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Kaffeekonsum: Mehr als vier Espresso am Tag können schaden

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Corbis

Beliebter Wachmacher: Frischer Espresso aus der Maschine

400 Milligramm Koffein täglich, dann sollte Schluss sein - das rät die Lebensmittelbehörde Efsa. Die Menge entspricht etwa vier starken Espresso. Aber: Koffein lauert auch in etlichen anderen Getränken.

Zu viel Kaffee führt zu Abhängigkeitserscheinungen und kann den Schlaf hemmen - das ist bekannt. Aber wie viel Koffein ist noch okay? Laut einer EU-Untersuchung der Lebensmittelbehörde Efsa schadet es, täglich mehr als vier starke Espresso oder andere Getränke mit ähnlich viel Koffein zu trinken. Die Autoren der am Mittwoch veröffentlichten Studie halten bis zu 400 Milligramm Koffein für gesunde erwachsene Menschen täglich für unbedenklich. Ein Espresso enthalte rund 70 bis 100 Milligramm Koffein.

"Die Gefahr für die Gesundheit ist nicht riesig, aber sie existiert", sagte ein Efsa-Sprecher. "Die wichtigste Botschaft ist, dass die Verbraucher die verschiedenen Quellen von Koffein neben dem Kaffee berücksichtigen müssen", sagte er. Außer Kaffee enthalten beispielsweise Tees, Cola-Getränke und Energy-Drinks Koffein.

Die im italienischen Parma ansässige Efsa hat für ihre Einschätzung bereits existierende Studien und Daten in großem Maßstab ausgewertet. Mehrere EU-Staaten hatten sie dazu aufgefordert, weil sie Bedenken zu möglichen schädlichen Wirkungen von Koffein insbesondere für Herz und Gefäße sowie das zentrale Nervensystem hatten.

Innere Unruhe und Angstzustände

Bei Heranwachsenden liegt die Unbedenklichkeitsschwelle bei rund drei Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht. Dies sind beispielsweise zwei koffeinhaltige Limonaden mit insgesamt 150 Milligramm für einen 50 Kilo wiegenden Jugendlichen. Schwangere sollten nach Empfehlung der Efsa höchstens 200 Milligramm Koffein oder zwei bis drei Espresso täglich zu sich nehmen, um Nebenwirkungen für das ungeborene Kind zu vermeiden.

Wenn ein gesunder Erwachsener Dosen von mehr als 400 bis 500 Milligramm Koffein in kurzer Zeit zu sich nimmt, kann es laut Efsa etwa zu innerer Unruhe und Angstzuständen kommen. Dies sei gerade dann denkbar, wenn ein Mensch kein regelmäßiger Kaffeetrinker sei.

In Deutschland nehmen 14,6 Prozent der Bevölkerung mehr als die empfohlenen höchstens 400 Milligramm Koffein täglich zu sich, wie die Efsa weiter mitteilte. Dies sei auch in sechs weiteren von insgesamt 13 betrachteten EU-Ländern der Fall. Noch mehr waren es demnach in Dänemark (33 Prozent der Einwohner) und den Niederlanden (17,6 Prozent).

Die Wirkung von Kaffee auf den Organismus ist in vielen Studien untersucht und umstritten. Aber neueste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass von der schwarzen Bohne sogar eine gesundheitsfördernde Wirkung ausgehen könnte und Kaffee vor Schlaganfall und Herzinfarkt schützen könnte.

Eiskalter Koffeinentzug

joe/AFP

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insgesamt 102 Beiträge
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1.
dr.senf 28.05.2015
Nach dem Duden lautet die Mehrzahl von Espresso Espressos, weil Fremdwörter nach den Regeln der deutschen Grammatik behandelt werden, nicht nach ihrer Heimatgrammatik.
2. Das Leben ist lebensgefährlich, und endet meist tödlich.
kritiker82 28.05.2015
Man kann nur hoffen, dass diese Studie nicht als Aufhänger genommen wird, um den Bürger (mal wieder) mit schwachsinnigen Maßnahmen zu gängeln - etwa einer höheren Kaffeesteuer, Cofee-to-Go-Verbot, Altersgrenzen oder kaffeefreien Zonen. Wie viel Kaffee gut für einen ist, muss jeder selbst herausfinden. Hier ein one size fits all- Modell zu entwickeln, ist unsinnig, da sich die Menschen in Konstitution und Metabolismus zu sehr voneinander unterscheiden.
3. Falsche Prioritäten
GerhardFeder 28.05.2015
Statt sich um solche -heute so, morgen so- Dinge zu kümmern, sollte die EFSA: 1. sich für eine Europäisch verbindliche Zutatenliste incl. Mengen einsetzen, die diesen Namen verdient, 2. sich dafür einsetzen, dass alle Herkunfts- und Verarbeitungsorte eines Lebensmittels vollständig genannt werden müssen, 3. dafür sorgen, dass so unsinnige Herkunftsbezeichnungen wie "aus EG- und Nicht-EG-Ländern" durch 2. ersetzt werden. und vieles andere mehr.
4. In einem Espresso sind viel weniger als 100mg Koffein
moerre 28.05.2015
In einem der sogar hier verlinkten anderen Spiegel-Artikel steht was von 30mg Koffein pro kleinem Espresso, und im Google sagt 64mg. Für 100mg braucht es eine randvolle Espresso-Tasse, wenn ich mal die Daten verschiedener Websites anschaue. Nicht eine davon hat auch nur annährend "100mg pro Espresso" angegeben, der höchste Wert waren 77mg per 44ml (das ist fast ein doppelter Espresso). Es hängt ja auch von der Bohnensorte ab. So haben Arabica-Bohnen deutlich weniger Koffein als Robusta (im Schnitt). Bei der Röstung nimmt der Koffeingehalt nur leicht ab,die Röstart hat also keinen großen Einfluß.
5. Pluralbildung
meimhoff 28.05.2015
@Dr.senf: Die Pluralbildung mit -s ist nicht ursprünglich Deutsch. Das Deutsche besitzt überhaupt keine festen regeln zur Pluralbildung. Fremdsprachige Plurals ;) sind oft geläufig. Oder sagt man Visums, Organisations oder Babysitters? Espressos und Espressi sind zwei richtige Pluralformen.
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