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Kein Überlebensvorteil für Diabetiker: Abschied vom Übergewicht-Paradox

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Corbis

Gewicht: Verlängert leichtes Übergewicht das Leben?

Übergewichtigen Zuckerkranken wird geraten abzunehmen. Andererseits gibt es Studien, laut denen die überzähligen Kilos das Leben verlängern. Eine große Untersuchung kommt jetzt aber zum Schluss, dass das sogenannte Übergewicht-Paradox bei Diabetes Typ 2 gar nicht existiert.

Wer übergewichtig ist, hat ein höheres Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Danach allerdings sollen die überzähligen Kilos - laut einiger Studien - einen schützenden Effekt haben und so dazu beitragen, das Leben zu verlängern.

Eine große Studie zieht nun einen Schlussstrich unter das sogenannte Überwicht-Paradox. Es scheint ein Mythos zu sein, meldet die Harvard School of Public Health (HSPH) in Boston, US-Bundesstaat Massachusetts. Die zum Zeitpunkt der Diabetes-Diagnose Übergewichtigen lebten nicht länger als die Normalgewichtigen, berichten die Forscher im "New England Journal of Medicine".

Die Wissenschaftler um Deirdre Tobias von der Harvard Medical School analysierten Daten von 8970 Frauen und 2457 Männern, die an Diabetes erkrankten und zum Zeitpunkt der Diagnose weder an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung noch an Krebs litten. Der Beobachtungszeitraum lag im Schnitt bei knapp 16 Jahren und betrug bis zu 36 Jahre. 3038 Studienteilnehmer verstarben in dieser Zeit. Die Sterblichkeit war in der Gruppe der Normalgewichtigen (BMI zwischen 22,5 und 25) am geringsten.

Verfälschter Zusammenhang

Dass frühere, kleinere Studien zu einem anderen Ergebnis gekommen sind, erklärt Deirdre Tobias von der HSPH unter anderem wie folgt: Wenn der Body-Mass-Index und die Sterblichkeit beobachtet werden, finden sich in der normalgewichtigen Gruppe nicht nur schlanke Gesunde, sondern auch Raucher, die tendenziell schlanker sind als Nichtraucher, sowie Kranke mit noch nicht diagnostizierten Krankheiten. "Das kann den Zusammenhang von Gewicht und Sterblichkeit verfälschen", sagt Tobias. Es würde der Eindruck erweckt, dass die überzähligen Pfunde einen Schutzeffekt haben, obwohl die wahren Gründe für die unterschiedliche Lebenserwartung woanders liegen. Tatsächlich waren die Daten weniger eindeutig, wenn die Forscher nur die Gruppe der Raucher beobachteten - allerdings hatten diese generell eine geringere Lebenserwartung als die Nichtraucher.

Das Studienergebnis zeigt nicht nur, wie wichtig es ist, bei solchen Beobachtungsstudien sehr genau zu rechnen. Es stützt auch die Empfehlung für Typ-2-Diabetiker, Normalgewicht zu halten oder entsprechend abzunehmen.

wbr/AP

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insgesamt 13 Beiträge
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1. Die Schlussfolgerung geht am Problem vorbei
kumi-ori 16.01.2014
Es ist sicher am gesündesten, normalgewichtig zu sein. Es ist nur auch so, dass eine hohe Rate an Hypoglykämien die Sterblichkeit erhöhen. Und diese Hypoglykämien führen außerdem zum Abbau von Eiweiß und somit zu Gewichtsreduktion. Wenn also ein Patient schlecht eingestellt ist und vor den Mahlzeiten seine Glukosespiegel nicht mehr aufrechthalten kann, dann baut er in erster Linie nicht Fett ab sondern Eiweiß. Das führt zu den bekannten Organschäden, die mit einer Gewichtsreduktion einhergehen.
2. Klassischer Denkfehler
backspin 16.01.2014
Zu dem Thema gibt es sogar gibt es sogar einen eigenen Wikipedia-Artikel "Correlation does not imply causation" https://en.wikipedia.org/wiki/Correlation_does_not_imply_causation
3. So ein Ärger!
bert_baller 16.01.2014
Da lese ich heute zum ersten Mal von dieser erleichternden Erkenntnis der schützenden Pfunde - und zwar in der Meldung, dass sie nicht stimmt. So muss ich als übergewichtiger Diabetes-II-Patient also weiter abnehmen. Hätte ich doch nur etwas Sinnvolleres unternommen als in den SPON-Medizinmeldungen zu stöbern... Allerdings: seit September sind schon 10 kg runter, und es geht mir rundherum besser. Da habt ihr aber nochmal Glück gehabt, ihr Spielverderber!
4. Titanic
steinbock8 16.01.2014
Am Sonntag habe ich ein schönes Interview von einem Fußballtrainer gehört in seiner Mannschaft wären alle gesund aber das würde nicht reichen man braucht auch Glück die auf der Titanic wären auch alle gesund gewesen also fürchtet euch nicht lebt außerdem 100 verschiedene Menschen und 100 verschiedene Stoffwechsel sich zu viele Gedanken zu machen macht krank selbsterfüllende Prophezeiung
5. Diabetiker
steinbock8 16.01.2014
Übrigens bin selbst Diabetiker Typ II nicht insulinpflichtig macht mal eine familienaufstellung du und das Symptom
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Diabetes mellitus
Honigsüßer Durchfluss
Der Diabetes mellitus (wörtlich aus dem Griechischen: "honigsüßer Durchfluss"), umgangssprachlich Zuckerkrankheit genannt, ist eine chronische Stoffwechselstörung. Der Name bezieht sich auf den zuckerhaltigen Urin, an dessen Süße die Krankheit in der Antike erkannt wurde. Heute gilt Diabetes als Überbegriff für verschiedene Krankheitsbilder, die durch zu hohe Blutzuckerwerte, die Hyperglykämie, gekennzeichnet sind. Der Grund dafür ist, dass Traubenzucker (Glukose) wegen eines Insulinmangels nicht mehr in die Zellen aufgenommen werden kann und sich im Blut anreichert.
Typ-1-Diabetes
Beim Typ-1-Diabetes, von dem fünf bis zehn Prozent aller Zuckerkranken betroffen sind, zerstört das Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Die Symptome des fortschreitenden Insulinmangels beginnen meist in der Kindheit oder der Jugend: Die Blutzuckerkonzentration steigt extrem an, es kommt zu starkem Wasser- und Nährstoffverlust, was ständigen Durst und häufiges Erbrechen zur Folge hat. Auch eine schnelle Gewichtsabnahme gehört zu den Symptomen. Als Therapie müssen die Diabetiker sich Insulin selbst spritzen. Als Ursache von Typ-1-Diabetes werden genetische Veränderungen vermutet.
Typ-2-Diabetes
Der Typ-2-Diabetes wurde früher als Altersdiabetes bezeichnet. Im Zuge wachsender Zahlen übergewichtiger Menschen insbesondere in den Industrieländern erkranken aber immer öfter auch junge Menschen und inzwischen sogar Kinder am Typ-2-Diabetes. Falsche Ernährung gilt als die Hauptursache der Krankheit: Die großen Mengen von Zucker, die dem Körper zugeführt werden, kann die Bauchspeicheldrüse in jungen Jahren noch durch eine verstärkte Insulinproduktion wettmachen. Im Laufe der Zeit versiegt aber die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse und auch die Zellen werden unempfindlicher für das Insulin, sodass die Glukose immer schlechter abgebaut wird und sich im Blut anreichert.

Im Unterschied zum Typ 1 gibt es beim Typ-2-Diabetes lange keine eindeutigen Symptome wie etwa verstärktes Wasserlassen oder Durstgefühl, sondern eher unspezifische Anzeichen wie ein ständiges Hungergefühl, Gewichtszunahme, Niedergeschlagenheit und Müdigkeit. Typ-2-Diabetes kann anfangs durch gesündere Ernährung, mehr Bewegung und Abnehmen bekämpft werden. Gelingt das nicht, sind später Medikamente zur Regulierung des Blutzuckers und auch eine Insulintherapie notwendig.
Verbreitung
Diabetes gehört schon heute zu den größten Volkskrankheiten und wird sich in den kommenden Jahren voraussichtlich dramatisch ausbreiten. Schätzungen zufolge gibt es weltweit mehr als 150 Millionen Zuckerkranke, Tendenz stark steigend.

In Deutschland lebten laut Einschätzungen der DEGS Gesundheitsstudie des Robert Koch-Instituts 7,2 Prozent der Bevölkerung zwischen 18 und 79 Jahren mit Diabetes, demnach sind 4,6 Millionen Personen betroffen. Bei den 70- bis 79-Jährigen ist mehr als jeder Fünfte an Diabetes erkrankt (21,9 Prozent). Die Zahl der Erkrankungen ist zwischen 1997 und 2010 um 38 Prozent angestiegen, davon sind nur 14 Prozent durch die Alterung der Bevölkerung zu erklären.

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