Richtig einkaufen und lagern Wie Verbraucher Lebensmittel optimal nutzen

Schrumpelig, verschimmelt, matschig: Viele Nahrungsmittel in Deutschland landen auf dem Müll. Was jeder Einzelne gegen die Verschwendung tun kann.

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Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) will die Lebensmittelabfälle in Deutschland bis 2030 halbieren. Neben den Lebensmitteln, die bereits auf dem Weg zum Supermarkt weggeworfen werden, tragen auch Verbraucher eine Verantwortung. Ein Überblick.

Was ist das Problem?

In Privathaushalten landen laut dem Bundeslandwirtschaftsministerium pro Jahr und Kopf 55 Kilogramm Lebensmittel im Müll. Die Hälfte davon ist demnach vermeidbar. Obst und Gemüse machen etwa ein Drittel der vermeidbaren Abfälle aus. Es folgen Gekochtes, Brot und Backwaren, Getränke, Milchprodukte, Fertigprodukte sowie Fisch und Fleisch.

Dabei werden für die Produktion dieser Lebensmittel wertvolle Ressourcen verbraucht. Für ein Kilogramm Rindfleisch sind laut Ministerium etwa 15.420 Liter Wasser nötig, zudem entstehen 13,3 Kilogramm CO2. Für ein Kilogramm Äpfel sind es immer noch 820 Liter Wasser und 550 Gramm CO2.

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Wie können Bürger Lebensmittelverschwendung schon beim Einkaufen vermeiden?

Das Landwirtschaftsministerium gibt folgende Tipps: Ein Einkauf sollte geplant werden, dabei kann ein Einkaufszettel helfen. Im Supermarkt sollten sich Verbraucher Zeit nehmen und nicht "hungrig" einkaufen. Sonst ist die Gefahr von Spontankäufen groß, die dann doch nicht gegessen werden. Sie sollten sich etwa überlegen, wie viel Joghurt sie wirklich verbrauchen werden, und im Zweifel lieber zur kleineren Packung greifen.

Wie werden Lebensmittel richtig gelagert?

Obst und Gemüse gehören im Kühlschrank ganz unten ins Gemüsefach, Fisch und Fleisch auf die unterste Ablage, Milchprodukte auf die mittlere, Käse und Speisereste auf die oberste. Eier, Butter und Getränke haben ihren Platz in der Tür. Mit Ausnahme von Obst und Gemüse sollte alles gut verpackt sein.

Nicht in den Kühlschrank gehören: Brot, Speiseöle, Kartoffeln, Auberginen, Avocados, Tomaten und die meisten Südfrüchte.

Kartoffeln und Zwiebeln brauchen einen trockenen, dunklen Ort. Brot bleibt in einer Brotbox oder einem Steinguttopf länger frisch. Käse am besten am Stück kaufen und in ein beschichtetes Papier einschlagen. Äpfel und Tomaten strömen Ethylengas aus, das andere Obst- und Gemüsesorten schneller reifen lässt, sie sollten deshalb separat gelagert werden. Angebrochene Packungen - etwa Mehl, Reis oder Nüsse - in dicht schließende Behälter umfüllen. Geöffnete Konserven umfüllen und schnell verbrauchen.

Was tun bei Schimmel?

Bei Schimmelbildung ist laut dem Bundeszentrum für Ernährung Vorsicht angesagt: Bei Brot, Joghurt, Marmelade und Käse (Weich- wie Hartkäse) sollte gleich die ganze Packung weggeworfen werden, weil sich der Schimmel schon ausgebreitet haben könnte.

Bei Nüssen, Zitrusfrüchten, Beeren, Gemüse mit hohem Wassergehalt wie Tomaten, Paprika, Auberginen, Gurken oder Zucchini sowie Wurzelgemüse wie Karotten sollten mindestens die befallenen Früchte komplett entsorgt werden.

Was ist der Unterschied zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum?

Lebensmittel sind bei richtiger Lagerung auch nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums meist noch genießbar. Tragen vorverpackte Lebensmittel die Formulierung "mindestens haltbar bis", behalten sie bis zu diesem Datum ihre produkttypischen Eigenschaften, also Geschmack, Geruch oder Nährwert - vorausgesetzt, sie sind originalverpackt und wurden richtig gelagert.

Auch danach sind sie meist noch eine Weile genießbar. Es gilt der Grundsatz: Erst schauen, dann riechen, dann schmecken. Wirkt alles normal, steht dem Genuss in der Regel nichts entgegen.

Produkte mit Verbrauchsdatum gehören nach dessen Ablauf in den Müll. Bei Lebensmitteln, die sehr leicht verderblich sind, muss der Hinweis "zu verbrauchen bis" angegeben werden, gefolgt von einer Beschreibung der Lagerbedingungen. Als leicht verderbliche Lebensmittel gelten etwa zerkleinertes rohes Fleisch, Geflügel und vorgeschnittene Salate.

koe/AFP



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