzehr auf schlicht geniale Weise schmackhaft macht - mit HipHop.

HipHopPublicHealth

Eine Ghetto-Faust und Brokkoli passen etwa so gut zusammen wie Heidi Klum und "All you can eat" in einem Fastfood-Restaurant: also gar nicht. Doch ein amerikanisches Projekt hat gerade das Gegenteil bewiesen.

Es ist nicht die Idee, die das Projekt so besonders macht. Verschiedene Musiker huldigen in einem Sammelalbum der gesunden Ernährung und dem Sport. So weit, so langweilig. Doch die Hymnen über Brokkoli und Schlaganfall singen nicht Elton John und ähnlich erwartbare Künstler, sondern eine Gruppe rund um Hip-Hopper und Beat-Box-Pionier Doug E. Fresh.

Dabei schaffen sie etwas, das kaum einer Jugendkampagne gelingt: Sie wirken nicht bemüht, im Gegenteil. Auf ihre Art verschmelzen die Künstler die Lockerheit und Coolnes, die bei HipHop mitschwingt, mit der Spießigkeit der Botschaften. "Iss Gemüse", "Beweg dich", "Mach was aus deinem Leben" klingt bei ihnen nach einem einleuchtenden Plan, vorgetragen ohne erhobenen Zeigefinger.

Die meisten Künstler haben ihre Texte selbst geschrieben. Es sind ihre persönlichen Botschaften, die sich häufig nicht an die reichen Kids Amerikas richten, sondern an die Kinder, die in ärmeren Vierteln aufgewachsen sind und die sie zum Teil selbst mal waren.

Die Macht der Kinder, die Erwachsenen zu verändern

"Ihr müsst an euch glauben, was auch immer ihr erreichen wollt, ob ihr Richter werden wollt, Doktor, Koch, Basketballspieler", sagt Artie Green in die Kamera eines Making-of-Videos. Seine dunkle Haut glänzt, in seinem Ohrläppchen blinkt ein weißer Stecker, ein Basketball versinkt auf seinem T-Shirt gerade in einem Korb. "Es hieß, ich würde es nie aus meinem Viertel schaffen", singt er sinngemäß, mit Ashanti an seiner Seite. "Aber seht, wo ich jetzt bin!"

Die Initiatoren des Projekts, die beiden Non-Profit-Organisationen "Hip Hop Public Health" und "The Partnership for a Healthy America", wollen mitreißen, sie wollen aufklären. "Wir glauben an die Macht der Kinder", heißt es auf der Internetseite von "Hip Hop Public Health". "Sie können das Leben der Erwachsenen in ihrer Gemeinschaft retten, indem sie wichtiges Gesundheitswissen weitergeben." Erwachsene seien häufig zu beschäftigt, um sich mit ihrer Gesundheit auseinanderzusetzen. Wer könnte sie besser zum Zuhören bewegen als Kinder?

Wer möchte, kann sich die Lieder des Albums kostenlos herunterladen, sie werden nach und nach im Internet zum Download bereitgestellt. Daneben hält "Hip Hop Public Health" für Kinder im Internet ein Angebot mit weiteren Songs, Comics, Videos und Videospielen bereit. Selbst ernste Themen wie Schlaganfälle bereitet die Organisationin einem Video ("Stroke ain't no Joke") so auf, dass die Kinder ganz nebenbei, während sie HipHop hören und einen Comic sehen, die typischen Symptome lernen und wissen, was zu tun ist.

Forschungsprojekte belegen die Wirkung

Dass das Konzept aufgeht, haben bereits Forschungsprojekte in Kooperation mit der Columbia University nachgewiesen. So konnte eine Studie zeigen, dass das Wissen über Schlaganfälle mit Hilfe des HipHop-Projekts tatsächlich bei den Kindern ankommt; eine andere fand Hinweise darauf, dass die Kinder ihr Wissen über Schlaganfälle tatsächlich an ihre Eltern weitergeben.

Auch das jetzt produzierte Album dürfte bei Jugendlichen zumindest eine Wirkung haben. Um auf Nummer sicher zu gehen, involvierten die Macher auch Jugendstars wie den knapp 18-jährigen Ryan Beatty, der durch YouTube bekannt wurde, aber wohl kaum einem Erwachsenen ein Begriff sein dürfte. Muss er auch nicht.

Das Album und sein Making-Of-Video vereint viele gängige Hip-Hop-Klischees. Lange Ketten mit dicken Kreuzen, Baggy-Pants, dunkle Sonnenbrillen, zu den Beats bouncende Menschen, Übertreibungen. Reggae-Musiker Matisyahu: "Nach unserem Lied werden hoffentlich eine Million Kinder Brokkoli essen, yeah". Und dann, nicht zuletzt die Ghetto-Faust. Doch sie tun dies nicht, weil sie die Klischees erfüllen müssen, sondern weil sie sie leben. Und das macht das Projekt authentisch.

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insgesamt 10 Beiträge
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1. Sorry Leute ...Bullshid
kampftier 19.08.2013
Zitat von sysopHipHopPublicHealth"Kind, iss ein bisschen vom Gemüse": Wie oft flehen Eltern das vergeblich? In den USA hat jetzt eine Kampagne Erfolg, die Kids den Brokkoli-Verzehr auf schlicht geniale Weise schmackhaft macht - mit Hip Hop. http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/hip-hop-album-macht-werbung-fuer-einen-gesunden-lebensstil-a-916761.html
Familien sollten zusammen mit ihren Kinder den "eigenen Garten" für sich neu Entdecken ...Dann klappts auch mit dem Gemüse Essen. Möglichkeiten gibts ja schon Vielfach ... ODER LIEGTS AN DEN ELTERN ????? Die keinen Bock auf Arbeit/Unkenntnisse haben ? Es geht nichts,über Gemüse aus dem eignen Garten.
2.
Now Rob 19.08.2013
Brokkoli - das bekannteste Hassgemüse Amerikas. Auf einem Markt, in dem es nur transport- und industriestandartisiertes Gemüse gibt, hat kaum einer Lust und Ideen, für kreatives Essen ein bisschen Gemüse zu schnippeln. Vegetarier werden als gefährliche Freaks dargestellt. Männliche Simpsons sind nach dem Brokkoliverzehr nur knapp dem Tod entgangen. Gemüse, das nach nichts schmeckt. Menschen, die durch Fast Food ihre Geschmackssinne ständig überfordern und ihre körperlichen Erwartungen verfetten und übersalzen. Da muss man dem Gemüse dann kräftig Gewürze beifügen oder fette Soßen dazu andicken. Dann erinnert sich das Gör nur an die Soße und ans Wohlgefühl der Droge Fett. Das ist also nicht die Lösung. Die kreative Küche und alte Gemüsesorten wurden durch Generationen verdrängt, die uns lehrten, auf den Teller gehören 1 Stück Fleisch, 1 Sorte Gemüse, 1 Sorte Sättigungsbeilage, 1 Soße. Salz ans Fleisch, Salz aufs Gemüse, Salz in die Soße... Die einzigen Salze in meiner Küche kommen durch Grillkäse oder Feta ans Essen. Aber bitte nicht täglich. Und dann der Test - eine Pizza vom Lieferservice. Nach dieser Pizza der unbändigende Branddurst, Kopfschmerzen, Wasserbauch durch 2 Liter Wasserzufuhr und keine Besserung des Dursts. Unwohlsein, Trägheit, für den Rest des Tages Sodbrennen. Das Aufstoßen stinkt, als würde mich die Pizza von innen auffressen. Für diese Erfahrung des Unterschiedes der Ernährung braucht man nicht mal Brokkoli. Der Fast-Food- und der Fleischkonsum bringen Probleme mit sich, für die sich Kinder und Jugendliche vielleicht mehr interessieren könnten, als ihnen nur Brokkoli ins Gesicht zu werfen. Den Blick schärfen, Gesichtswurst als puren Horror statt Spaß beim Ekelfressen inszenieren, die Erwachsenen für ihre Ernährung beleidigen - das sind Dinge, die Kinder und Jugendliche begeistert, sich dann vielleicht einfach aus berechtigtem Protest besser zu ernähren.
3. Klar doch!
firenafirena 19.08.2013
Zitat von kampftierFamilien sollten zusammen mit ihren Kinder den "eigenen Garten" für sich neu Entdecken ...Dann klappts auch mit dem Gemüse Essen. Möglichkeiten gibts ja schon Vielfach ... ODER LIEGTS AN DEN ELTERN ????? Die keinen Bock auf Arbeit/Unkenntnisse haben ? Es geht nichts,über Gemüse aus dem eignen Garten.
Immerhin hat auch jeder einen eigenen Garten vor der Tür! Unvorstellbar, dass es Leute geben soll, die weder Garten, Schrebergarten noch Balkon haben. Sowas gibt es ja glücklicherweise in diesem Land nicht. Wäre ja auch sehr von Nachteil - Salatbeete und Tomatenpflanzen machen sich nun mal nicht so so richtig gut im Wohnzimmer...
4. "Bullshid"
zack34 19.08.2013
Zitat von kampftierFamilien sollten zusammen mit ihren Kinder den "eigenen Garten" für sich neu Entdecken ...Dann klappts auch mit dem Gemüse Essen. Möglichkeiten gibts ja schon Vielfach ... ODER LIEGTS AN DEN ELTERN ????? Die keinen Bock auf Arbeit/Unkenntnisse haben ? Es geht nichts,über Gemüse aus dem eignen Garten.
Du (Englisch-)Experte, Du... sag das den Milionen, die in MFHs leben, viele gar ohne Balkon...
5. Fleisch/Steak
tipaac 19.08.2013
ohne Salz? Bitte, wem es schmeckt....aber Brokkoli ist nun wirklich nicht jedermanns Leibgericht. Sowhat? Und ich "überlebe" die Pizza vom Lieferdienst ohne die von "now rob" geschilderten symptome. evtl. einfach mal den lieferservice ändern. Ich wünsche viel Spaß bei der salzfreien Ernäherung - die übrigens genauso unsinnig ist wie übersalzene Ernäherung - und viel Spaß beim Genießen der gewonnenen Lebensqualität.
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Zur Autorin
  • Jeannette Corbeau
    Irene Berres, studierte Wissenschaftsjournalistin, hat sich auf Themen rund um den Körper spezialisiert. Sie ist Redakteurin im Ressort Gesundheit bei SPIEGEL ONLINE.

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