Mythos oder Medizin Kann der Körper übersäuern?

Basenfasten, teure Pulver aus zermalmten Korallen und Entgiftungssocken - der Kampf gegen die Übersäuerung des Körpers ist ein lukratives Geschäft. Aber ist er überhaupt notwendig?

Nicht Zitrusfrüche gelten als Säurenbilder, sondern Fleisch
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Nicht Zitrusfrüche gelten als Säurenbilder, sondern Fleisch

Von und (Grafiken)


Wenig Zeit? Am Textende gibt's eine Zusammenfassung.


Wer Übersäuerung googelt, stößt unweigerlich auf eine Fülle von Ratgeberseiten. Fühlen Sie sich schlapp? Müde? Energielos? Oder sind Sie sogar krank? Dann, so wird es suggeriert, gehören Sie zur großen Gruppe der Übersäuerten. Die Lösung liefert das Internet gleich mit.

In basischem Wasser getränkte Socken sollen über die Fußsohlen entgiften, zermalmte Steinkorallen den Mineralstoffhaushalt auffüllen. Und wem das zu abstrus ist, der kann beim Basenfasten auf Sylt an seinem Säurehaushalt arbeiten. Keine Frage, der Kampf gegen das Übersäuern ist ein lukratives Geschäft. Aber fördert er tatsächlich die Gesundheit?

Die Theorie dahinter hält sich in der Alternativmedizin bereits seit Jahrzehnten. Sie besagt, dass sich durch eine Ernährung voller Fleisch und mit wenig Gemüse Säuren im Körper anhäufen, die fast alle Krankheiten und Unannehmlichkeiten verursachen - von Arthrose über Cellulite bis hin zu Sodbrennen. Ein Blick in Studien zeigt, dass die Vorstellung im Kern tatsächlich stimmt. Die Folgen einer Übersäuerung aber sind ganz andere, als oft befürchtet.

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Drei Fakten:

1. Eine fleischlastige Ernährung schwemmt tatsächlich Säuren in den Körper.

"Es gibt säurebildende und basenbildende Lebensmittel", sagt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Dabei kommt es nicht darauf an, wie sauer etwas schmeckt oder wie viel Säure es von Natur aus enthält. Stattdessen geht es darum, in welche Stoffe Verdauung und Stoffwechsel die Lebensmittel zerlegen:

  • Gewinnt der Körper mehr saure als basische Bestandteile aus ihnen, handelt es sich um Säurebildner.
  • Entstehen bei der Verdauung hingegen mehr basische als saure Produkte, zählt ein Lebensmittel zu den Basenbildnern.

Die Regel erklärt, warum Zitronen, Orangen und Grapefruits trotz ihres sauren Geschmacks bei Basendiäten oft auf den Tisch kommen. Die Zitrusfrüchte liefern viele Mineralstoffe, die basisch wirken. Gleichzeitig kann der Stoffwechsel ihre Fruchtsäuren leicht abbauen. Auf der anderen, der sauren Seite hingegen stehen Lebensmittel mit tierischen Eiweißen wie Schnitzel, Bratwurst oder Parmesan. Sie bringen kaum basische Bestandteile mit sich, dafür häuft der Körper bei ihrem Abbau Schwefelsäure an.

Säure - Basen - pH-Wert - Wie war das noch mal?
    Charakteristisch für Säuren ist, dass sie Wasserstoffionen, H+ oder Protonen genannt, abgeben. Je leichter sie die Protonen abgeben, desto stärker ist die Säure. Und je mehr sich davon in einer Lösung befinden, desto saurer ist sie. Im Wasser sind die Gegenspieler der Protonen Hydroxylionen OH-, die zu Basen gehören. Treffen Wasserstoffionen und Hydroxylionen aufeinander, neutralisieren sie sich.

    Eine Lösung, in der sich gleich viele H+ und OH- befinden, ist also neutral. (H+ und OH- ergeben H2O, also Wasser.) Um das Verhältnis von H+ und OH- zu beschreiben, nutzt die Chemie den pH-Wert. Ein pH-Wert von 7 beschreibt neutrale Flüssigkeiten, niedrigere Werte sind sauer, höhere basisch.

Um einen Anhaltspunkt für die Einteilung der Lebensmittel in basisch und sauer zu finden, untersuchten Forscher in den Neunzigerjahren nach dem Essen die Zusammensetzung von Säuren und Basen im Urin. Die Ergebnisse sprechen für eine einfache Grundregel, über die weitgehend Einigkeit herrscht:

"Obst und Gemüse zählen in der Regel zu den Basenbildnern", sagt Gahl. "Fleisch, Fisch, Wurstwaren, Eier, Käse und Lebensmittel mit Phosphat gelten hingegen als Säurebildner." Demnach stimmt es, dass eine Ernährung mit viel Fleisch und wenig Gemüse einen Überschuss an Säuren in den Körper schwemmt. Die Frage ist nur: Schadet das wirklich der Gesundheit?

2. Der Körper kann übersäuern - wirkt dem aber mit einem ausgeklügelten System entgegen.

Bei vielen Stoffen entledigt sich der Körper einer Überdosis einfach, indem er den Überschuss im Darm belässt, bis er in die Toilette wandert. Was die Säurebelastung durch Lebensmittel angeht, ist die Entsorgung deutlich schwieriger. Schließlich geht es um Endprodukte der Verdauung - also Stoffe, die der Körper längst aus dem Darm aufgenommen hat.

Um sie loszuwerden, musste der Stoffwechsel ausgeklügelte Mechanismen entwickeln. Viele Organe sind auf eine konstante Säurekonzentration angewiesen, um arbeiten zu können. Während etwa in der Scheide ein saures Milieu Krankheitserreger abwehrt und im Magen Salzsäure Eiweiße zersetzt, neutralisieren basische Galle und Bauchspeicheldrüsensaft die Magensäure im Zwölffingerdarm.

 

Vaginalflüssigkeit

pH-Wert zwischen 4 und 4,5 (sauer)

In der Scheide sorgen Milchsäurebakterien für ein saures Milieu, indem sie - ihr Name verrät es - Milchsäure abgeben. Der niedrige pH-Wert verhindert, dass sich Krankheitserreger ansiedeln.

Problematisch wird es, wenn Antibiotika, Hormonschwankungen oder Seife den schützenden Milchsäurebakterien zusetzen. Dann drohen Infektionen, am häufigsten mit Pilzen.

Muskeln

pH-Wert zeitweise unter 7 (leicht sauer)

Normalerweise herrscht in und um die Muskelzellen der für die meisten Abläufe im Körper perfekte pH-Wert von 7,4. Wer sich jedoch auspowert, stellt den Stoffwechsel im Muskel zeitweise von einem aeroben auf einen anaeroben um - also von effizienter Energiegewinnung mit Sauerstoff auf weniger effiziente ohne Sauerstoff.

Dabei entsteht in größeren Mengen Milchsäure, die den pH-Wert der Muskulatur zeitweise in den sauren Bereich drängen kann. Für den Körper ist das nicht weiter gefährlich: Er kann die Milchsäure in der Leber wieder zu Glukose umbauen und muss die Säure nicht umständlich über Urin oder Atmung ausscheiden.

Galle

pH-Wert zwischen 7,6 und 8,6 (leicht basisch)

Bei der Galle handelt es sich um eine gelbe, bräunliche oder olivgrüne Flüssigkeit, die von den Leberzellen produziert wird. Ihr ist es zu verdanken, dass Schweinebraten oder Marzipantorte nicht noch müder machen. Dafür zerkleinern die Gallensalze größere Fettkugeln in winzige Kügelchen, nachdem sie vom Magen in den Darm gerutscht sind.

Aufgrund ihres Einsatzorts hat auch der leicht basische pH-Wert der Galle eine Wirkung: Er trägt dazu bei, die extrem saure Magensäure bei der Weiterreise der Speisen durch den Darm zu neutralisieren.

Speichel

pH-Wert zwischen 6,35 und 6,85 (leicht sauer)

Der Speichel erfüllt viele wichtige Aufgaben: Er verdünnt das Essen und sorgt so dafür, dass es geschmeidig Richtung Magen gleitet. Er startet die Verdauung von Kohlenhydraten und tötet Bakterien. Und er hält den pH-Wert konstant, selbst wenn etwa Orangen, Kiwis oder Cola den Mund mit Säuren fluten. Dadurch schützt er die Zähne. Trotz des Gegensteuerns lösen Fruchtsäuren aber Mineralien wie Kalzium und Phosphor aus dem Zahnschmelz und schwächen ihn.

Tipp: Aus diesem Grund sollte man nach dem Trinken von Orangensaft und Co. mindestens eine halbe Stunde mit dem Zähneputzen warten, dann hat sich alles wieder erholt.

Tränenflüssigkeit

pH-Wert 7,4 (leicht basisch)

Sie schützt das Auge, säubert und schmiert es: die Tränenflüssigkeit. Ihren pH-Wert hält der Körper relativ konstant bei 7,4 - ähnlich wie den des Bluts und des Nervenwassers. Im Unterschied zu den Blutbestandteilen und Nerven reagiert das Auge jedoch nicht so sensibel auf Schwankungen.

Um nicht zu reizen, sollten Augentropfen einen pH-Wert zwischen 7,3 und 9,7 haben, also vor allem nicht saurer sein. Nachdem sie das Auge vom Oberlid aus geflutet haben, fließen Tränen übrigens über zwei kleine Gänge unterm Auge in die Nasenhöhle. Das erklärt, warum uns beim Weinen immer auch die Nase läuft.

Haut

pH-Wert zwischen 4 und 6,5 (sauer)

Die Haut mag es sauer. Bei einem pH-Wert von um die fünf kann sie Krankheitserreger am besten abwehren. Das liegt nicht nur daran, dass die saure Umgebung viele Schädlinge abschreckt. Auch können sich in dem Umfeld Bakterien gut vermehren, die Eindringlinge verdrängen.

Seifen, Cremes und sogar das Abduschen mit Leitungswasser schaden dem schützenden Säuremantel und seinen Bakterien.

Tipp: Vor allem für Menschen mit trockener Haut ist es deshalb ratsam, höchstens einmal am Tag zu duschen - besser noch seltener.

Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit

pH-Wert 7,4 (leicht basisch)

Der Liquor umspült nicht nur Gehirn und Rückenmark, das Gehirn schwimmt auch darin. So verhindert die klare, farblose Flüssigkeit, dass das empfindliche Nervengewebe bei Stößen gegen den Schädel prallt.

Daneben bietet die Flüssigkeit perfekte chemische Bedingungen für die elektrische Kommunikation der Nerven. Entsprechend wichtig ist, dass ihre Eigenschaften konstant bleiben. Da der Liquor aus Blutplasma gewonnen wird, ist sein pH-Wert eng an den des Bluts gekoppelt.

Magen

pH-Wert zwischen 1,2 und 3 (stark sauer)

Die Salzsäure im Magensaft macht vor nichts halt. Selbst die Schleimhäute der Magenwand müssen ständig ersetzt werden, weil die aggressive Flüssigkeit sie angreift. Aber nur so kann die Säure ihre eigentliche Aufgabe erfüllen: Rutscht zerkautes Essen von der Speiseröhre in den Magen, beginnen Salzsäure und ein spezielles Protein, das Pepsin, sofort damit, das Eiweiß aus der Nahrung zu zersetzen.

Daneben tötet die Säure Mikroben aus der Nahrung ab. Steigt der pH-Wert im Magen an - vor allem weil Essen den Magensaft verdünnt - aktiviert das chemische Rezeptoren. Ihre Botschaft: Mehr Säure, bitte. Fällt der pH-Wert hingegen unter zwei, wird das Ausschütten des Magensafts gehemmt.

Pankreassaft

pH-Wert zwischen 7,1 und 8,2 (leicht basisch)

Jeden Tag produziert die Bauchspeicheldrüse zwischen 1,2 und 1,5 Liter Pankreassaft.

Die farblose, leicht basische Flüssigkeit hat vor allem einen Zweck: die Salzsäure aus dem Magensaft neutralisieren. Nur so können die säureempfindlichen Enzyme im Dünndarm ihre Arbeit aufnehmen und Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße weiter zerteilen.

Urin

pH-Wert zwischen 5 und 7 (sauer bis neutral)

Der Säuregrad des Urins schwankt, und das aus gutem Grund. Der Urin dient dem Körper als eine Art Müllabfuhr für überschüssige Säuren. Ist er saurer, zeigt das nur, dass die Regulationsmechanismen des Körpers funktionieren und er ein Zuviel an Säuren nach außen befördert.

Unter fünf sollte der pH-Wert des Urins allerdings nicht sinken, dann steigt das Risiko für Harnsteine. Auch zu hoch ist schlecht: Liegt der pH-Wert über sieben, weist das auf einen Harnwegsinfekt hin.

Blut

pH-Wert zwischen 7,35 und 7,45 (leicht basisch)

Beim Blut ist es extrem wichtig, dass der pH-Wert innerhalb eines sehr engen Bereichs bleibt, der leicht basisch ist. Nur so können die vielen Enzyme richtig funktionieren.

Da im Körper - unter anderem durch eine eiweißreiche Ernährung - immer wieder Säuren entstehen, hat die Natur ein ausgeklügeltes System entwickelt, um diese zu entsorgen. Ein Teil des Überschusses gelangt als Kohlendioxid über die Atemluft nach außen. Ein anderer über die Nieren und den Urin.

Samenflüssigkeit

pH-Wert zwischen 7,2 und 7,6 (leicht basisch)

Die Samenflüssigkeit hat nur einen Zweck: die Spermien gut zur Eizelle zu transportieren. Damit das glücken kann, befinden sich rund 50 bis 150 Millionen Spermien in einem Milliliter der Flüssigkeit.

Abgesehen von ihrer Funktion als Transportmittel liefert die Samenflüssigkeit den Trägern der männlichen DNA Nährstoffe. Auch der pH-Wert erfüllt einen Zweck. Das leicht basische Milieu schützt die Spermien vor dem feindlichen Umfeld in der sauren Scheide.

Oberste Priorität im Säure-Basen-Haushalt hat allerdings das Blut, dessen pH-Wert mit winzigen Abweichungen um 7,4 schwankt. Sinkt der Wert nur um eine Nuance, unter 7,35, diagnostizieren auch Schulmediziner eine Azidose - eine Übersäuerung. Die Folgen sind drastisch: Das mehr an Säuren verhindert, dass Nerven in Gehirn und Rückenmark richtig miteinander kommunizieren. Im Extremfall kommt es zu Desorientierung und Koma.

"Allein durch eine säurelastige Ernährung in diesen pH-Bereich zu kommen, ist jedoch quasi unmöglich", sagt Thomas Remer, der an der Universität Bonn zum Säure-Basen-Haushalt forscht. Auch laut Antje Gahl von der DGE müssen sich Gesunde nicht vor einer Übersäuerung durch ihre Ernährung fürchten. In der Realität droht das Szenario nur, wenn Nieren oder die Atmung nicht mehr richtig funktionieren. Zusammen bilden sie die Hauptakteure der Säure-Abfallwirtschaft.

Schwemmen zu viele Säuren ins Blut, kann der Körper das kurzfristig über die Lunge ausgleichen. Dafür ist es nur notwendig, tiefer und schneller ein- und auszuatmen - und so den Kohlendioxidausstoß zu steigern. Der Grund: Kohlendioxid bildet in Kombination mit Wasser (also auch dem Blut) Kohlensäure. Weniger Kohlendioxid bedeutet deshalb auch automatisch weniger Säure.

Für die langfristige, entscheidende Entsorgung der Säuren sind die Nieren zuständig. Sie können positive Wasserstoffionen - also die sauer wirkenden Bestandteile - in den Urin pumpen, bis dieser bis zu tausendmal saurer ist als das Blut. Die Säuren gelangen dann, abgepuffert ohne Schaden anzurichten, in die Toilette. Ablagern hingegen tun sie sich nicht, anders als häufig propagiert.

3. Es lohnt sich trotzdem, auf die Säurelast seiner Ernährung zu achten - sonst schadet sie wahrscheinlich indirekt.

Trotz der ausgeklügelten Regelmechanismen warnt Remer davor, dass eine säurelastige Ernährung der Gesundheit auf Dauer schaden kann. "Wir haben uns angeguckt, was im Körper passiert, wenn er ständig eine hohe Säurelast ausscheiden muss", sagt der Wissenschaftler. Demnach steigt dabei unter anderem der Wert des Stresshormons Cortisol.

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"Ist das Cortisol über Monate und Jahre leicht erhöht, rechnet man damit, dass der Blutdruck steigt und das Skelettsystem beeinträchtigt wird", sagt Remer. Ziel seiner Forschung ist nicht, Säuren zu verteufeln. Sondern zu ergründen, welche Mechanismen eine einseitige Ernährung ungesund machen. "Einseitig heißt dabei, sich ausschließlich von Bockwürsten, Käse, Fleisch, Fisch und Eiern zu ernähren", beruhigt er alle, die ab und an gerne ein Steak verspeisen. "Fehlen dann ausreichend Gegenspieler wie Salat, Spinat oder anderes kaliumreiches Obst und Gemüse, entstehen mehr Säuren als Basen."

Für den Ernährungswissenschaftler und Hormonforscher gibt es deshalb vor allem eine Lösung des Säure-Basen-Problems: "Wer seine Säurelast reduzieren möchte, sollte zur Banane oder anderem Obst und reichlich Gemüse greifen", sagt er. "Nahrungsergänzungsmittel braucht es dafür nicht." Auch kurzfristige Interventionen wie eine Basendiät bringen seiner Ansicht nach nur etwas, wenn die Ernährung langfristig umgestellt wird - auf mehr Obst und Gemüse.

Wer hingegen schon abwechslungreich isst, also neben dem Steak auch etwa Kartoffeln, Spinat oder Brokkoli, muss sich nicht um seinen Säure-Basen-Haushalt sorgen. Müdigkeit und Schlappheit haben dann auf jeden Fall einen anderen Grund.

FAZIT: Der Körper kann übersäuern, allerdings nur, wenn Nieren oder Atemwege nicht richtig funktionieren. Eine einseitige Ernährung voller Fleisch und ohne Gemüse schadet dennoch - dabei könnte auch der Säure-Basen-Haushalt eine Rolle spielen. Wer sich abwechslungsreich ernährt, hat aber nichts zu befürchten.

insgesamt 131 Beiträge
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Seite 1
Wackadoo 09.08.2016
1. Ach, mal wieder die Übersäuerung....
Ich frage mich: wie haben meine Großeltern nur überlebt? Ohne Wissen über Basen. Säuren. Zu viel Salz. Zu wenig Salz. Low Carb und und und. Ach, ja stimmt: erstens hatten sie andere Probleme (1. und 2. Weltkrieg) und zweitens wurde - sofern es etwas zu essen gab - gekocht. Maggi und sonstige Koch"kunst" gab es noch nicht in dieser Menge auf den Tischen. Und da liegt der Ernährungshund für mich begraben. Lasst diesen Dreck einfach weg und kocht wieder frisch mit frischen Lebensmitteln. Da wird Euch geholfen :-)
horst-peeter 09.08.2016
2. Also
Ich muss sagen: obwohl ich - im Gegensatz zum Artikel - absolut von der von der Alternativmedizin behaupteten Gewebeübersäuerung überzeugt bin, war der Artikel besser und facettenreicher als ich gedacht hätte. Vor dem Reinklicken dachte ich es kommt nur das Lied von der Blutazidose - die ja genau NICHT das ist, warum es in der Alternativmedizin geht - und das wars. Kam zwar auch, aber eben nicht nur. Ein kleines Lob an SPON.
mrotz 09.08.2016
3.
Zitat von horst-peeterIch muss sagen: obwohl ich - im Gegensatz zum Artikel - absolut von der von der Alternativmedizin behaupteten Gewebeübersäuerung überzeugt bin, war der Artikel besser und facettenreicher als ich gedacht hätte. Vor dem Reinklicken dachte ich es kommt nur das Lied von der Blutazidose - die ja genau NICHT das ist, warum es in der Alternativmedizin geht - und das wars. Kam zwar auch, aber eben nicht nur. Ein kleines Lob an SPON.
Was solle diese ominöse Übersäuerung denn sein? Muskelkater wegen Citronensäure? Der Begriff Übersäuerung in der Alternativmedizin ist absolut unbegründet. Kommt wahrscheinlich daher, daß für viele Menschen Säure mit "böse", "giftig", schlecht ... assoziiert wird. Wurde jemals "übersäuertes" Gewebe im alternativmedizinischen Sinne nachgewiesen? Wurde es jemals überhaupt definiert, was das sein soll? Aber das ganze schwammige hilf dem Esotherikquark. Übersäure nicht, kaufe meinen Ernährungsratgeber, ... Und die Deppen fallen drauf rein wie die Fliegen. mfg
lock_vogell 09.08.2016
4. das einzige...
... was ich beim säure/basen haushalt wirklich glaube, ist dass ein "übersäuerter" körper mehr probleme mit der fettreduktion hat. sprich wenn du viel trainierst und viel eiweiß für den muskelaufbau zu dir nimmst, fällt es dir schwerer fett abzubauen, gefühlt haben mir dabei basentabletten geholfen, aber sowas mag durchaus auch einbildung sein... :P
Celegorm 09.08.2016
5.
Zitat von WackadooIch frage mich: wie haben meine Großeltern nur überlebt? Ohne Wissen über Basen. Säuren. Zu viel Salz. Zu wenig Salz. Low Carb und und und. Ach, ja stimmt: erstens hatten sie andere Probleme (1. und 2. Weltkrieg) und zweitens wurde - sofern es etwas zu essen gab - gekocht. Maggi und sonstige Koch"kunst" gab es noch nicht in dieser Menge auf den Tischen. Und da liegt der Ernährungshund für mich begraben. Lasst diesen Dreck einfach weg und kocht wieder frisch mit frischen Lebensmitteln. Da wird Euch geholfen :-)
Und ich frage mich: Inwiefern ist das relevant? Denn heute geht es nun einmal nicht mehr ums Überleben. Die heutige gesellschaftliche Realität lässt es zu, dass 60 Jahre nicht mehr ein Greisenalter ist und mit 70 so gut wie jeder tot ist. Heute darf man durchaus halbwegs vitale 90 Jahre anstreben - und um dorthin zu kommen ist, neben den genetischen Voraussetzungen und etwas Glück - die Ernährung und der Lebensstil wohl oder übel der Schlüssel dazu. Das kann man natürlich als Luxusproblem bezeichnen, aber ist es nicht schöner, sich mit Luxusproblemen herumzuschlagen anstatt Kriegs- und Hungertoten?
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