Kaffee Zu viel Koffein schadet der Gesundheit

Die Kaffeepflanze bildet Koffein als Gift gegen Insekten, die Menschen lieben es aufgrund seiner aufputschenden Wirkung. Doch zu viel Koffein kann schädlich sein. Neben Schlafproblemen droht eine Abhängigkeit. Dann kann es sogar zu Entzugserscheinungen kommen.

Energie aus der Tasse: Koffein verstärkt die Wirkung des Stresshormons Adrenalin
Konrad Lischka

Energie aus der Tasse: Koffein verstärkt die Wirkung des Stresshormons Adrenalin


Wie wirkt Koffein?

Koffein ist eigentlich ein Insektengift. Die Kaffeepflanze bildet es, um ihre Keimlinge vor Insektenfraß zu schützen. In unserem Gehirn wirkt Koffein anregend, indem es die Adenosinrezeptoren an den Nervenzellen blockiert. Somit verhindert es, dass Adenosin andocken und die Aktivität der Nervenzellen drosseln kann. Das passiert sonst beispielsweise, wenn das Gehirn müde ist.

Außerdem verstärkt Koffein die Ausschüttung und Wirkung des Stresshormons Adrenalin. Mit den bekannten Folgen: Anstieg des Blutdrucks, der Herzfrequenz und des Muskeltonus.

Welche gesundheitlichen Probleme kann Koffein hervorrufen?

Eine kleine Tasse Espresso (2,5cl) enthält etwa 30 Milligramm Koffein. Die tödliche Dosis für einen Erwachsenen liegt bei zehn Gramm. Das würde 333 Espressi entsprechen. Vergiftungserscheinungen können allerdings schon ab einem Gramm Koffein auftreten. Symptome sind Schlaflosigkeit, Unruhe, Hör- und Sehstörungen, Herzrasen sowie Herzrhythmusstörungen.

Bei täglichen Dosen von mehr als 200 Milligramm Koffein reagiert das Gehirn mit Gewöhnungserscheinungen. Die Dichte der Adenosinrezeptoren steigt. Chronischer Koffeinismus kann zu Schlaflosigkeit, Angsterscheinungen, Hyperaktivität und Konzentrationsstörungen führen.

Wann kommt es zur Abhängigkeit, was sind typische Entzugserscheinungen?

Bei hohem Koffeeinkonsum kann es schon innerhalb von zwei Wochen zur Abhängigkeit kommen. Die Entzugserscheinungen bei Koffeinismus sind unangenehm. In einer Metastudie aus dem Jahr 2004 wurden sie erstmals systematisch untersucht.

Bei den meisten Menschen treten auf: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, depressive Verstimmungen, Schwierigkeiten bei der Konzentration, Reizbarkeit und Beeinträchtigung der Wahrnehmungsfähigkeit. Außerdem kann es zu grippeartigen Beschwerden kommen: Benommenheit, Übelkeit, Muskelsteifheit und -schmerzen.

Die Entzugserscheinungen treten erstmals nach zwölf bis 24 Stunden auf, haben ihre höchste Intensität nach einem bis zwei Tagen und können bis zu neun Tage andauern.

Mehr Informationen zur Koffeinabhängigkeit finden Sie hier.



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insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
karmi1001 03.04.2013
1. Nicht differenziert genug
Koffein erhöht sich mit der Menge der Flüssigkeit, deshalb enthält Espresso weniger als Filter- oder Pulverkaffee. Ein normaler Espresso-Trinker kann kaum süchtig werden.
cassandros 03.04.2013
2. Kaffee-Kantate, Bach-Werkeverzeichnis 211
Zitat von karmi1001Koffein erhöht sich mit der Menge der Flüssigkeit, deshalb enthält Espresso weniger als Filter- oder Pulverkaffee. Ein normaler Espresso-Trinker kann kaum süchtig werden.
Menge der Flüssigkeit? Was will uns das sagen? Die Coffeinmenge ist von der Menge des schwarzen Pulvers in Tasse und/oder Kanne abhängig. 1 Löffel Kaffee ist 1 Löffel Kaffee, egal in welcher Tasse. Süchtig ist ohnehin ein hier verfehlter Begriff. Bei Coffein gibt es eine Gewöhnung (Toleranzbildung); das ist etwas qualitativ anderes. "Ei! wie schmeckt der Coffee süße, Lieblicher als tausend Küsse, Milder als Muskatenwein. Coffee, Coffee muß ich haben, Und wenn jemand mich will laben, Ach, so schenkt mir Coffee ein!" Aus: Kaffee-Kantate, BWV 211
peterschoeffel 03.04.2013
3. arabica statt robusta
der koffeingehalt von robusta ist dreimal höher als der von arabica. statt koffeinfreien kaffee zu trinken, wäre der umstieg von robusta auf arabica zu empfehlen.
neuss.a 08.01.2014
4.
Also ich trinke fasst täglich bis zu 8 Tassen Kaffee pro Tag. Ich fühle mich sehr fit, durch den Kaffee. Ich bin auch jeden zweiten Monat beim Arzt und meine Gesundheit hat sich nach seinen Angaben auch nicht verschlechtert. http://www.coffeecircle.com/kaffeewissen/kaffee-gesundheit-schwangerschaft/ Ich denke das ist immer so eine Sache mit dem Thema Kaffee. Jeder hat eine andere Meinung. Aber niemand kann wirklich seine These bestätigen. lg
gandalf_guevara 08.01.2014
5.
Zitat von peterschoeffelder koffeingehalt von robusta ist dreimal höher als der von arabica. statt koffeinfreien kaffee zu trinken, wäre der umstieg von robusta auf arabica zu empfehlen.
Wenn man den "Koffeineffekt" zu schätzen weiß - dann "sucht" man die guten Robustas förmlich. Im Moment trinke ich bevorzugt einen 40% Robusta / 60% Arabica-Blend aus einer kleinen spanischen Rösterei. Aber auch einem fies-schwarzen 100er Robusta bin ich nicht abgeneigt. Kaffee ist eine Droge - Drogen sollen ballern - und ein "schwarzer Fiesling" ist mir da hin und wieder willkommen.
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