Gesund trotz Koffein K-A-F-F-E-E

Heute darf es ruhig ein bisschen mehr sein, denn ein gesunder Körper verträgt das Koffein aus vier bis fünf Tassen Espresso am Tag. Wollen Sie mehr? Sechs Fakten zum Tag des Kaffees.

Der Duft von Kaffee
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Der Duft von Kaffee


Kaffee - schon der Duft löst bei vielen ein Gefühl von Geborgenheit aus. Manch einer würde ohne eine Tasse des Heißgetränks im Magen morgens nicht aus dem Haus gehen. Daneben hat Kaffee jedoch auch den Ruf, ein Krankmacher zu sein, Nervosität, Schlafstörungen oder Unruhe hervorzurufen. Oft zu unrecht. Das Wichtigste im Überblick.

Wie viel Kaffee darf es sein?

"Gefährlich für den Körper ist Kaffee aufgrund seines Koffeingehalts nur dann, wenn er regelmäßig in Übermaßen getrunken wird", sagt Hans Hauner, Direktor des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin (EKFZ) an der Technischen Universität München.

Über den Tag verteilt gelten bei einem Erwachsenen bis zu 400 Milligramm Koffein als unbedenklich. Ein Erwachsener könne demnach ohne Weiteres "vier bis fünf Espresso oder bis zu acht Tassen schwarzen Tee pro Tag trinken", sagt Gabriele Graf von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf. Eine Tasse mit 200 Milliliter Filterkaffee enthält etwa 90 Milligramm Koffein.

Deutlich strenger ist die Regelung bei Schwangeren und stillende Frauen. "Da Koffein ungehindert die Plazenta passiert, gelangt es in der Schwangerschaft in den Kreislauf des ungeborenen Kindes", sagt Graf. Die Leber des Ungeborenen kann das Koffein aber nicht so schnell abbauen. "Schwangere und stillende Frauen sollten daher Kaffee nur sehr eingeschränkt genießen", rät die Ernährungsexpertin.

Wie schnell wirkt Kaffee?

Wer sich schon nach dem ersten Schluck wacher fühlt, erlebt den Placebo-Effekt am eigenen Leib. "Die stimulierende Wirkung setzt erst etwa 15 bis 30 Minuten nach dem Trinken ein", sagt Margret Morlo vom Verband für Ernährung und Diätetik. Dann hat sich das Koffein über den Blutkreislauf im gesamten Körper verteilt.

Anschließend dauert es Stunden, bis der Körper wieder alles beseitigt hat. "Bei gesunden Erwachsenen beträgt die durchschnittliche Halbwertszeit etwa vier Stunden", sagt Morlo. Dann hat der Körper 50 Prozent des Koffeins ausgeschieden.

Wann sollte der letzte Kaffee getrunken werden?

Dafür gibt es keine Faustregel. Die einen können trotz Kaffee, Cola oder schwarzem Tee am Abend erholsam schlafen, bei den anderen führt ein übermäßiger Kaffeekonsum zu Schlafproblemen. "Zu welchen Zeiten am Tag jemand am besten Koffein verträgt, das muss jeder für sich herausfinden", sagt Hauner.

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Aufputscher: So viel Koffein steckt in Lebensmitteln

Welche Nebenwirkungen kann Kaffee sonst noch haben?

"Der Kreislauf wird durch das Koffein stimuliert, und das Herz schlägt häufiger", sagt Hauner. Puls und Blutdruck steigen. Gefährlich ist das aber nicht. Trotz der Wirkung erhöhe Kaffeekonsum nicht das Risiko, an Arteriosklerose zu erkranken oder einen Herzinfarkt zu entwickeln, so Hauner.

Selbst Bluthochdruckpatienten könnten moderat Kaffee genießen: "Entgegen einer weit verbreiteten Annahme treibt Kaffee den Blutdruck nicht signifikant und gesundheitsgefährdend in die Höhe", sagt er. Bei Rhythmusstörungen ist jedoch Vorsicht geboten und eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ratsam. Wer andauernd zu viel (also literweise) Kaffee trinkt, riskiert außerdem Angsterscheinungen, Hyperaktivität und Magen-Darm-Beschwerden.

Kann Kaffee Entzugserscheinungen hervorrufen?

Ja, das kann er. Bei regelmäßigem Kaffeekonsum gewöhnt sich der Körper an die Wirkung des Koffeins. Bleibt die Ration aus, kann dies zu Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwierigkeiten führen. Der sogenannte Koffeinentzugskopfschmerz quält viele Menschen vor allem am Wochenende, wenn sie eine Kaffeepause einlegen. Dennoch gilt Koffein nicht als Suchtmittel.

Und, zu guter Letzt: Wie fördert Kaffee die Gesundheit?

Die Hauptwirkung spüren viele Menschen Tag für Tag: Koffein bremst den Müdigkeit auslösenden körpereigenen Botenstoff Adenosin. Das verbessert die Konzentration und hilft, ein Leistungstief zu überwinden.

Daneben gibt es Hinweise auf eine ganze Reihe weiterer positiver Effekte. "Eine Tasse Kaffee kann zum Beispiel einem Diabetes-Patienten guttun", sagt Hauner. So werde die Insulinwirkung durch Chlorogensäure, die im Kaffee enthalten ist, günstig beeinflusst.

Andere Studien weisen darauf hin, dass Kaffeetrinker länger leben oder seltener an Darmkrebs erkranken . Allerdings konnten diese Studien alle nicht eindeutig nachweisen, dass wirklich der Kaffee hinter den beobachteten Effekten steckte. Forscher versuchen zu entschlüsseln, welche der Hunderten Stoffe, die im Kaffee stecken, dafür verantwortlich sein könnten.

Übrigens: Kaffee darf zur sogenannten Flüssigkeitsbilanz - jeder Mensch soll pro Tag etwa zwei Liter trinken - hinzugerechnet werden. Aber: "Als Durstlöscher ist Kaffee aufgrund der anregenden Wirkung von Koffein auf Herz und Kreislauf nicht geeignet", sagt Morlo.


Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel stammt aus unserem Archiv und ist am 20.4.2016 auf SPIEGEL ONLINE erschienen.



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insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
swami13 01.10.2016
1. Zuviel Kaffee ...
soll zu einer Belastung der Nebennieren führen. Es gibt da die Theorie: Das die Nebennieren, die Stresshormone eigentlich nur in Stresssituationen ausschütten sollten. Wenn das durch den Konsum von Kaffee aber tagtäglich mehrfach passiert, soll das auf Dauer die Nebennieren erschöpfen und zu Nebenniereninsuffizienz führen? Weiß hier jemand mehr dazu?
cyberkarl 01.10.2016
2. Kaffee
"Als Durstlöscher ist Kaffee aufgrund der anregenden Wirkung von Koffein auf Herz und Kreislauf nicht geeignet", sagt Morlo". Das ist nicht der Grund, sondern dass Kaffee die Ausschüttung von ADH hemmt, was dann dem Körper Wasser entzieht, daher sollte pro Tasse Kaffee ein zisätzliches Glas Wasser getrunken werden
elektromod 01.10.2016
3. Suchtmittel
Im Artikel steht, das Koffein nicht als Suchtmittel gilt. Wieso eigentlich nicht?
Sibylle1969 01.10.2016
4.
Die erste Tasse Kaffee morgens schmeckt einfach nur gut, und danach fühle ich mich gleich wacher. Morgens trinke ich 3 Tassen, im Büro dann später noch mal 1-2 Tassen. Ich habe mal festgestellt, dass mir der Kaffee nicht mehr schmeckt, wenn ich mehr als 6 Tassen pro Tag trinke. Dann schmeckt er sogar richtig eklig. Ich interpretiere das als Botschaft meines Körpers, dass es eben nicht mehr als 6 Tassen sein sollten. Nach 16 Uhr darf ich aber auf gar keinen Fall noch Kaffee trinken, sonst kann ich nicht schlafen. Mein Mann trinkt problemlos nach dem Abendessen noch einen Espresso, das geht bei mir gar nicht.
kakadu 01.10.2016
5. Kaffee hat bereits genug Wasser
Kaffee entzieht dem Körper kein Wasser. Im Gegenteil, man nimmt mehr Wasser zu sich, wenn man 8 Tassen am Tag trinkt. Aber die Zähne werden davon gelb. Kaffee steht auch im Verdacht neurobiologische Veränderungen im Botenstoffaustausch der verschiedenen Hirnareale auszulösen. Das wird momentan erforscht und neue Gelder werden dafür freigemacht, weil die Gesundheit am Ende den Steuerzahler betrifft. Aber eine Industrie-Lobby stellt sich gerade quer und versucht dies zu verhindern. Hört sich plausibel an oder? Ist aber vollkommener Quatsch
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